Keine Toleranz für Rassismus: AWO zum Internationalen Tag der Migranten

18 12 2014

Berlin, 18. Dezember 2014. Vor dem Hintergrund aktueller sogenannter Montagsdemonstrationen ist die Botschaft des Internationalen Tages der Migranten umso stärker hervorzuheben. An diesem von den Vereinten Nationen initiierten Tag geht es um nicht weniger als darum, den Schutz und die Rechte von Migranten zu betonen. „Es gibt keinen Grund, Verständnis mit Menschen zu haben, die gegen die Rechte von anderen Menschen in unserer Gesellschaft auf die Straße gehen. Die Arbeiterwohlfahrt hat sich in ihrer langen Tradition immer gegen die Ausgrenzung gesellschaftlicher Gruppen ausgesprochen und wird daran entschieden festhalten“, erklärt AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler.

In diesen Tagen sind Politik und Gesellschaft gleichermaßen gefordert, mit klaren Worten der Verleumdung von gesellschaftlichen Gruppen entgegenzutreten. „Wir müssen jedwede Vorurteile gegen Menschen anderen Glaubens oder mit Migrationshintergrund politisch bekämpfen. Es ist fatal, wichtige Themen wie den Umgang mit Flüchtlingen oder mit einer zunehmenden, erfreulichen Pluralisierung unserer Gesellschaft, rückwärtsgewandten Populisten zu überlassen“, hebt der Vorstandsvorsitzende hervor.

Die Arbeiterwohlfahrt ist überzeugt, dass Ausgrenzung und Abschottung schlechte Ratgeber für die Gestaltung der politischen Zukunft sind. „In der Menschheitsgeschichte war Migration schon immer ein Motor für gesellschaftliche Erneuerungen. Der heutige Tag der Migranten soll daran erinnern, dass der Mut, der Freiheitswille, die Risikobereitschaft und die Energie, die Migranten aufbringen, um ihre Heimat zu verlassen, ein Gewinn für die Ankunftsländer bedeuten. Vielfalt statt Einfalt in den Köpfen, sollte das Motto der Bundesrepublik sein“, schließt Stadler ab.

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Risiko von Armut und sozialer Ausgrenzung unverändert hoch – AWO fordert echte Reformen und Veränderungen

17 12 2014

Berlin, 16. Dezember 2014. „Die Zahl derer, die in unserem Land von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind, ist in den vergangenen fünf Jahren konstant hoch geblieben. Keinesfalls dürfen wir uns dahinter verstecken, dass der Anteil armer und sozial ausgegrenzter Menschen in der gesamten Europäischen Union mit 24,5 Prozent noch höher ist als in Deutschland“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler das heute vom Statistischen Bundesamt vorgestellte Ergebnis der Erhebung LEBEN IN EUROPA (EU-SILC).

16,2 Millionen Menschen waren in Deutschland im vergangenen Jahr von Armut und Sozialer Ausgrenzung betroffen. Dies entspricht 20,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. „Wir spüren immer deutlicher, dass der nationale Sozialstaat im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt an seine Grenzen stößt. Die erzwungene Austeritätspolitik und eine zunehmende Konkurrenz der Sozialsysteme führen automatisch zu einem Sozialstaatsabbau und einer Zunahme von Ungleichheiten. Es ist dringend geboten, ein weiteres Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern“, betont Wolfgang Stadler.

„Was wir brauchen sind Reformen und Veränderungen, die direkt und unmittelbar allen Mitgliedern der Gesellschaft helfen, soziale Probleme und deren Auswirkungen zu überwinden. Investieren müssen wir nicht nur in Bildung und Betreuung, um so die gleichen Teilhabechancen für alle Kinder herzustellen“, so Stadler weiter. „Wir müssen uns auch für eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik stark machen, die Qualifizierungs- und Beschäftigungskonzepte im Interesse der Erwerbslosen vorsieht.“ Auch das System der Grundsicherung sei an mehreren Punkten zu überarbeiten: die Berechnung der SGB II-Regelbedarfe müsse neu angesetzt und um qualitative Erhebungen ergänzt werden und die Frage der Zumutbarkeit von Arbeitsangeboten für Arbeitsuchende müsse neu in den Blick genommen werden. „Nur mit solch einem Gesamtkonzept kann es gelingen, Ungleichheiten zu überwinden und den solidarischen Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken“, bekräftigt Stadler.

Die EU-SILC ist eine europaweit vergleichbare Datenquelle über Einkommen, Armut und Lebensbedingungen in Europa. Ihre Erhebung wird in Deutschland seit 2005 unter der Bezeichnung LEBEN IN EUROPA durchgeführt. Armut und Soziale Ausgrenzung ist nach der Definition für die Erhebung dann gegeben, wenn eines oder mehrere der drei Kriterien „Armutsgefährdung“, „erhebliche materielle Entbehrung“ und „Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung“ vorliegen.





