Mehr Geld für Kita-Ausbau – Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein

31 01 2013
Berlin, 31. Januar 2013. „Es ist ein großer Tropfen, aber er trifft auf einen sehr heißen Stein“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler den heute anstehenden Beschluss des Bundestages zusätzlich 580 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung zu investieren. „Für die Einhaltung des Rechtsanspruches wird es vielerorts nicht reichen, dazu ist die Lücke zwischen  Bedarf und Angebot einfach zu groß“, erklärt Stadler im Hinblick auf den in sechs Monaten in Kraft tretenden Anspruch auf einen Betreuungsplatz und ergänzt: „Einmalige Investitionen helfen wenig.
 
Der Knackpunkt sind die Betriebskosten der Kitas – hieran muss sich der Bund dauerhaft beteiligen.“
 

„Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz trägt erheblich zur sozialen Gerechtigkeit bei“, erklärt Stadler, denn von ihm würden besonders Kinder aus bildungsfernen Haushalten profitieren. Das unterstreicht auch der gestern dem  Bundeskabinett vorgelegte 14. Kinder- und Jugendbericht, demzufolge Chancengerechtigkeit nur hergestellt werden könne, wenn bereits Kleinkinder die gleichen Bedingungen und Möglichkeiten für den Erwerb von Kompetenzen bekämen. Deshalb müsste der Bund, aber auch die Länder sicherstellen, dass es auch in finanzschwachen Kommunen einen bedarfsgerechten Kita-Ausbau gibt. „Der Termin zur Einführung des Rechtsanspruches muss unbedingt eingehalten und er muss ohne Abstriche an der Qualität der Betreuung umgesetzt werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende.

 

Aktuellen Schätzungen zufolge würden noch mindestens 200.000 Betreuungsplätze fehlen. Somit müssten im Zeitraum von März 2012 bis August 2013 ebenso viele Plätze geschaffen werden, wie in den vergangenen vier Jahren zusammen. „Bund, Länder und Kommunen können diese Herausforderung nur gemeinsam lösen. Sich weiterhin vor einem „Krippengipfel“ zu drücken, wird der hohen Verantwortung nicht gerecht“, erklärt Stadler abschließend.

Die AWO setzt sich im Rahmen ihrer Kampagne „jetzt schlägt´s 13“ für mehr Kita-Plätze bei hoher Betreuungsqualität ein.

 




Ausbau der Kinderbetreuung bleibt das Ziel

20 09 2012

Das ist leider eine beunruhigende Nachricht zum heutigen Weltkindertag“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der Einlassungen kommunaler Spitzenvertreter, wonach der geplante Betreuungsplatzausbau für Kinder unter drei Jahren bis 2013 schon jetzt für unrealistisch erklärt wird.

„Das in diesem Zusammenhang angedachte ‚Platzsharing‘ stimmt dabei sehr nachdenklich, ist es doch organisatorisch wie pädagogisch mehr als heikel“, betont Stadler. „Kitas brauchen Planungssicherheit und Kinder brauchen feste Bezugspersonen. Dies aber funktioniert schlicht und einfach nicht im ‚Schichtdienst‘“.

Das Kita-Personal stehe schon jetzt vor erheblichen Anforderungen im Alltag. Wenn ihnen jetzt „auch noch die pädagogische Arbeit mit wechselnden Kindergruppen zugemutet werden soll, erhöhen wir die Anforderungen unnötig und machen den Beruf damit sicher nicht attraktiver“, gibt Stadler zu bedenken.

„Der Hilferuf der Kommunen ist ernst nehmen, aber dennoch muss der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz U3 ab August 2013 weiter das Ziel bleiben“, so Wolfgang Stadler. „Uns allen muss Kindertagespflege etwas wert sein. Diese gibt es nicht zum Nulltarif und schon gar nicht auf Kosten von Qualität“, betont der AWO Bundesvorsitzende.

Nötig seien endlich finanzielle Rahmenbedingungen für eine verlässliches Qualität und mehr Angebote in der Kindertagespflege. Dabei dürften die Kommunen mit ihren Problemen nicht alleingelassen werden. Vielleicht lohnt ein Blick nach Nordrhein-Westfalen. Hier habe das Land erhebliche zusätzliche Mittel für den Betreuungsausbau zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Thema Ausbau U3 unter kita-kampagne.awo.org





Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst: etabliert aber noch ausbaufähig

28 06 2012

Berlin. „Der Bundesfreiwilligendienst ist noch ausbaufähig, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts des Jahrestages seiner Einführung. Bei den meisten  Einsatzstellen hätte sich der Wechsel vom Zivildienst zum Freiwilligendienst positiv ausgewirkt. „Freiwillige sind hoch motiviert und engagiert“, zeigt sich Stadler zufrieden. Besonders in der direkten Arbeit mit Menschen wirke sich das sehr positiv aus, da so intensive zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut werden könnten.

Doch die AWO sieht durchaus Nachbesserungsbedarf beim Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Die Qualität der Bildung ist für Freiwilligendienste, die bei der AWO als Bildungs- und Orientierungszeit betrachtet werden, von immenser Bedeutung. Doch nach wie vor hat der Bund im BFD keine Qualitätskriterien für die pädagogische Betreuung vorgelegt“, bemängelt Stadler. Zudem müsse die wichtige Rolle der Träger in diesem Bereich endlich auch gesetzlich verankert werden. Wie im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) leisten die regionalen AWO-Träger die zentrale Begleitungs- und Bildungsarbeit und müssten direkt in die offiziellen Abläufe eingebunden werden, um unnötige bürokratische Hürden abzubauen. „Die Verwaltungsabläufe müssten insgesamt vereinfacht werden“, fordert Stadler. Um den BFD noch attraktiver zu gestalten, wären zudem bundeseinheitliche Regelungen etwa zur Anerkennung für Ausbildungs- oder Studiengänge wünschenswert.

Aktuell engagieren sich bei der AWO rund 1.650 Bundesfreiwillige. Dazu kommen die zahlreichen Neuverträge der Schulabgänger, die ab Herbst ihren BFD beginnen. Damit hat sich die Zahl der Menschen, die einen Freiwilligendienst bei der AWO leisten, seit letztem Jahr auf insgesamt ca. 4.700 fast verdoppelt. „Vor dem Hintergrund der starken Nachfrage benötigen wir mehr Mittel und zwar für den Bundesfreiwilligendienst und das FSJ“, betont Stadler.

Über zwei Drittel der Bundesfreiwilligen bei der AWO engagieren sich ein Jahr oder länger. Abgesehen von leichten regionalen Unterschieden, gibt es in etwa genauso viele männliche wie weibliche Freiwillige. Der überwiegende Teil der Bundesfreiwilligen bei der AWO ist unter 27 Jahre (79 Prozent). Besonders viele ältere Freiwillige gibt es in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 60 Prozent der Freiwilligen leistet einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst, knapp zehn Prozent sind bis zu 18 Monate im Einsatz. Die übrigen 30 Prozent der Freiwilligen engagieren sich zwischen sechs und elf Monaten. Kitas, Jugendzentren, offene Ganztagsschulen und Seniorenzentren sind sowohl im Bundesfreiwilligendienst, als auch im FSJ die beliebtesten Einsatzbereiche.








%d Bloggern gefällt das: