Integration macht nur geringe Fortschritte

13 01 2012

 

Berlin, 12. Januar 2012. „Die Fortschritte sind zu gering. Menschen ausländischer Herkunft haben auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt noch viel zu häufig das Nachsehen“, kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Ergebnisse des 2. Integrationsberichtes, den die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer heute vorstellte. „Für eine erfolgreiche Integrationspolitik benötigen wir Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt sind. Die Bundesregierung kann nicht kritisieren, dass zu wenige Eltern mit Migrationshintergrund ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen und gleichzeitig ein Betreuungsgeld einführen, was genau das Gegenteil bewirken soll“, kritisiert Döcker.

 

Besonderen Handlungsbedarf weist der Bericht im Bildungsbereich nach. Auch wenn die Schulabbrecher-Quote der Jugendlichen mit Migrationshintergrund leicht gesunken sei, blieben noch zu viele junge Menschen ohne Schulabschluss. „Nach wie vor gelingt es dem Bildungssystem nicht, die Fähigkeiten der Einwandererkinder zu stärken. Ein Bildungsabschluss ist aber von immenser Bedeutung, da er erwiesenermaßen das Armutsrisiko um ein Vielfaches reduziert“, betont Döcker. Das Ziel der Bundesländer, die Zahl der Schulabbrecher bis 2012 zu halbieren, wurde damit deutlich verfehlt. „Einfach vor den Zahlen zu kapitulieren, ist keine Lösung. Hier muss dringend gegengesteuert werden“, betont Döcker und fügt abschließend hinzu: „Eine erfolgreiche Integrationspolitik ist eine Schlüsselaufgabe für den Staat und für die gesamte Gesellschaft.“

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„Instrumentenreform“ (Arbeitsmarkt): Nachteilige Regelungen rückgängig machen

8 11 2011

Berlin, 07. November 2011. „Wenn durch die Instrumentenreform mehr erreicht werden soll, als die Sparvorgaben der Bundesregierung einzuhalten, dann sind einige Änderungen notwendig“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die bisherigen Regelungen des Gesetzes zur Arbeitsmarktreform. „Das Gesetz wurde völlig zu Recht an den Vermittlungsausschuss des Bundesrates überwiesen, denn in seiner jetzigen Form  verschlechtert es die Eingliederungschancen vor allem von Langzeitarbeitslosen“, erklärt Stadler und appelliert an die Bundesratsmitglieder bei der morgigen Sitzung des Vermittlungsausschusses zumindest einige der geplanten Maßnahmen, wie zum Beispiel die Regelungen zur Einstiegsqualifizierung von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz rückgängig zu machen.

Die geplanten Kürzungen könnten nicht mit der guten Situation am Arbeitsmarkt gerechtfertigt werden. Denn gerade die sollte genutzt werden, um verstärkt Mittel einzusetzen, um die Vermittlung benachteiligter bzw. besonders schwer vermittelbarer Gruppen zu verbessern. Darüber hinaus dürfe nicht übersehen werden, dass es eine Gruppe von Langzeitarbeitslosen gibt, die von der Entspannung am Arbeitsmarkt nicht profitiert. Für die 400 000 Menschen sind seit 2005 nicht einen einzigen Tag in Arbeit waren, wird sich die Situation weiter verschlechtern. „Maßnahmen, die dazu beitragen die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen und es Menschen ermöglichen über einfache Tätigkeiten am Arbeits- und damit am sozialen Leben teilzunehmen, werden durch die Reform deutlich eingeschränkt“, kritisiert Stadler das Gesetzesvorhaben.








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