Toleranz in Wort und Bild – Wer was zu sagen hat … Originelle Darstellungen gesucht

10 08 2014

Mit dem Projekt „Aufgeschnappt – Augenblicke der Toleranz“ der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH erhalten die Menschen in Höhr-Grenzhausen diesen Sommer die Chance, im Rahmen von kostenlosen Fotoshootings offen zu zeigen, was für sie Toleranz bedeutet. Gesucht werden Statements, Szenen, Stories & Co. rund ums Thema Toleranz. Ziel des Projektes ist es, unterstützt durch originelle Darstellungen der Thematik in Wort und Bild Vorurteile in den Köpfen der Menschen zu zerschlagen, Klischees abzulösen und Tabus zu überwinden. Kurzum: für ein toleranteres, harmonisches Miteinander zu sorgen!
Zur Teilnahme an einem exklusiven Fotoshooting können sich Gruppen, Vereine, Firmen, Institutionen usw. telefonisch, per E-Mail oder online anmelden. Zudem besteht die Möglichkeit eines spontanen Fotoshootings zum Brunnenfest am 14.09.2014 auf dem Marktplatz in Höhr-Grenzhausen. Thorsten Siefert, Geschäftsführer der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH: „Mit dem Projekt möchten wir zeigen, dass in Höhr-Grenzhausen Toleranz gelebt wird, dass Menschen aus der Nachbarschaft hinter den Worten stehen.“ „Wir möchten über die Fotos zum Nachdenken anregen, Impulse für ein gutes Leben geben“, so Siefert weiter. Die Fotos und Statements werden in einem Bildband zusammengefasst und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, das Projekt wird über die Website http://www.awo-bildung-und-arbeit.de/Neues, Facebook http://www.facebook.com/groups/aufgeschnappt/ und Instagram awobuaww begleitet, auf Wunsch auch mit Ano- oder Pseudonomisierung. Weitere Informationen sind bei der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH telefonisch unter 02602/9239450 oder per E-Mail an toleranz@awo-bildung-und-arbeit.de erhältlich.
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ gefördert und ist eine Kooperation der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH mit der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen und dem AWO Ortsverein Höhr-Grenzhausen.

Toleranz in Höhr-Grenzhausen - Gesucht werden Statements, Szenen, Stories & Co. rund ums Thema Toleranz.

Toleranz in Höhr-Grenzhausen – Gesucht werden Statements, Szenen, Stories & Co. rund ums Thema Toleranz.





AWO unterstützt Berufliche Integration

4 12 2013

Berlin, 03. Dezember 2013. „Der dringende Handlungsbedarf ergibt sich aus der Tatsache, dass in Deutschland 7,5 Millionen Menschen zu den sogenannten funktionalen Analphabeten zählen“, erklärt AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler. Das hatte die leo.-Studie der Universität Hamburg herausgestellt. Zu funktionalen Analphabeten zählen Menschen, die zwar einzelne Buchstaben, Wörter oder auch Sätze schreiben können, ihre Kenntnisse reichen jedoch nicht aus, um Texte zu schreiben oder sinnerfassend zu lesen. Nur 56 Prozent der funktionalen Analphabeten gelingt es eine qualifizierende Ausbildung abzuschließen. Das erschwert den Zugang zum Arbeitsmarkt.

„Wir wollen das Problem angehen und den Menschen helfen. Deshalb ist die AWO Projektpartner in dem Projekt GRUBIN des Deutschen Volkshochschul-Verbands“, ergänzt der Bundesvorsitzende. Das Projekt initiiert Berufsbezogene Lese- und Schreibförderung. Dabei erarbeiten die Bildungs- und Beschäftigungsträger gemeinsam mit dem Volkshochschulverband Konzepte. „Es geht darum, dass Lese- und Schreibschwierigkeiten bei Teilnehmenden von Beschäftigungsprojekten früh erkannt werden. Dann kann man diese einschätzen, ansprechen und verbessern.“ Konkrete Schritte zur Förderung und nachhaltigen Begleitung von Menschen mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben wurden in dem Workshop-Konzept erarbeitet. Dieses finden Sie online unter: http://www.grundbildung.de/praxis/fortbildungen/konzepte/workshop/