AWO fordert Abbau von Ausgrenzungsmechanismen für mehr Teilhabe in unserer Gesellschaft – Zweiter Gemeinsamer Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

15 08 2013

Berlin, 14. August 2013. „Die wissenschaftliche Untersuchung belegt, in welchem Maße Diskriminierung und Ausgrenzung in Kernbereichen unserer Gesellschaft verankert sind“, kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker den gestern vorgelegten Zweiten Gemeinsamen Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zu Diskriminierungen im Bildungsbereich und im Arbeitsleben.

Grundlage des Berichts sind zwei von der ADS in Auftrag gegebene Studien  zu Diskriminierung im (vor)schulischen Bereich sowie zu Chancengleichheit im Bildungsbereich und im Arbeitsleben. Es wird festgestellt, dass bereits im Bereich der frühkindlichen Betreuung eine Segregation zwischen verschiedenen Gruppen vorgenommen wird. Kinder mit Behinderungen, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit niedriger sozialer Herkunft werden so bereits stigmatisiert und in separaten Einrichtungen betreut.

„Bereits die Kleinsten sind mit diesen Selektionsmechanismen konfrontiert und die Chancen zur Teilhabe hängen maßgeblich davon ab, in wie weit wir es schaffen, diese Ausgrenzungspraxis abzubauen“, so Döcker weiter.

Auch im Arbeitsleben findet laut der vorgelegten Studie eine deutliche Benachteiligung nach bestimmten Gruppenzugehörigkeiten statt. So werden ältere Arbeitnehmer, Menschen mit Behinderungen oder Menschen mit Migrationshintergrund bei Bewerbungsverfahren häufig benachteiligt.

„Bildung und Zugangsmöglichkeiten zu Arbeit entscheiden wesentlich über die Teilhabemöglichkeiten in unserer Gesellschaft. Die Ausgrenzungsmechanismen müssen wirksam bekämpft und abgebaut werden“, fordert Döcker abschließend.

Die AWO setzt sich seit Jahren für die Umsetzung einer inklusiven Gesellschaft ein.





Ungleiche Chancen in Deutschland

3 06 2013

Berlin, 03. Juni 2013. 53 Prozent der Befragten sind laut aktuellem AWO Sozialbarometer der Ansicht, dass Alter, Herkunft oder Behinderung Gründe für ungleiche Chancen auf eine gute Bildung sind. 72 Prozent der Bürger sehen darin so gar Gründe für Benachteiligung bei der Arbeitsplatzsuche. „Das sind leider sehr ernüchternde Ergebnisse“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Zugleich legen sie schonungslos offen, dass wir es in einem Land wie Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht schaffen, Chancengleichheit für alle herstellen zu können.“

Offenkundig könne es die Vielzahl von Integrationsmaßnahmen für Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderung in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht gewährleisten, den Menschen gleiche Chancen bei Bildung und auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. „Die politisch Verantwortlichen hangeln sich zwar von einem Gipfel zum anderen, aber zukunftsorientierte Diskussionen finden nicht statt. Der Status Quo wird zu oft verwaltet“, betont Stadler. Dabei sei es notwendiger denn je, eine Kultur in Deutschland dafür zu schaffen, in der das Andere anerkannt und eben nicht ausgegrenzt werde. „Was wir deshalb brauchen“, fordert der AWO Bundesvorsitzende, „ist eine fundierte und breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Inklusion. Denn nur wenn wir es schaffen, uns systematisch mit der Idee einer inklusiven Gesellschaft zu befassen, können Ungleichheiten in der Gesellschaft behoben werden.“

Diese neuen Herausforderungen seien auch für die AWO Selbstverpflichtung. Der Verband ist aufgefordert, das Thema Inklusion in allen Arbeitsfeldern grundlegend zu diskutieren, um schrittweise einem inklusiven Ansatz gerecht zu werden.

Auftakt dazu ist die 4. Sozialkonferenz Ende Juni in Dortmund.

Weitere Informationen unter http://www.soko2013.awo.org





Alle Familien als Fundament und Leistungsträger der Gesellschaft fördern

14 05 2013

Berlin, 14. Mai 2013. Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Familie fordert die AWO, verstärkt den Blick auf die Lebensrealitäten und Bedürfnisse aller Familien und Kindern zu lenken. „Eine moderne Familienpolitik kann nicht nur eine Familienform bevorzugen und fördern, sondern muss sich der heutigen Vielfalt von Familien stellen“, betont der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler und ergänzt: „Der Begriff Familienfreundlichkeit muss mit konkreten Inhalten und Maßnahmen gefüllt werden.“

Familienpolitische Maßnahmen sollten aus Sicht der AWO dazu beitragen, dass die Entscheidung für Kinder für Eltern kein Armutsrisiko mehr darstellt. Geeignete Maßnahmen müssten nachhaltig die Bildungschancen aller Kinder verbessern, sowie eine bessere Vereinbarkeit von Kinderbetreuung, Pflege und Beruf für Mütter und Väter ermöglichen. „Familien sind das Fundament unserer Gesellschaft. Sie leisten viel für unser Land, deshalb  verdienen sie jede mögliche Unterstützung in allen gesellschaftlichen Bereichen“, betont der AWO Bundesvorsitzende.

