Weltflüchtlingstag: Deutschland muss Beschlüsse umsetzen

20 06 2014

Berlin, 20. Juni 2014. „Die jüngsten Zahlen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen alarmieren: 51,2 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Die Bundesrepublik muss sich ihrer Verantwortung gegenüber diesen Menschen stellen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. Um auf die Situation und das Schicksal von Flüchtlingen aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den 20. Juni zum Weltflüchtlingstag erklärt. Die Zahl der Flüchtlinge wird weltweit angesichts der zahlreichen Konflikte weiter zunehmen. „Umso dringender müssen Politiker für eine großzügigere Aufnahme und Schutzgewährung von Flüchtlingen eintreten“, hebt das Vorstandsmitglied hervor.

Als Wohlfahrtsverband unterstützt die AWO auf vielfältige Weise ankommende Flüchtlinge in Deutschland. „Unsere Gliederungen bieten Hilfesuchenden durch persönliche, ehrenamtliche und auch professionelle Hilfe Schutz. Damit versuchen sie die ohnehin schwere Ankunft in Deutschland für die Menschen zu erleichtern“, erklärt Döcker. Dieses Engagement hat in der AWO lange Tradition, deren Mitglieder in der Zeit des Nationalsozialismus selbst leidvolle Erfahrungen mit Flucht und Verfolgung gemacht haben.

„Damit jedoch den Menschen geholfen werden kann, muss den Flüchtlingen an den EU Außengrenzen anders begegnet werden. Ziel darf nicht die Abschottung sein, sondern dass sie sicher auf unseren Kontinent gelangen. Darüber hinaus braucht es ein faires und verständnisvolles Asylverfahren und keine überbordende Bürokratie. Flüchtlingspolitik muss endlich menschlich sein“, betont das Vorstandsmitglied. Deshalb tritt die AWO dafür ein, Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer als gemeinsame europäische Aufgabe zu organisieren.

Die deutsche Zivilgesellschaft zeigt derzeit eine enorme Bereitschaft, Schutzsuchende aus akuten Krisengebieten aufzunehmen und zu versorgen. Zu oft versteckt sich jedoch die Politik hinter fadenscheinigen Zusagen wie im Falle der mittlerweile angekündigten 20 000 Aufnahmeplätze für Syrer. „In Wirklichkeit zieht sich die Aufnahme der syrischen Flüchtlinge unnötig in die Länge“, weiß Döcker zu berichten. Geflüchtete Syrer, die ein Visum auf eigene Faust in Nachbarländern ihrer Heimat beantragen, werden durch bürokratische Auflagen an der Einreise gehindert.

Zudem leistet AWO International als Fachverband der Arbeiterwohlfahrt beispielsweise in Syrien humanitäre Hilfe. 2,6 Millionen Menschen sind dort aufgrund des Bürgerkrieges in die Nachbarländer geflohen und über 6 Millionen sind innerhalb Syriens auf der Flucht. AWO International hat in Zusammenarbeit mit Partnern 120 000 Binnenflüchtlinge nahe Damaskus unterstützt. Zu den Projektmaßnahmen gehörten unter anderem die Versorgung mit Trinkwasser und die Verteilung von Hygieneartikeln. Zudem wurden in Aleppo dringend benötigte Medikamente für Krankenstationen verteilt und Menschen medizinisch versorgt. In den Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, welche AWO International in Asien und Südamerika umsetzt, spielt das Thema Sichere Migration eine zunehmend bedeutendere Rolle. Hier werden migrationswillige Menschen, die ihr Zuhause aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen, auf ihre Situation, ihre Rechte und Lebensbedingungen im Zielland vorbereitet.





Weltflüchtlingstag – Deutsche Regierung muss ihrer Verantwortung nachkommen!

20 06 2013

Berlin, 20. Juni 2013. Anlässlich des heutigen Weltflüchtlingstages fordert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Bundesregierung auf, den ca. 40.000 syrischen Staatsbürgern in Deutschland jenseits des geplanten Kontingents zu ermöglichen, ihre Familienangehörigen  bei sich aufzunehmen. Dieses scheitert in der Regel an den enormen rechtlichen und bürokratischen Hürden. Die Visa zur Einreise werden in vielen Fällen nicht erteilt.

„Menschen, die vor Verfolgung fliehen und in besonderem Maße schutzbedürftig sind, dürfen nicht von Grenzpolizisten abgewiesen oder in menschenunwürdigen Sammellagern an den Grenzen untergebracht werden“, kritisiert  AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker. „Alle Schutzsuchenden müssen einen effektiven Zugang zu einem fairen Asylverfahren erhalten“, so Döcker weiter.

Statt in den Flüchtlingsschutz investiert die EU jedoch in die Abschottung der Grenzen. Statt gemeinsam solidarisch zu handeln wälzen die EU-Regierungen die Verantwortung für die Flüchtlinge ab. Auch die Bundesregierung hat sich in den jahrelangen  Verhandlungen zum Asylpaket mehr für nationale Interessen und zu wenig für ein solidarisches europäisches Asylsystem eingesetzt.

Die Folgen dieser Politik sind schwere Menschenrechtsverletzungen in den EU-Randstaaten – etwa in Griechenland. In Notsituationen versagt das System, wie zum Beispiel während des Arabischen Frühlings oder  jetzt in der Syrienkrise. 2012 gab es laut EUROSTAT 335.365 Asylanträge in der EU, davon 77.650 in Deutschland. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Deutschland damit an zweiter Stelle, hinter Dänemark.








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