AWO fordert: Arbeitslosigkeit in Europa endlich bekämpfen

1 05 2012

In einer aktuellen Studie weisen nun auch die Vereinten Nationen darauf hin, dass die radikalen Sparpakete im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in zahlreichen EU-Staaten bestehende Arbeitsplätze gefährden. „Die Bundesregierung und ihre europäischen Partner müssen deshalb endlich ihrer politischen Verantwortung gerecht werden und jenseits alles Spardirektiven arbeitsmarktpolitische Perspektiven aufzuzeigen“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Wachsende Unzufriedenheit durch Arbeitslosigkeit wird mittelfristig die Gesellschaften weiter spalten“, betont Stadler. Armut und Perspektivlosigkeit seien die Folge. „Erwerbsarbeit ist bis heute für die Menschen ein hohes Gut und von enormer Bedeutung für das Selbstverständnis. Nicht minder bedeutsam ist eine menschenwürdig entlohnte Arbeit“, so AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler.
An beides müsse man politisch Verantwortliche immer wieder erinnern – nicht nur am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.





Achter Familienbericht: Keine Visionen für Familien

15 03 2012

Berlin, 14. März 2012. „Unsere Erwartungen an den Bericht wurden nur teilweise erfüllt“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Empfehlungen der Sachverständigenkommission zum Achten Familienbericht „Zeit für Familie“, die heute vom Kabinett beschlossen werden. „Dem Bericht fehlen zeitpolitische Visionen und eine systematische Gesamtkonzeption, wie eine familienfreundliche Zeitpolitik entwickelt und vorangebracht werden kann“, bemängelt Stadler die vielfach eher unkonkreten bzw. bereits bekannten Vorschläge der Kommission. „Die Hauptfrage, wie die Zeitsituation aus Sicht der Familien verbessert werden kann, wird nur fragmentarisch beantwortet“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende. Dahingegen begrüßt die AWO ganz ausdrücklich, einige Empfehlungen der Kommission wie zum Beispiel, das Ehegattensplitting abzuschaffen und eine verbesserte steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zu schaffen.

In weiten Teilen des Berichts „Zeit für Familie“ würde die Zeitproblematik der Familien an den Anforderungen der Wirtschaft entlang bzw. auch daran vorbei diskutiert. „Wir müssen kontinuierlich die individuellen Zeitbedürfnisse von Familien erheben und berücksichtigen. Nur so können befriedigende Lösungsvorschläge entwickelt werden“, betont Stadler. Ein weiterer Kritikpunkt sind die zum Teil widersprüchlichen  Empfehlungen, wie zum Beispiel beim Thema Elternzeit. Hier soll es einerseits im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu flexibleren Möglichkeiten kommen, andererseits aber wird eine Verkürzung der Elternzeit von drei auf zwei Jahre in Erwägung gezogen. Zu wenig berücksichtigt wird zudem das Thema Altersarmut. Mit Blick auf die Entwicklungen sowohl des Renteneintrittsalters als auch der Renten stellt sich die Frage, inwieweit ein Zuviel an Zeit in dieser Lebensphase überhaupt noch für eine zeitpolitische Gesamtkonzeption zur Verfügung steht und genutzt werden kann.





Zukunft braucht Solidarität und soziale Gerechtigkeit!

19 11 2011

Der neue Vorstand des AWO Kreisverbands Westerwald e.V. v.l.n.r. Michael Schätzel, Andrea Kirsch, Edmute Klein, Hartmut Pinnow, Günter Fischer, Heinz-Dieter Pfehr, Lothar Elsner, Dr. Frank Kleinert, Helmut Breiden, Joachim Jösch, Claudia Jakob

AWO Westerwald wählte neuen Kreisvorstand

Wirges, 17. November 2011 Joachim Jösch ist alter und neuer Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Westerwald e.V.

Der Kreisverband der AWO Westerwald e.V. hat in seiner jüngsten Kreiskonferenz seinen Vorstand neu gewählt. Neben Jösch wurden Lother Elsner und Michael Schätzel als stellvertretende Vorsitzende, Dr. Frank Kleinert als Kassierer sowie Erdmute Klein als Schriftführer in ihrem Amt bestätigt. Als Beisitzer wurden Günter Fischer, Claudia Jakob, Andrea Kirsch, Heinz-Dieter Pfehr und Hartmut Pinnow gewählt. Doris Hübner hatte auf eine erneut Kandidatur verzichtete und wurde mit Applaus verabschiedet.

Auch Helmut Breiden, Ehrenvorsitzender der AWO Westerwald, nahm an der Konferenz teil. Stellvertretend für alle Delegierten sprach er dem Vorstand ein großes Lob für die innovativen und erfolgreichen Entscheidungen der vergangenen Amtsperiode aus. „Menschen dabei zu unterstützen ein gutes und gelingendes Leben führen zu können, ist allererster Auftrag sozialer Arbeit“, betonte Breiden. Der Ansatz, ehrenamtlich wie hauptamtlich Menschen aus vermeintlichen sozialen Randgruppen den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu ebnen, erfülle das Motto der AWO Westerwald „… aktiv für soziale Gerechtigkeit“ mit Herz und Leben.