Engagementbericht ersetzt keine Engagementpolitik

23 08 2012

Berlin, 22. August 2012. „Eine regelmäßige umfassende Bestandsaufnahme zum bürgerschaftlichen Engagement war überfällig“, begrüßt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler den bereits 2009 beschlossenen und heute vorgelegten Ersten Engagementbericht des Bundesfamilienministeriums. „Nun muss die Bundesregierung das neu gewonnene Wissen dazu nutzen, das bürgerschaftliche Engagement zu stärken“, fordert Stadler und ergänzt: „Bürgerschaftliches Engagement ist wichtig, doch es darf vom Staat nicht dazu missbraucht werden, sich aus seiner sozialen Verantwortung zu stehlen.“

„Die Bereitschaft der Menschen, sich freiwillig zu engagieren, wächst stetig. Diese Menschen benötigen aber mehr Begleitung, Förderung und Anerkennung“, betont Stadler. Dafür seien gesicherte hauptamtliche Strukturen nötig, wie zum Beispiel ein gutes und professionelles Freiwilligenmanagement, Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser und Qualifizierungseinrichtungen für Freiwillige. Eine gesicherte Förderung dieser Infrastruktur fehle derzeit. Es sei richtig, dass das zuständige Bundesministerium die enorme Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements erkannt hat, aber: „Freiwilligensurvey, Nationale Engagementstrategie, Nationales Forum für Engagement und Partizipation und der heutige Engagementbericht ersetzen keine notwendige Engagementpolitik“, erklärt Stadler.

Zudem dürfe bei aller Freude über engagierte Unternehmen nicht vergessen werden, dass dadurch weder gesicherte noch stabile Rahmenbedingungen entstünden. Ob so tatsächlich eine starke Bürgergesellschaft, wie sie die Bundesregierung anstrebt,  als Kooperationsmodell von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, entstehen könne, bliebe fraglich. „Wenn die Bundesregierung auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements setzt, darf damit kein weiterer Rückzug aus der Verantwortung und Finanzierung der Bundesregierung eingeläutet werden“, fordert Stadler.

Für die AWO als Verband ist das freiwillige Engagement von zentraler Bedeutung. Viele ihrer Dienste und Projekte widmen sich der Förderung von bürgerschaftlichem Engagement für die unterschiedlichsten Zielgruppen – ob Kinder, Jugendliche, Eltern, Senioren, Migranten oder Menschen mit Behinderung. In AWO Einrichtungen und Projekten wird Freiwilligenarbeit von und für Mitglieder und Nicht-Mitglieder geleistet. Darüber hinaus ist die AWO seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Träger von Freiwilligendiensten in Deutschland.





Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst: etabliert aber noch ausbaufähig

28 06 2012

Berlin. „Der Bundesfreiwilligendienst ist noch ausbaufähig, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts des Jahrestages seiner Einführung. Bei den meisten  Einsatzstellen hätte sich der Wechsel vom Zivildienst zum Freiwilligendienst positiv ausgewirkt. „Freiwillige sind hoch motiviert und engagiert“, zeigt sich Stadler zufrieden. Besonders in der direkten Arbeit mit Menschen wirke sich das sehr positiv aus, da so intensive zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut werden könnten.

Doch die AWO sieht durchaus Nachbesserungsbedarf beim Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Die Qualität der Bildung ist für Freiwilligendienste, die bei der AWO als Bildungs- und Orientierungszeit betrachtet werden, von immenser Bedeutung. Doch nach wie vor hat der Bund im BFD keine Qualitätskriterien für die pädagogische Betreuung vorgelegt“, bemängelt Stadler. Zudem müsse die wichtige Rolle der Träger in diesem Bereich endlich auch gesetzlich verankert werden. Wie im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) leisten die regionalen AWO-Träger die zentrale Begleitungs- und Bildungsarbeit und müssten direkt in die offiziellen Abläufe eingebunden werden, um unnötige bürokratische Hürden abzubauen. „Die Verwaltungsabläufe müssten insgesamt vereinfacht werden“, fordert Stadler. Um den BFD noch attraktiver zu gestalten, wären zudem bundeseinheitliche Regelungen etwa zur Anerkennung für Ausbildungs- oder Studiengänge wünschenswert.

Aktuell engagieren sich bei der AWO rund 1.650 Bundesfreiwillige. Dazu kommen die zahlreichen Neuverträge der Schulabgänger, die ab Herbst ihren BFD beginnen. Damit hat sich die Zahl der Menschen, die einen Freiwilligendienst bei der AWO leisten, seit letztem Jahr auf insgesamt ca. 4.700 fast verdoppelt. „Vor dem Hintergrund der starken Nachfrage benötigen wir mehr Mittel und zwar für den Bundesfreiwilligendienst und das FSJ“, betont Stadler.

Über zwei Drittel der Bundesfreiwilligen bei der AWO engagieren sich ein Jahr oder länger. Abgesehen von leichten regionalen Unterschieden, gibt es in etwa genauso viele männliche wie weibliche Freiwillige. Der überwiegende Teil der Bundesfreiwilligen bei der AWO ist unter 27 Jahre (79 Prozent). Besonders viele ältere Freiwillige gibt es in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 60 Prozent der Freiwilligen leistet einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst, knapp zehn Prozent sind bis zu 18 Monate im Einsatz. Die übrigen 30 Prozent der Freiwilligen engagieren sich zwischen sechs und elf Monaten. Kitas, Jugendzentren, offene Ganztagsschulen und Seniorenzentren sind sowohl im Bundesfreiwilligendienst, als auch im FSJ die beliebtesten Einsatzbereiche.





Gleichstellung von Menschen mit Behinderung muss endlich kommen!

4 05 2012

Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2012 fordert die AWO die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. „Nur durch den Abbau von Barrieren kann gewährleistet werden, dass alle Menschen mit Behinderung gleichberechtigt mit anderen an unserer Gesellschaft teilnehmen können“, betont AWO Vorstand Brigitte Döcker. Die AWO tritt deshalb verstärkt für die Umsetzung der Leitidee der Inklusion ein. „Wir sind der Auffassung“, so Döcker, „dass Inklusion nur in einer Gesellschaft möglich ist, in der die Menschen sozial gesichert leben und arbeiten können. Hierfür müssen endlich die rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen geschaffen werden.“

Inklusion bedeutet im weiteren Sinne den Einschluss aller Menschen in die Gesellschaft, unabhängig davon, ob mit oder ohne Behinderung. Eine erfolgreiche Umsetzung von Inklusion bedarf also eines grundlegenden Umdenkens in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt. „Die AWO fordert vor allem aber die Politik auf, weit über gesetzlich bestehende Möglichkeiten hinaus, Menschen mit Behinderung ein selbstverständliches Recht auf Mitbestimmung einzuräumen“, unterstreicht AWO Vorstand Döcker. ‚Nichts ohne sie, nichts über sie‘ müsse zukünftig das politische Handeln auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene kennzeichnen. Dazu gehöre etwa auch die aktive Einbeziehung in die Gesetzgebungsverfahren

Einen ersten entscheidenden Schritt hat der AWO Bundesverband mit dem Aufbau eines eigenen Büros‘ für Leichte Sprache unternommen.





Gesundheitsministerium muss die Zukunft der Pflege endlich ernst nehmen

1 03 2012

„Hoffentlich ist es Bundesgesundheitsminister Bahr tatsächlich ernst damit, die Zukunft der Pflege gestalten zu wollen“, so AWO Bundesvorstand Brigitte Döcker anlässlich der morgigen Sitzung des Beirates zum Pflegebedürftigkeitsbegriff.

Bereits im Mai 2009 hatte der damalige Vorsitzende des Beirats Jürgen Gohde einen Bericht mit Vorschlägen zur Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übergeben. „Offen sind seitdem weniger die technischen Fragen der Einführung als vielmehr die politischen Weichenstellungen zur Umsetzung“, kritisiert Döcker. Ungeklärt sei etwa die Frage, welches Finanzvolumen für die Umsetzung zur Verfügung gestellt werde. Wenn es das Bundesgesundheitsministerium „ernst meint mit dem Pflegebeirat, dann muss es endlich die Karten auf den Tisch legen und Rahmenbedingungen zur Umsetzung der bereits bestehenden Vorschläge benennen und zugleich das Ziel und den Auftrag für die Arbeit des ‚neuen‘ Beirats klar darlegen“, fordert Döcker. Ansonsten bleibe der Verdacht bestehen, dass der wiederbelebte Beirat nur eine Alibi-Veranstaltung sei, um darüber hinwegzutäuschen, „dass diese Bundesregierung die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs einmal mehr auf unbestimmte Zeit verschiebt und so die betroffenen Menschen immer weiter aus dem Blick verliert“, betont AWO Vorstand Brigitte Döcker.





Zu wenige Langzeitarbeitslose profitieren von Arbeitsmarktentwicklung

1 02 2012

Der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler erklärt zur neuesten Beschäftigungsstatistik und den Angaben des Bundesarbeitsministeriums zu den Langzeitarbeitslosen:

Berlin, 31. Januar 2012. „Wenn im Jahr 2011 nur 14,9 Prozent aller Langzeitarbeitslosen eine feste Anstellung finden konnten, geht die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt an zu vielen  Menschen vorbei. Die Spaltung des Arbeitsmarktes wird sich weiter verfestigen, wenn die Bundesregierung sich nicht stärker bemüht, Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit der derzeitigen Ausrichtung der Arbeitsmarktpolitik kommen wir aber an den harten Kern der Arbeitslosigkeit überhaupt nicht heran. Dafür muss Frau von der Leyen dringend ein neues Konzept entwickeln.

Langzeitarbeitslosigkeit kann durchaus erfolgreich bekämpft werden. Dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den letzten Jahren so zurückging, zeigt doch, dass die Fördermittel gut angelegt waren. Es war ein schwerer Fehler, im Zuge der Arbeitsmarktreform genau die arbeitsmarktpolitischen Instrumente zu beschneiden, die langzeitarbeitslose und besonders benachteiligte Menschen unterstützen.

Wir brauchen einen Sozialen Arbeitsmarkt, der denen, die bislang von den gesellschaftlichen Entwicklungen abgehängt werden, Möglichkeiten bietet, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Wir müssen Menschen eine Perspektive geben, auch und gerade dann, wenn eine direkte Integration in den ersten Arbeitsmarkt erst einmal nicht realistisch erscheint.“





AWO begrüßt Initiative für Politik in „Leichter Sprache“

25 01 2012

Berlin, 25. Januar 2012. „Leichte Sprache leistet einen entscheidenden Beitrag dafür, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker und fügt hinzu: „Deshalb begrüßt die AWO die Initiative der früheren Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, dass künftig wesentliche Entscheidungen des Bundestages in Leichte Sprache übersetzt werden.“ Die AWO eröffnete bereits vor knapp einem Jahr ein Übersetzungsbüro für Leichte Sprache, in dem Texte und Informationen übersetzt und von Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Lesbarkeit und Verstehbarkeit geprüft werden. „Die vielen Anfragen für Übersetzungsarbeiten zeigen uns, dass es dafür einen großen Bedarf gibt“, erklärt Döcker.

Mit der Darstellung von Informationen und Dokumenten in Leichter Sprache können Menschen mit Behinderungen, aber zum Beispiel auch Migranten mit geringen Deutschkenntnissen diese Informationen verstehen und verwenden und so selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Die übersetzten Materialien verbessern damit die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig. Die AWO leistet mit dem Büro für Leichte Sprache einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung des Artikels 9 der UN-Behindertenrechtskonvention, der die Zugänglichkeit zu Information und Kommunikation in einfachen Formaten fordert.

Leichte Sprache auch Einfache Sprache genannt, ist eine besonders leicht verständliche sprachliche Ausdrucksweise. Sie soll vor allem Menschen mit geringen sprachlichen Fähigkeiten das Verständnis von Texten erleichtern und ist  damit eine Form der Barrierefreiheit.

 





Gutachten belegt: Pflege-Bürgerversicherung rechnet sich!

15 01 2012

„Dieses Ergebnis beweist, dass die Pflege-Bürgerversicherung nicht nur gerecht, sondern auch ohne zusätzliche Kosten umsetzbar ist“, begrüßt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler das Resultat eines Gutachtens von Prof. Heinz Rothgang. „Die Pflege-Bürgerversicherung kann allen Bürgern eine ausreichende Absicherung gewährleisten und macht eine private Zusatzversicherung überflüssig“, erklärt Prof. Rothgang. „Während der Bundesgesundheitsminister seit Monaten kein Konzept für eine nachhaltige Versorgung im Falle einer Pflegebedürftigkeit zustande bringt, kann die AWO jetzt beweisen, dass die Pflege-Bürgerversicherung den Beitragssatz sogar bis 2050 unter drei Prozent stabilisieren würde“, versichert Stadler.

