AWO fordert überzeugende Strategie im Flüchtlingsumgang

12 12 2014

AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker zum gestrigen Flüchtlingsgipfel:
Berlin. „Es ist beschämend, dass die derzeitige Debatte um die Aufnahme von Flüchtlingen vor allem von Wörtern wie Überlastung, Schwemme oder Notstand bestimmt wird. Zurzeit lässt die Bundesregierung keine überzeugende Strategie im Umgang mit den steigenden Flüchtlingszahlen erkennen. Die Gestaltung der Flüchtlingsaufnahme ist aber ein Gradmesser für den Zustand unserer Demokratie, deshalb benötigen wir gerade bei steigenden Flüchtlingszahlen bundesweit verbindliche Standards im Hinblick auf Art und Qualität der Unterkünfte.
Wir erwarten, dass Bund und Länder auf dem heutigen Gipfel nicht nur über finanzielle Entlastungen sprechen, sondern auch über inhaltliche Fragen wie bundesweite Standards zur Unterbringung und dass dabei auch zukünftig die Zivilgesellschaft eingebunden wird. Unterkünfte müssen beispielsweise nicht nur in die lokale Infrastruktur eingebunden sein, damit Kinder und Jugendliche Kindertageseinrichtungen und Schulen gut erreichen können, sondern die Infrastruktur muss auch entsprechend ausgestattet werden, zum Beispiel durch zusätzliche Lehrer- und Erzieherstellen
Die Gesetzesinitiative zur Umverteilung von jugendlichen Alleinreisenden lehnt die AWO ab, da es dem Vorrang des Kindeswohls widerspricht. Dieses Vorhaben ist auch nicht nachvollziehbar, da derzeit die Verteilung der erwachsenen Flüchtlinge nach dem so genannten „Königsteiner-Schlüssel“ diskutiert wird, da sich zeigt, dass diese in der Praxis nicht funktioniert. Wir fordern Bund und Länder auf, ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Die Expertise der AWO stellen wir dafür gerne zur Verfügung.“

Werbeanzeigen




AWO mit neuem Rentenkonzept: Kürzungen stoppen, Altersarmut verhindern, Lebensstandard sichern!

1 07 2014

Berlin, 01. Juli 2014. „Es bedarf weitergehender Anstrengungen, um die Alterssicherung in Deutschland zukunftsfest zu machen“ erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler am Dienstag in Berlin. Die AWO legt ein eigenes Rentenkonzept vor, mit dem Altersarmut wirksam begegnet werden kann. Das Papier verweist auf besorgniserregende Trends – gerade bei der Rentenentwicklung. „Wie sehen, dass die Einkommensverluste der Rentnerinnen und Rentner immer drastischer werden“, berichtet Stadler.

Das Rentenpapier der AWO setzt auf die solidarische und dynamische Rentenversicherung, die auch in Zukunft dazu geeignet ist, die bestehenden und sich abzeichnenden Probleme zu lösen. „Die Prämisse, dass Menschen, die ihr Leben lang viel gearbeitet haben, auch im Alter auf eine lebensstandardsichernde Rente bauen können, ist unverzichtbar“, so Stadler. „Die Rente muss dazu wieder auf jährlichen und lohnorientierten Rentenanpassungen basieren. Sicherzustellen ist, dass diese Anpassungen mindestens die inflationsbedingten Wertverluste der Renten auffangen.“ Die AWO fordert in diesem Zusammenhang eine Streichung der Dämpfungsfaktoren aus der Rentenanpassungsformel. Das Prinzip der paritätischen Finanzierung ist wieder zu stärken. Zusätzliche Absicherungen können durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein, jedoch ist die Rentenkürzungspolitik der letzten Jahre mit Verweis auf eine zusätzliche, kapitalgedeckte Versicherung für die AWO nicht weiter tragbar. Die Alterssicherung zunehmend auf kapitalgedeckte Versicherungen zu stützen ist grundsätzlich der falsche Weg. Klar ist: Ohne echte Arbeitsmarktreformen wird jedes Rentenkonzept ins Leere laufen. Eine gute Rente basiert auf einer soliden Erwerbsbiografie.

