Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen gestartet

8 03 2013

Berlin. „Das kostenlose Hilfetelefon für gewaltbetroffene Frauen ist eine große Errungenschaft und wir hoffen, dass damit Frauen erreicht werden können, die bisher die Hilfemöglichkeiten von Frauenhäusern oder von Fachberatungsstellen nicht nutzen konnten“, begrüßt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler den heutigen Start des „Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betrieben wird.

Das Hilfetelefon bietet sowohl Betroffenen als auch indirekt betroffenen Personen und Fachkräften erstmals die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen. Ob Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung – Beraterinnen stehen betroffenen Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite. „Damit diese Frauen bei Bedarf aber auch Unterstützung vor Ort erhalten können, brauchen wir neben dem Hilfetelefon einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für alle betroffenen Frauen und deren Kinder. Ein solches Bundesgesetz muss auch die bedarfsgerechte Finanzierung der Frauenhäuser und Fachberatungsstellen sicherstellen“, fordert der AWO Bundesvorsitzende.

Das Hilfetelefon ist unter der Rufnummer 08000 116 016 erreichbar und bietet Information, Erstberatung und leitet auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter. Der Anruf und die Beratung sind kostenlos. Mithilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich.

Auf www.hilfetelefon.de können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdendolmetschung.

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Bundesregierung in der Pflicht: Bündnis präsentiert Rechtsgutachten und fordert effektiven Schutz für Frauen bei Gewalt

27 06 2012

Berlin, 26. Juni 2012. Schutz und Hilfe bei häuslicher und sexualisierter Gewalt sind für Frauen in Deutschland vielerorts wegen Finanzierungsmängeln nicht ausreichend gewährleistet. „Nur ein verbindlicher Rechtsanspruch sorgt für effektiven Schutz und schnelle Hilfe für betroffene Frauen und ihre Kinder. Die Bundesregierung darf sich nicht länger herausreden, sondern muss endlich ihrem Schutzauftrag nachkommen“, fordert Werner Hesse, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes anlässlich der Veröffentlichung des Rechtsgutachtens „Der Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe von für Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder“. Hierin wird die rechtliche Schutzverpflichtung des Bundes belegt. Beauftragt wurde das Gutachten von den Verbänden AWO, Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen, DRK, Diakonie und dem Paritätischen Gesamtverband.

Unterstützungseinrichtungen für Frauen, wie z. B. Frauenhäuser haben ein chronisches Finanzierungsproblem. „Die derzeitige Finanzierung des Frauenhilfenetzwerkes ist ein bunter Flickenteppich aus verschiedenen Finanzierungsmodellen der Länder und Kommunen. Wir benötigen eine bundesweite finanzielle Gesamtverantwortung“, kritisiert das Vorstandsmitglied der Diakonie Maria Loheide. Sonst bleibt die freiwillige Finanzierung von Frauenhäusern und ambulanten Beratungseinrichtungen weiter von Kürzungen bis hin zu Schließungen bedroht.

„Ein unzureichender Schutz hat für die Frauen nicht nur weitreichende negative gesundheitliche Auswirkungen, sondern beeinträchtigt auch ihre familiären und sozialen Beziehungen sowie ihre beruflichen Chancen“, betont AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker und ergänzt: „Besonders die Kinder leiden oft ein Leben lang unter den Gewalterfahrungen. Deshalb benötigen wir ein mit ausreichenden Mitteln ausgestattetes Hilfe- und Unterstützungssystem.“

Die bisherigen unterschiedlichen Finanzierungsregelungen haben enorme negative Konsequenzen. So sind manche Frauen, wie Studentinnen, bestimmte Gruppen von Migrantinnen oder besonders gefährdete Frauen aus anderen Bundesländern und Kommunen von Hilfen ausgeschlossen, wenn der Frauenhausaufenthalt nach dem Sozialgesetzbuch II finanziert wird. Im schlimmsten Fall müssen Frauen mit ihren Kindern in Gewaltbeziehungen verbleiben oder dorthin zurückkehren.

Das Gutachten der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Joachim Wieland und Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms belegt, dass der Bund eine Gesetzgebungskompetenz hat. „Diese Kompetenz muss der Bund endlich nutzen, um Schutz und Hilfe für jede Frau und deren Kinder unabhängig von Einkommen, Aufenthaltstitel, Herkunftsort, gesundheitlicher Einschränkung oder Behinderung zu gewährleisten“, fordern die Bündnispartner abschließend.





AWO fordert für Frauen Rechtsanspruch auf Hilfe bei Gewalt

24 11 2011

Berlin, 24. November 2011.
„Gewalt an Frauen darf niemals und nirgendwo geduldet werden“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“, der sich am 25. November zum 30. Mal jährt. Deshalb so Stadler: „benötigen Frauen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe bei Gewalt.“ In der Bekämpfung von Gewalt an Frauen sind Frauenhäuser und Frauenunterstützungseinrichtungen unverzichtbar. Da die Frauenhausfinanzierung aber keine gesetzliche Pflicht ist, sind die Einrichtungen von Kürzungen oder sogar Schließungen durch die Länder oder Kommunen bedroht. „Frauenhäuser müssen zukünftig bundesweit einheitlich finanziert werden“, fordert Stadler.
Die Gewalt gegen Frauen und Kinder stellt eine erschreckend häufige Form der Gewalt dar. Nach Schätzungen der UNO ist weltweit jede dritte Frau einmal im Leben dieser Form der Menschenrechtsverletzung ausgesetzt. Auch in Deutschland hätten rund 25 Prozent der Frauen im Alter von 16 bis 85 Jahren schon mindestens einmal Gewalt in ihrer Beziehung erlebt. „Gewalt verletzt und zerstört die Würde, das Selbstwertgefühl, die sozialen Beziehungen sowie die Lebens- und Arbeitsperspektiven“, erklärt Stadler. Betroffen sind immer auch die Kinder. „Kein Kind sollte in einer gewaltbelasteten Situation aufwachsen“, betont Stadler. Um betroffenen Frauen und deren Kindern zu helfen, betreibt die AWO seit mehr als 30 Jahren Frauenhäuser und Frauenunterstützungseinrichtungen. „Damit wollen wir die Frauen dabei unterstützen, ihrer von Gewalt geprägten häuslichen Situation zu entkommen und Perspektiven für ein gewaltfreies Leben aufzubauen“, erklärt Stadler.
Frauenhäuser dienen dazu, Frauen und ihren Kindern im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe, Beratung und vorübergehend eine geschützte Unterkunft anzubieten. Um allen betroffenen Frauen und deren Kinder möglichst schnell und unbürokratisch helfen zu können, fordert die AWO einen Rechtanspruch auf Schutz und Hilfe bei Gewalt, der unabhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus, Alter, Behinderung und Wohnort ist.








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