Die AWO beauftragte Prof. Heinz Rothgang von der Uni Bremen, die finanzielle Machbarkeit einer Pflege-Bürgerversicherung zu prüfen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine Pflege-Bürgerversicherung sogar Leistungsverbesserungen für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen möglich machen würde. „Das grundsätzliche Problem der Sozialen Pflegeversicherung liegt in ihrer Einnahmeschwäche. Die Mehreinnahmen, die wir durch die Einbeziehung der gesamten Bevölkerung, die Verbeitragung aller Einkommensarten in einer Säule und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze auf die derzeit in der Rentenver­si­che­rung geltende Höhe von 5.500 Euro pro Monat erzielen, lösen dieses Problem. Auch die sofortige Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffes wird möglich“, betont Stadler. „Selbst wenn weitere Leistungsverbesserungen vorgenommen, alle Leistungen dynamisiert und sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 verdoppeln würde, kann mit der Pflege-Bürgerversicherung der Beitragssatz bis 2050 unter drei Prozent gehalten werden“, ergänzt Prof. Rothgang.

Die AWO fordert seit langem die Einführung einer Pflege-Bürgerversicherung als solidarische Finanzierungsgrundlage in der Pflegeversicherung. „Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verminderung von sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit“, betont Stadler. Die Umwandlung der Sozialen Pflegeversicherung in eine Bürgerversicherung würde die strukturelle Einnahmeschwäche an der Wurzel packen, da ein Übertritt in die Private Pflegeversicherung dann nicht mehr möglich wäre und auch eine sinkende Lohnquote durch Berücksichtigung aller Einkommensarten nicht mehr zu einer Verringerung der beitragspflichtigen Einnahmen führen würde. „In der Pflegeversicherung macht die Aufteilung in eine gesetzliche und eine private Versicherung überhaupt keinen Sinn mehr, da das Leistungsrecht beider Systeme absolut identisch ist. Das kostet nur unnötig Geld“, erklärt Stadler. Die Pflege-Bürgerversicherung würde hingegen bei einer sofortigen Einführung ohne Berücksichtigung von Übergangsregelungen den zum Budgetaus­gleich notwendigen Beitragssatz um 0,4 Beitragssatzpunkte reduzieren. „Deshalb fordert die AWO die Politik und insbesondere Minister Bahr auf, endlich zu handeln und die verfassungskonforme Umsetzung einer Pflege-Bürgerversicherung auf den Weg zu bringen“, bekräftigt der AWO Bundesvorsitzende.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung des Gutachens.

Das Gesamtgutachten finden Sie hier.





Freiwilligendienste ersetzen Förderung Langzeitarbeitsloser nicht

14 01 2012

Berlin, 14. Januar 2012. „Die Freiwilligendienste können die wegrationalisierten Maßnahmen zur Förderung und Eingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen
nicht ersetzen“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die gestern von der Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesfamilienministerium vorgestellte Kooperation zwischen Mehrgenerationenhäusern und den Agenturen für Arbeit. „Arbeitssuchenden einen Möglichkeit zu bieten sich einzubringen, ist richtig und wichtig, dennoch kann es nicht Aufgabe der Jobcenter sein, langzeitarbeitslose Menschen für einen Freiwilligendienst zu rekrutieren“, betont Stadler.

„Die AWO steht für ein selbstbestimmtes und mit den eigenen Interessen verknüpfbares freiwilliges Engagement“, erklärt Stadler und fügt hinzu: „Nur, wenn die Menschen davon überzeugt sind, dass sich soziales Engagement lohnt, haben alle etwas davon.“ Da Jobcenter aber zum Teil Druck auf ihre Kunden ausüben, ihre Angebote anzunehmen, könnte die Freiwilligkeit nicht immer gegeben sein. „Die Reform des Arbeitsmarktes hat große Lücken hinterlassen. Diese Kooperation wird sie nicht ansatzweise schließen können“, erklärt Stadler abschließend








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