Für die AWO ist Familie überall dort, wo Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen, Sorge tragen und Zuwendung schenken. Mit diesem breiten Familienbegriff würdigt die AWO die Heterogenität familialer Lebensformen, den Wandel der Geschlechterverhältnisse und der Generationenbeziehungen sowie die sich daraus ergebenden vielfältigen Bedürfnisse von Familien und Kindern.





Frauen- und familienfeindliches Deutschland: AWO fordert Politikwechsel

18 12 2012

Die OECD hat in einer aktuellen Studie bestätigt: Deutsche Frauen sind am Arbeitsmarkt besonders benachteiligt. „Diese Entwicklung kennen wir seit langem und es passiert bei den politisch Verantwortlichen leider nichts, um diese Entwicklung zu stoppen“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

Der Untersuchung zufolge verdienen Frauen weiterhin deutlich weniger als Männer, auch in vergleichbaren Positionen. Zwar arbeiten immer mehr Frauen, jedoch nur in Teilzeit und Minijobs. „So ist es auch kein Wunder, dass am Ende eine äußerst niedrige Rente steht, von der niemand leben kann“, betont Stadler.

Die AWO fordert einen überfälligen Politikwechsel durch echte Reformen: „Wir brauchen nicht nur Entgeltgleichheit und diskriminierungsfreie Tarifverträge, sondern auch eine verbindliche Quotenregelung, um einen neuen Weg einzuschlagen“, so Stadler. Gefragt seien zudem Arbeitszeitmodelle, die auch die Ausübung anspruchsvoller Tätigkeiten mit Familienaufgaben in Einklang bringen. „Dies würde es für junge Paare möglicherweise auch leichter machen, dem Wunsch nach Gründung einer Familie nachzugehen.“ Kürzlich hatte in diesem Zusammenhang eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vor allem die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft als Grund für die sinkenden Geburtenraten noch einmal eindringlich herausgestellt.

Jenseits aller wirtschaftlichen Argumente: Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine zentrale Frage der Gesellschaft und sie muss endlich ernsthaft gelöst werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende. „Umso erforderlicher ist dabei die Rücknahme von Anreizen, die das alte Rollenmodell in Familien zementieren“, so Stadler weiter.

Das Ehegattensplitting, das die geringer Verdienenden beim Steuerabzug schlechter stellt, müsse abgeschafft werden. Im bisherigen Steuer- und Sozialsystem lohne eine volle Berufstätigkeit von Frauen selten. Das wiederum führe auf Arbeitgeberseite dazu, Vorbehalte gegenüber jungen Bewerberinnen zu haben, da diese somit ein potenzielles Ausfallrisiko darstellen.

„Der so häufig und absolut zu Recht geforderte Ausbau der Kinderbetreuung ist nur einer der notwendigen Schritte zur Gleichbehandlung von Mann und Frau. Mindestens genauso wichtig ist es, dass Politik, Staat und Gesellschaft endlich die Gleichstellung von Mann und Frau anerkennen und im Alltag leben“, fordert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler.

 

 

 





AWO fordert leistungsorientierte Vergütung für Kindertagespflege

28 08 2012

Berlin, 28. August 2012. „Eine qualitativ hochwertige Betreuung von Kindern muss der Gesellschaft mehr wert sein“, fordert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der gestern von Prof. Dr. Stefan Sell in Hannover vorgestellten Ergebnisse einer ersten bundesweiten Studie zu den Geldleistungen für Kindertagespflegepersonen, die eine inakzeptabel niedrige Vergütung feststellte. „Die Kindertagespflege ist ein anspruchs- und verantwortungsvoller Beruf für den wir eine leistungsorientierte Vergütung benötigen, die mit einer grundsätzlich verbesserten Finanzierung des Systems Kindertagespflege einhergehen muss. Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab 2013 umsetzen zu können, brauchen wir finanzielle Rahmenbedingungen für eine verlässliches Qualität und mehr Angebote in Kindertagespflege“, betont Stadler.

Die Studie zeigt zudem eine erhebliche Verunsicherung in den Kommunen und eine kaum überschaubare Vielfalt an Regelungen für die Kindertagespflege. Nicht hinnehmbar sei zudem, dass einige der öffentlichen Träger ihrer gesetzlich festgeschriebenen Pflicht, sich an den Sozialversicherungsbeiträgen für Kindertagespflegepersonen zu beteiligen, nicht nachkommen. Die von Prof. Sell vorgestellten Vergütungsmodelle müssten nun diskutiert und vor allem noch hinsichtlich der Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention überprüft werden, denn so Stadler: „Der Vorrang des Kindeswohls ist auch in diesem Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe zu berücksichtigen.“

 








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