AWO fordert ehrliche Debatte um sozial gerechte Energiewende

3 07 2013

Berlin, 03. Juli 2013. „Nur, wenn wir dafür sorgen, dass die Energiewende sozialverträglich gestaltet wird, kann sie gelingen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich des morgen im Bundesumweltministerium stattfindenden Treffens „Die Stromsparinitiative“. Nach Vorstellung von Bundesumweltminister Altmaier sollen die beteiligten Institutionen eine gemeinschaftliche Charta zur Umsetzung der Energiewende als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ verabschieden. Döcker kritisiert jedoch den zentralen Lösungsansatz des Ministeriums, der in erster Linie Stromeinsparungen in privaten Haushalten vorsieht, als völlig unzureichend: „Privathaushalte werden hier einerseits in die Verantwortung genommen und dann wiederum durch Industrieprivilegien stark belastet. Die Kosten für die Energiewende müssen auf alle  Gesellschaftsakteure gerecht verteilt werden.“

Jüngste Studien hätten belegt, dass die industriefreundliche Politik der Bundesregierung wesentlich zum Anstieg der Umlagekosten für EEG und Netzentgelte beiträgt. Darunter leiden würden vor allem sozial schwache Haushalte. „Die AWO mahnt an, dass die Hartz-IV-Regelbedarfe und das Wohngeld dringend an die steigenden Energiepreise anzupassen sind“, erklärt Döcker. Die von der AWO geforderte Wiedereinführung eines pauschalierten Zuschusses im Wohngeld mit einer neuen Energiekostenkomponente ist ein Beispiel, wie umweltpolitische und soziale Ziele vereinbart werden können: „Auf der einen Seite haben die Menschen die Sicherheit, dass ihnen nicht der Strom abgestellt wird. Auf der anderen Seite wird energiesparendes Verhalten belohnt“, erläutert Döcker das AWO Modell und konstatiert: „Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales muss sich endlich aktiv an der Debatte beteiligen.“

Die AWO hat sich gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) in einer ersten Stellungnahme von einer Unterzeichnung der Charta distanziert. „Damit wir uns einem solchen Dokument anschließend, bedarf es weitreichender Nachbesserungen“, erklärt Döcker die Entscheidung der AWO. „Das Thema ist eindeutig zu wichtig, um für wahlkampftaktische Manöver genutzt zu werden. Wenn eine Charta als glaubwürdiges Instrument auf den Weg gebracht werden soll, dann muss dieser auch eine ehrliche Betrachtung der zugrunde liegenden Probleme vorausgehen“, betont Döcker abschließend.





AWO Sozialbarometer: Gerechtigkeit für Bundesbürger wichtigster Wert

6 11 2012

Aktuelle Umfrage des AWO Sozialbarometers

Berlin, 05. November 2012. 76 Prozent aller befragten Bürger, geben im aktuellem AWO Sozialbarometer* an, dass Gerechtigkeit für sie der wichtigste Wert ist. Knapp dahinter liegt der Wert der Freiheit, den stufen immerhin 75 Prozent der Befragten als sehr wichtig ein. „Gerechtigkeit und Freiheit sind zentrale Grundwerte einer jeden Demokratie“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Zahlen. Umso mehr muss der Staat seiner Pflicht zur Daseinsfürsorge nachkommen, um Ungerechtigkeiten zu kompensieren. Er muss vor allem dafür sorgen, dass alle Bürger die gleiche und gerechte Chance der sozialen und politischen Teilhabe erhalten.“

Nur jedem zweiten Bundesbürger (43 Prozent) ist auch der Wert der Solidarität sehr wichtig. „Die Solidarität ist ein sensibler Wert, der gerade in schwierigen Zeiten immer auf eine harte Probe gestellt wird. Wird der Sozialstaat weiter beschnitten, sind Auswirkungen auf das soziale Miteinander möglich. Die Folge wäre eine weitere Gefährdung des solidarischen Miteinanders“, warnt Stadler. In einer solidarischen Gesellschaft müssten selbstverständlich jene unterstützt werden, die materiell weniger haben – auch und vor allem von denen, die materiell wie finanziell im hohen Maße abgesichert sind. „Die AWO fordert von den politischen Verantwortlichen, dass sie die Werte Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität konkret mit Leben füllen, damit diese auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zu reinen Worthülsen verkommen“, betont der AWO Bundesvorsitzende – etwa über die Einführung einer Vermögenssteuer, dem gleichen Zugang zu Bildung oder der Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung in der Gesundheits- und Altersvorsorge.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Auf der Grundlage ihrer unverrückbaren Grundwerte von Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit hat die AWO seit ihrer Gründung 1919 jene Menschen im Blick, die aus unterschiedlichen Gründen zu den sozial Schwachen der Gesellschaft gehören.

*Die AWO bat 1.001 Menschen: Sagen Sie mir zu jedem Wert (Solidarität, Freiheit, Gerechtigkeit), ob dieser für Sie persönlich sehr wichtig, wichtig, weniger wichtig oder überhaupt nicht wichtig ist.

Weitere Informationen unter www.awo-sozialbarometer.org





Equal Pay Day: Von Lohngleichheit noch weit entfernt

22 03 2012

Berlin, 22. März 2012. „Deutschland muss endlich einen Schritt in Richtung Moderne gehen“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der massiven Ungerechtigkeit in Bezug auf die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern. Der morgige Equal Pay Day sei eine gute Möglichkeit, Bilanz zu ziehen: „In Sachen Gleichstellung ist Deutschland ein Entwicklungsland – Von Gerechtigkeit keine Spur“, kritisiert Stadler.
Noch viel zu häufig führten Schwangerschaft und Elternzeit zu deutlichen „Lohnstrafen“ für Frauen. Der AWO Bundesvorsitzende fordert deshalb endlich echte Reformen: „Wir brauchen nicht nur Entgeltgleichheit und diskriminierungsfreie Tarifverträge, sondern auch eine verbindliche Quotenregelung, um einen neuen Pfad einzuschlagen“, so Stadler. Gefragt seien zudem Arbeitszeitmodelle, die auch die Ausübung anspruchsvoller Tätigkeiten mit Familienaufgaben in Einklang bringen. „Solange es auf der Führungsebene so wenige Frauen gibt, wird sich auch an der unterschiedlichen Bezahlung nichts ändern,“ zeigt sich Stadler überzeugt.
Gleichzeitig fordert Stadler die Rücknahme von Anreizen, die das alte Rollenmodell in Familien zementieren. „Vor allem das Ehegattensplitting, das die geringer Verdienenden beim Steuerabzug schlechter stellt, muss weg“, betont Stadler. Im bisherigen Steuer- und Sozialsystem lohne eine volle Berufstätigkeit von Frauen selten. Das wiederum führe auf Arbeitgeberseite dazu, Vorbehalte gegenüber junge Bewerberinnen zu haben, da diese somit ein potenzielles Ausfallrisiko darstellen. „Der so häufig und absolut zu Recht geforderte Ausbau der Kinderbetreuung ist nur einer der notwendigen Schritte zur Gleichbehandlung von Mann und Frau. Mindestens genauso wichtig ist es, an den politischen Stellschrauben zu drehen“, betont Stadler abschließend.





Veranstaltungsinformation: „Reichensteuer“ ist Thema am 17.1.2012 in Wirges

28 12 2011

Westerwaldkreis/Wirges. Viele haben erkannt: die Schwächung des Staates und der unteren Einkommensgruppen durch die Anhäufung von immer mehr Kapital bei den Superreichen gefährdet inzwischen unser gesamtes System. Deshalb werden im Kampf gegen die Staatsverschuldung die Rufe nach einer stärkeren Besteuerung höherer Einkommen und Vermögen immer lauter. Der AWO-Kreisverband Westerwald e.V. und das Forum Soziale Gerechtigkeit greifen dieses Thema jetzt auf und laden gemeinsam zu einem Vortrag ein.  Alle Interessenten sind dazu am Dienstag, 17. Januar 2012 ins Haus der AWO in Wirges (Jahnstr. 9) willkommen. Referent ist der Staatssekretär im Mainzer Finanzministerium, Dr. Salvatore Barbaro. Beginn ist um 19.00 Uhr.

Deutschland ist in den zurückliegenden Jahrzehnten immer mehr zu einem Schlaraffenland für Vermögende geworden. Beispielsweise die Abschaffung der Vermögenssteuer, Senkung der Unternehmensbesteuerung und Reduzierung der Erbschaftssteuer haben dazu geführt, dass nur vergleichsweise minimale 2,3 % des Steueraufkommens aus Vermögen stammen. Zudem wirkt die Konzentration von Vermögen in den Händen weniger destabilisierend. Gleichzeitig aber führt die geringe Beteiligung der breiten Masse an den Früchten der Arbeit dazu, dass dort der Leistungsanreiz dramatisch stark abnimmt. Eine Anpassung des Einkommenssteuertarifs oder die Revitalisierung der Vermögenssteuer könnte hier für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen und das gesamte System stabilisieren.

Die Gesprächsleitung hat Uli Schmidt als Sprecher des Forums Soziale Gerechtigkeit. In das Thema einführen wird der AWO Kreisgeschäftsführer Thorsten Siefert. Info zur Veranstaltung bei der AWO unter Tel. 02602-60288 oder beim Sozialforum per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de





„Reichensteuer“ ist Thema am 17.1.2012 in Wirges

9 12 2011

Westerwaldkreis/Wirges. Viele haben erkannt: die Schwächung des Staates und der unteren Einkommensgruppen durch die Anhäufung von immer mehr Kapital bei den Superreichen gefährdet inzwischen unser gesamtes System. Deshalb werden im Kampf gegen die Staatsverschuldung die Rufe nach einer stärkeren Besteuerung höherer Einkommen und Vermögen immer lauter. Der AWO-Kreisverband Westerwald e.V. und das Forum Soziale Gerechtigkeit greifen dieses Thema jetzt auf und laden gemeinsam zu einem Vortrag ein.  Alle Interessenten sind dazu am Dienstag, 17. Januar 2012 ins Haus der AWO in Wirges (Jahnstr. 9) willkommen. Referent ist der Staatssekretär im Mainzer Finanzministerium, Dr. Salvatore Barbaro. Beginn ist um 19.00 Uhr.

Deutschland ist in den zurückliegenden Jahrzehnten immer mehr zu einem Schlaraffenland für Vermögende geworden. Beispielsweise die Abschaffung der Vermögenssteuer, Senkung der Unternehmensbesteuerung und Reduzierung der Erbschaftssteuer haben dazu geführt, dass nur vergleichsweise minimale 2,3 % des Steueraufkommens aus Vermögen stammen. Zudem wirkt die Konzentration von Vermögen in den Händen weniger destabilisierend. Gleichzeitig aber führt die geringe Beteiligung der breiten Masse an den Früchten der Arbeit dazu, dass dort der Leistungsanreiz dramatisch stark abnimmt. Eine Anpassung des Einkommenssteuertarifs oder die Revitalisierung der Vermögenssteuer könnte hier für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen und das gesamte System stabilisieren.

Die Gesprächsleitung hat Uli Schmidt als Sprecher des Forums Soziale Gerechtigkeit. In das Thema einführen wird der AWO Kreisgeschäftsführer Thorsten Siefert. Info zur Veranstaltung bei der AWO unter Tel. 02602-60288 oder beim Sozialforum per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de





Veranstaltungsinformation des „ FORUMS SOZIALE GERECHTIGKEIT WW“

22 11 2011

Veranstaltung: Ist ein anderer Kapitalismus möglich?

KATH. ERWACHSENBILDUNG UND FORUM SOZIALE GERECHTIGKEIT LADEN GEMEINSAM EIN

WW/Montabaur. Wie könnte ein anderer Kapitalismus aussehen, einer mit menschlicherem Antlitz? Dieses Thema steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Kath. Erwachsenenbildung – Bildungswerk Westerwald- Rhein-Lahn und des Forum Soziale Gerechtigkeit am Mittwoch, 23.11.2011 um 19.00 Uhr.  Dazu sind im Forum St. Peter (Auf dem Kalk 9) in Montabaur alle Interessierten herzlich willkommen.

Die vergangenen Jahrzehnte haben Systemfehler des Finanzkapitalismus offenkundig werden lassen. Spätestens in der zurückliegenden und noch nicht überwundenen Finanzkrise ist dies offensichtlich geworden. Armut und Reichtum, Abstammung und Bildungschancen, Ökonomie und Ökologie sind in diesem Zusammenhang nur einige Bespiele für viele heiße Zukunftsfragen. Zum Thema „Ein anderer Kapitalismus ist möglich! Vorschläge aus der christlichen Gesellschaftsethik“ spricht Dr. Thomas Wagner vom Oswald von Nell-Breuning-Institut für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen (Frankfurt). In Vortrag und Diskussion soll der Frage nachgegangen werden, an welchen Werten sich ein anderes Wirtschaften orientieren muss, damit die Wirtschaft dem Menschen dient und dem Zusammenleben von Mann und Frau, von Kindern und Alten nützt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt frei. Infos bei der Kath. Erwachsenenbildung, Tel. 02602-680232 keb.montabaur@bistum-limburg.de oder beim Forum Soziale Gerechtigkeit per Mail unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.





AWO: Lohnabwärtsspirale im Sozialbereich stoppen

3 11 2011

Berlin, 02. November 2011. „Die AWO möchte keinen Wettbewerb um die niedrigsten Löhne“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der heutigen AWO-Veranstaltung zum Thema „Wertegebundenes Unternehmen“ und betont: „Bei allem Streben nach Wettbewerbsfähigkeit dürfen wir unsere Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen.“ Die Arbeit der AWO basiere auf der Grundlage ihrer unverrückbaren Grundwerte von Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. „Diese Wertebindung muss sich in unserer tagtäglichen Arbeit, und vor allem in der Frage von Entlohnung angemessen widerspiegeln“, betont Stadler.

„Angesichts eines stetig wachsenden Kosten- und Preisdrucks ist es eine immer größere Herausforderung, die eigene Arbeit zu refinanzieren. Deshalb ist die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns als absolute Lohnuntergrenze in ganz Deutschland unabdingbar. Daneben wollen wir den Ansatz eines Branchentarifvertrags ernsthaft vorantreiben“, zieht der AWO Bundesvorsitzende sein Resümee der Veranstaltung. Bestärkt in ihren Vorhaben wurde die AWO vom Bochumer Sozialexperten Professor Norbert Wohlfahrt und der stellvertretenden DGB-Chefin Annelie Buntenbach.








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