Debatte für eine konsistente Gleichstellungspolitik

1 03 2013

Der Bundestag greift mit seiner heutigen Debatte zur Gleichstellung endlich die Empfehlungen des Gutachtens zum Gleichstellungsbericht von 2011 auf. Die Sachverständigen haben sich für eine im gesamten Lebensverlauf schlüssige Gleichstellungspolitik ausgesprochen. „Bestehende rechtliche Vorgaben sind widersprüchlich und setzen falsche Anreize“, kritisiert AWO-Vorstand Wolfgang Stadler. So geht das Unterhaltsrecht von Frauen und Männern aus, die finanziell für sich selber verantwortlich sind: Steuerrecht und Leistungen wie das gerade vereinbarte Betreuungsgeld stärken hingegen traditionelle Rollenaufteilungen und setzen ebenso Fehlanreize wie die Ausweitung der Minijobs. Die Konsequenzen dieser Politik tragen überwiegend Frauen, die häufig prekären und schlechter bezahlten Erwerbstätigkeiten nachgehen, die die eigene Existenzsicherung nicht gewährleisten. Fehlende Kinderbetreuung und eine Familienpflegezeit, die diesen Namen nicht verdient, verstärken die Negativeffekte zusätzlich.

Die AWO fordert eine Gleichstellungspolitik, die Frauen und Männern gleiche Teilhabechancen im Erwerbsleben ermöglicht und eine gleichberechtigte Verantwortung für familiäre Sorgearbeit fördert. „Ob Mindestlohn, Entgeltgleichheit oder Quote, die Zeit der Appelle und freiwilligen Selbstverpflichtung ist vorbei, wenn wir bei der Gleichstellung von Frauen und Männern weiterkommen wollen“, so Stadler abschließend.

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AWO unterstützt Gesetzesinitiative zur gleichen Bezahlung von Frauen und Männern

15 06 2012

Berlin. „Mit freiwilligen Maßnahmen der Arbeitgeber kommen wir nicht weiter“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Unterstützung der AWO für die Gesetzesinitiative der SPD, die per Gesetz und notfalls mit Bußgeldern eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen durchsetzen will. „Offensichtlich geht es nicht ohne staatliche Regulierung“, erklärt Stadler, denn obwohl ungleiche Bezahlung eigentlich bereits durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Europarecht untersagt ist, herrscht in Deutschland zwischen den Geschlechtern ein Lohngefälle von durchschnittlichen 23 Prozent.

Dreh- und Angelpunkt des Gesetzes ist eine transparente Gehaltsstruktur, die von Unternehmen zukünftig offengelegt werden soll. „Auch wenn der vorliegende Gesetzentwurf noch nicht alle Details geklärt hat, ist die Richtung richtig und wichtig. Wir hoffen, dass ein solches Gesetz schon bald politische Mehrheiten findet“, betont Stadler. Zudem regt er an, die deutsche Antidiskriminierungsstelle zu einer Ombudsstelle nach schwedischem Vorbild auszubauen. Dafür müsste sie in jedem Fall über deutlich mehr Ressourcen verfügen, denn nur so kann tatsächlich dafür gesorgt werden, dass niemand wegen seines Geschlechts, Alters, Herkunft oder anderer persönlicher Merkmale diskriminiert wird.








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