Die Konferenz stand unter dem Motto: „Zukunft braucht Solidarität und soziale Gerechtigkeit“. 84 Prozent aller befragten Bürger befürchten laut AWO Sozialbarometer ein egoistisches Deutschland. Nur 13 Prozent dagegen glauben, dass die Gesellschaft in den kommenden fünf Jahren eher solidarischer wird. „Die Bürger haben offensichtlich ein starkes Gespür für tiefgreifende Veränderungen“, so der AWO Kreisvorsitzende Joachim Jösch. „Ihr Glaube und das Vertrauen in die soziale Gestaltungskraft von Politik und Gesellschaft sind scheinbar verloren gegangen.“ Natürlich sei den Bürgern klar, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht ohne Folgen für die deutsche Haushaltspolitik und damit auch für sie bleiben werde. „Angesichts einer sozial unausgewogenen Politik der letzten Jahre fürchten sie jedoch eine ungerechte Lastenverteilung“, betont Jösch.

Die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich ist eines der größten gegenwärtigen Probleme. „Wenn es den Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingt, gemeinsam diese Spaltung zu bekämpfen, hat dies unabsehbare Folgen auf das demokratische Gemeinwesen insgesamt“, mahnte Jösch. Schon jetzt hänge gute Bildung, angemessener Wohnraum, stabile Gesundheits- und Altersvorsorge und damit die Nutzung von Teilhabechancen maßgeblich vom Geldbeutel ab. „Wir rufen die politisch Verantwortlichen auf den Weg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft umgehend zu beenden“, forderte Jösch.





84 Prozent aller Bürger fürchten Egoismus und Verlust des sozialen Zusammenhalts

7 11 2011

Berlin, 07.November 2011. 84 Prozent aller befragten Bürger befürchten laut AWO Sozialbarometer ein egoistisches Deutschland. Nur 13 Prozent dagegen glauben, dass die Gesellschaft in den kommenden fünf Jahren eher solidarischer wird. „Die Bürger haben offensichtlich ein starkes Gespür für tiefgreifende Veränderungen“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Ihr Glaube und das Vertrauen in die soziale Gestaltungskraft von Politik und Gesellschaft sind scheinbar verloren gegangen.“ Natürlich sei den Bürgern klar, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht ohne Folgen für die deutsche Haushaltspolitik und damit auch für sie bleiben werde. „Angesichts der unsozialen Politik der letzten Jahre fürchten sie jedoch eine ungerechte Lastenverteilung“, betont Stadler.

Die wachsende Spaltung zwischen Arm und Reich ist eines der größten gegenwärtigen Probleme. „Wenn es den Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingt, gemeinsam diese Spaltung zu bekämpfen, hat dies unabsehbare Folgen auf das demokratische Gemeinwesen insgesamt“, so Stadler. Schon jetzt hänge gute Bildung, angemessener Wohnraum, stabile Gesundheits- und Altersvorsorge und damit eine Zunahme der Teilhabechancen maßgeblich vom Geldbeutel ab. „Die Politik der Bundesregierung darf diese Entwicklung nicht noch weiter verschärfen“, fordert Stadler.

*Die AWO fragte 1.000 Menschen: Wenn Sie einmal an die kommenden 5 Jahre denken, glauben Sie, dass die deutsche Gesellschaft a) eher solidarischer wird und der soziale Zusammenhalt zunimmt oder dass jeder eher seinen eigenen Vorteil sucht, es mehr Egoismus geben wird? oder dass sich nicht viel verändern wird?

Die Studie wird von TNS-Infratest durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.awo-sozialbarometer.org





Veranstaltungsinformation des „ FORUMS SOZIALE GERECHTIGKEIT WW“

4 10 2011

Veranstaltung: Ist ein anderer Kapitalismus möglich?

KATH. ERWACHSENBILDUNG UND FORUM SOZIALE GERECHTIGKEIT LADEN GEMEINSAM EIN

WW/Montabaur. Wie könnte ein anderer Kapitalismus aussehen, einer mit menschlicherem Antlitz? Dieses Thema steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Kath. Erwachsenenbildung – Bildungswerk Westerwald- Rhein-Lahn und des Forum Soziale Gerechtigkeit am Mittwoch, 23.11.2011 um 19.00 Uhr.  Dazu sind im Forum St. Peter (Auf dem Kalk 9) in Montabaur alle Interessierten herzlich willkommen.

Die vergangenen Jahrzehnte haben Systemfehler des Finanzkapitalismus offenkundig werden lassen. Spätestens in der zurückliegenden und noch nicht überwundenen Finanzkrise ist dies offensichtlich geworden. Armut und Reichtum, Abstammung und Bildungschancen, Ökonomie und Ökologie sind in diesem Zusammenhang nur einige Bespiele für viele heiße Zukunftsfragen. Zum Thema „Ein anderer Kapitalismus ist möglich! Vorschläge aus der christlichen Gesellschaftsethik“ spricht Dr. Thomas Wagner vom Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen (Frankfurt). In Vortrag und Diskussion soll der Frage nachgegangen werden, an welchen Werten sich ein anderes Wirtschaften orientieren muss, damit die Wirtschaft dem Menschen dient und dem Zusammenleben von Mann und Frau, von Kindern und Alten nützt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt frei. Infos bei der Kath. Erwachsenenbildung, Tel. 02602-680232 keb.montabaur@bistum-limburg.de oder beim Forum Soziale Gerechtigkeit per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.








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