Zu den wichtigsten Forderungen der AWO gehört auch die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung, die alle gesellschaftlichen Gruppen umfasst. Dabei geht es zum einen darum, dass perspektivisch durch Einbeziehung derjenigen, die außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert sind (z.B. Politiker, Beamte und Freie Berufe etc.), die Basis der solidarischen Sozialversicherung verbreitert wird. Zum anderen geht es um eine dringend gebotene bessere Absicherung derjenigen, die kaum Ansprüche auf Leistungen im Alter haben (z.B. viele Soloselbstständige).

Damit sich Vorsorge in jedem Fall lohnt, schließt sich die AWO den Forderungen nach Rentenfreibeträgen in der Grundsicherung im Alter an. Nach geltendem Recht wird jedes Einkommen auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angerechnet, so dass Viele gar nicht von ihren Renteneinkünften profitieren. Das Rentenfreibetragsmodell wirkt dem entgegen. So wird auch die Gerechtigkeitslücke geschlossen, dass diejenigen, die gar nicht oder kaum gearbeitet haben, über die Grundsicherung im Alter dieselben Einkünfte erzielen wie diejenigen, die eigene Renteneinkommen knapp unterhalb der Grundsicherung erwirtschaftet haben. Eine Ausweitung der Freibeträge auf Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung würde sicherstellen, dass alle, die durch Erwerbsarbeit Vorleistungen aus der Rentenversicherung erwerben konnten, Alterseinkünfte oberhalb des Grundsicherungsniveaus haben.

„Das ist ein Modell für die von der Bundesregierung angekündigte solidarische Lebensleistungsrente“, unterstreicht Stadler.

Zusätzlich bedarf es einer Angleichung der Renten in Ost und West. Trotz der positiven Entwicklung in diesem Jahr beträgt der Abstand zwischen Ost und West ca. acht Prozentpunkte. Die im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen für eine vollständige Angleichung der Rentenwerte müssen sofort eingeleitet werden. Geschieht dies nicht, rückt die überfällige Angleichung in weite Ferne.

Das Rentenpapier der AWO wurde inhaltlich von der AWO Bundeskonferenz Ende 2012 auf den Weg gebracht und dann im Präsidium des AWO Bundesverbands weiterentwickelt und in ein eigenes Konzept gegossen.





AWO fördert konsequente Qualitätsentwicklung in der Pflege

13 11 2011

Berlin, 10. November 2011. „Ziel der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung in der Pflege muss zuallererst das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen sein“, fordert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich des heutigen Weltqualitätstages. In den Einrichtungen der AWO spielt die Qualitätsentwicklung eine sehr wichtige Rolle. „Unser Ziel ist eine kontinuierlich gute Qualität der Pflege und der Lebensqualität in unseren Pflegeeinrichtungen. Deshalb konnten wir in den Qualitätsprüfungen, die die Medizinischen Dienste der Krankenkassen durchführen, überdurchschnittliche Ergebnisse erreichen“, betont Döcker.

Die AWO arbeitet seit über zehn Jahren mit ihrem AWO-Qualitätsmanagement-Konzept an Steuerungsinstrumenten, die den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Pflegeeinrichtungen unterstützen. Grundlegend für die interne Überprüfung und Weiterentwicklung der Pflegequalität ist dabei der Einsatz von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität. Gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden regte die AWO die Entwicklung von Ergebnisqualitätsindikatoren in der Pflege an. In einem Projekt mit den beiden für Pflege zuständigen Bundesministerien wurde ein wissenschaftlich fundiertes Set von Ergebnisqualitätsindikatoren entwickelt und erprobt. Die AWO fordert die konsequente Anwendung dieser Indikatoren. Die Qualität der Pflege muss durchgängig an dem ausgerichtet werden, was bei den pflegebedürftigen Menschen ankommt Dieses betrifft auch die Qualitätsprüfungen.

Die bisher üblichen Prüfungen des MDK würden erhebliche fachliche Mängelaufweisen, die in der Folge manchmal zu  fragwürdigen Ergebnissen führten. „Die externe Qualitätsprüfung auf Basis der wissenschaftlich fundierten Ergebnisindikatoren führt zu einer viel höheren Bewertungssicherheit. Zudem wäre damit das bisher praktizierte und äußerst fragwürdige Gießkannenprinzip der Qualitätsprüfung obsolet“, erklärt Döcker.








%d Bloggern gefällt das: