AWO Bundesverband bekommt neues Vorstandsmitglied

25 08 2012

Berlin, 24. August 2012. Das Präsidium des AWO Bundesverbandes hat heute Frau Martina Arends zum neuen Vorstandsmitglied mit dem Schwerpunkt Finanzen berufen. Frau Arends wird damit ab 1. Januar 2013 die Nachfolge vom bisherigen Finanzvorstand Hans-Peter Niemeier antreten.
Die 51-jährige Diplom-Ökonomin Martina Arends war nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau und einem Studium der Wirtschaftswissenschaften seit 1991 als Leiterin der Innenrevision beim Bezirksverband Weser-Ems der Arbeiterwohlfahrt tätig. Damit bringt Frau Arends fundierte verbandliche und betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit, die sie bereits ab Oktober beim Bundesverband der AWO einsetzen wird.
Hans-Peter Niemeier verlässt den AWO Bundesverband Ende dieses Jahres nach 20 jähriger erfolgreicher Tätigkeit aus persönlichen Gründen. In seiner Amtszeit hat sich der Bundesverband nach einer wirtschaftlich schwierigen Situation Anfang der 90-er Jahre zu einem Spitzenverband mit sehr soliden Wirtschaftsdaten entwickelt. Außerdem setzte er in seiner Amtszeit entscheidende gemeinnützigkeitsrechtliche, betriebswirtschaftliche und zuwendungsrechtliche Weichenstellungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen des Verbandes und der freien Wohlfahrtspflege insgesamt.
Der Vorsitzende des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt Wilhelm Schmidt erklärt dazu: „Mit der Berufung von Martina Arends zum Finanzvorstand kann die durch Hans-Peter Niemeier aufgebaute gesunde wirtschaftliche Situation des AWO-Bundesverbandes weiterentwickelt werden. Die verbandliche, fachliche und wirtschaftliche Kompetenz ist und bleibt im Bundesvorstand der AWO mit Martina Arends und den bisherigen Vorstandsmitgliedern Brigitte Döcker und dem Vorsitzenden Wolfgang Stadler im hohen Maße gewährleistet. Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Erfreulich ist auch, dass die 15-köpfige Führungsspitze des AWO Bundesverbandes bestehend aus dem Vorstand und den Abteilungsleitungen mit neun Frauen mehrheitlich weiblich geworden ist. Marie Juchacz, unsere Gründerin und Kämpferin für die Rechte der Frauen hätte ihre Freude an dieser Frauenquote von 60 Prozent, die für einen Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland einmalig ist.“





AWO fordert Überschüsse zu investieren

24 08 2012

Berlin, 23. August 2012. „Die Überschüsse täuschen darüber hinweg, dass Geld an allen Ecken und Enden fehlt“, erklärte der Vorsitzende des AWO Bundesverbandes Wolfgang Stadler anlässlich der heute vom Statischen Bundesamt bekannt gegebenen Finanzierungsüberschüsse der Sozialversicherung in Höhe von rund 8,3 Mrd. Euro. „Sowohl Beitragssenkungen als auch Rückzahlungen wären reine Wahlgeschenke und damit falsch“, betont Stadler. Zudem nützen die geplanten Beitragssenkungen nur Unternehmen und denjenigen, die besonders gut verdienen.

Angesichts einer drohenden Altersarmut vieler zukünftiger Rentner müsste man eher über Beitragserhöhungen diskutieren und zudem verstärkt darüber nachdenken, wie man die Überschüsse in präventive Projekte gegen Altersarmut investieren kann. „Dass in der Rentenversicherung Beiträge gesenkt werden sollen, während zum Beispiel Menschen, die eine Erwerbsminderungsrente beziehen, unter der Armutsgrenze landen, ist nicht zu verstehen“, kritisiert Stadler.

Ähnliches gelte mit Blick auf die Arbeitslosenversicherung. „Statt immer nur auf niedrige Ausgaben zu schauen, sollten die Weiterbildungsangebote auch für Berufstätige erhöht werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende besonders mit Blick auf die Rente mit 67. „Wir benötigen eine sinnvolle Debatte, denn derzeit werden soziale Investitionen nur als Kostenfaktor betrachtet“, bemängelt Stadler.  Dabei seien Investitionen im sozialen Bereich eine Kostenersparnis in der Zukunft.





AWO fordert: Arbeitslosigkeit in Europa endlich bekämpfen

1 05 2012

In einer aktuellen Studie weisen nun auch die Vereinten Nationen darauf hin, dass die radikalen Sparpakete im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in zahlreichen EU-Staaten bestehende Arbeitsplätze gefährden. „Die Bundesregierung und ihre europäischen Partner müssen deshalb endlich ihrer politischen Verantwortung gerecht werden und jenseits alles Spardirektiven arbeitsmarktpolitische Perspektiven aufzuzeigen“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Wachsende Unzufriedenheit durch Arbeitslosigkeit wird mittelfristig die Gesellschaften weiter spalten“, betont Stadler. Armut und Perspektivlosigkeit seien die Folge. „Erwerbsarbeit ist bis heute für die Menschen ein hohes Gut und von enormer Bedeutung für das Selbstverständnis. Nicht minder bedeutsam ist eine menschenwürdig entlohnte Arbeit“, so AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler.
An beides müsse man politisch Verantwortliche immer wieder erinnern – nicht nur am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.





Bündnis setzt sich für ein starkes Programm Soziale Stadt und eine breite Beteiligung am Preis Soziale Stadt 2012 ein!

26 03 2012

Berlin, 26. März 2012 – Das Programm Soziale Stadt muss auch in Zukunft ein zentrales Instrument der Städtebauförderung bleiben, welches die Initiativen zahlreicher Akteure bei der sozialen Stabilisierung benachteiligter Quartiere wirksam unterstützt. Das ist das Anliegen des Bündnis für eine soziale Stadt, welches Anfang 2011 von dem Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, dem Deutschen Städtetag, dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Schader-Stiftung, dem vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung und dem Deutschen Mieterbund (DMB) ins Leben gerufen wurde. Seither haben sich mehr als 300 Partner dem Bündnis angeschlossen, viele regionale Initiativen sind entstanden. „Die AWO unterstützt die Kampagne, weil nur so eine breite Beteiligung aller Akteure und Bewohner für einen starken Sozialraum und eine lebendige und lebenswerte Gemeinschaft in der Zukunft gewonnen werden kann“, erklärt das AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Unterstützung der AWO.

 

Die radikale Kürzung des Programms im Jahr 2011 hat dessen integrativen Ansatz geschwächt. Kernanliegen und Erfolgsgarantie des Programms, nämlich die Verknüpfung baulich-investiver und sozialer Maßnahmen, sind nur noch eingeschränkt zugelassen. Das bedeutet faktisch das Aus für das Soziale im Programm Soziale Stadt. Die Initiatoren des Bündnisses  haben daher gemeinsam mit ihren Partnern mit vielfältigen Initiativen die Bundesregierung aufgefordert, die Kürzungen im Haushaltsansatz für 2012 wieder zurückzunehmen. Die Politik hat mit einer Wiederaufstockung der Bundesmittel von 28,5 Mio. EUR (2011) auf 40 Mio. EUR (2012) reagiert, die jedoch weniger als die Hälfte des ursprünglichen Programmvolumens von 95 Mio. EUR (2010) ausmacht.

 

Um den innovativen integrativen Politikansatz des Programms Soziale Stadt zu unterstützen, wird alle zwei Jahre der bundesweite Wettbewerb zum „Preis Soziale Stadt“ ausgelobt. In diesem Jahr ist der Wettbewerb wichtiger denn je.

 

Die Gründer des Bündnis für eine Soziale Stadt rufen alle Mitglieder und Partner auf:

 

–          Werben Sie für die Teilnahme am Wettbewerb zum Preis Soziale Stadt 2012 und zeigen Sie, wie wichtig ihr Engagement in der Zivilgesellschaft ist! Eine große Beteiligung möglichst vieler Partner und Initiativen wäre ein starkes politisches Signal.

 

–          Unterstützen Sie in den nächsten Monaten die Forderung, das Programm Soziale Stadt im Jahr 2013 wieder mit einer den Problemen entsprechenden Mittelausstattung, mindestens jedoch auf dem Niveau des Jahres 2010, fortzuführen!

 

Weitere Informationen unter: www.buendnis-soziale-stadt.de





Liga RLP: Probleme für Schuldner

13 12 2011

„Schuldner haben ab dem 1. Januar 2012 Kontopfändungsschutz nur noch über das sogenannte P-Konto („Pfändungsschutzkonto“), sagt Norbert Albrecht, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz. Der Kontopfändungsschutz für Guthaben auf Girokonten falle künftig weg und bestehe damit nur noch auf den P-Konten. Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz befürwortet zwar das P-Konto, um den Lebensunterhalt von Betroffenen zu schützen, rät Kontoinhabern jedoch, sich vor der Umwandlung ihres Kontos in ein P-Konto gut zu informieren.

„Bei der Regelung zur Festsetzung und Bescheinigung des Freibetrages gibt es aber leider immer wieder Unsicherheiten zwischen den ausstellenden Stellen“, so Norbert Albrecht. Vorliegende Bescheinigungen seien nicht akzeptiert worden. Einzelne Geldinstitute verlangten teils massiv erhöhte Kontoführungsgebühren für P- Konten.

Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz fordert weiterhin die Kreditinstitute in Rheinland-Pfalz nachdrücklich auf, P-Konten flächendeckend und vor allem kostengünstig anzubieten. Auch die Vollstreckungsgerichte sind dabei gefordert: Sie müssen aufgrund der bestehenden Gesetzeslage die Freibeträge zügig festsetzen. Nur so können verschuldete Kontoinhaber Finanzmittel sichern, die ihnen gesetzlich zustehen.

Bereits am 1. Juli 2010 trat das neue Pfändungsschutzgesetz in Kraft. Die Gesetzesänderung und die Einführung des Pfändungsschutzkontos bewirkten, dass Schuldner trotz Kontopfändung ihre Geldgeschäfte, wie z.B. Daueraufträge oder Überweisungen weiterhin über ihr Girokonto abzuwickeln können. Einkünfte, die zum Lebensunterhalt benötigt werden, bleiben seitdem auf dem sogenannten P-Konto pfändungsfrei: Für einen alleinstehenden Kontoinhaber besteht beispielsweise ein Pfändungsschutz in Höhe eines Freibetrages von 1.028,89 Euro/Monat. Quelle: AWO Rheinland, Stadt und Land 4/2011

LiGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz
Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland Pfalz verstehen sich als sozialpolitische Mitgestalter und Lobbyisten für benachteiligte Menschen. Sie setzen sich für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen und eine gerechte Gesellschaft ein. Die LiGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Lande Rheinland-Pfalz besteht seit 1950. Sie ist eine freiwillige, dem Gemeinwohl verpflichtete und pluralistisch zusammengesetzte Arbeitsgemeinschaft der Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands und des Deutschen Roten Kreuzes.

Mehr Informationen im Internet über http://www.liga-rlp.de. 





1. Historische Konferenz der AWO – Identität durch Wertebindung

25 11 2011

Berlin, 25. November 2011. „Dass sich die AWO zu einem Wohlfahrtsverband mit über 14.000 sozialen Einrichtungen und Diensten entwickelt, hätte unsere Gründerin Marie Juchacz wohl kaum gedacht“, erklärt der AWO Präsident Wilhelm Schmidt während der 1. Historischen Konferenz der AWO – der Auftaktveranstaltung zur systematischen Aufbereitung der Verbandshistorie nach Ende des Zweiten Weltkrieges. „Um so wichtiger ist, dass die AWO ihre Grundwerte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit nicht aus den Augen verliert“, betont Schmidt und erklärt weiter: „Diese Wertebindung muss sich in unserer tagtäglichen Arbeit widerspiegeln, denn nur so kann sich die AWO von anderen Anbietern sozialer Dienstleistungen unterscheiden.“

Auch wenn die Einrichtungen und Dienste der AWO, den Zwängen des Wettbewerbs unterlägen, dürfte bei allem Streben nach Wettbewerbsfähigkeit die Glaubwürdigkeit des Verbandes nicht aufs Spiel gesetzt werden. „Gute soziale Arbeit kostet“, betont Schmidt und erklärt weiter: „Die Politik darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern muss die öffentliche Refinanzierung sicherstellen.“

Die Arbeiterwohlfahrt ist unter den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege auf Grund ihrer Geschichte und ihres gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses ein Wohlfahrtsverband mit besonderer Prägung. Sie ist heute in weit größerem Maße als früher Trägerin sozialer Aufgaben und Dienstleistungen. Mit der 1. Historischen Konferenz  suchte sie die kritische Auseinandersetzung mit sich selbst. Initiiert wurde die Veranstaltung von der „Historischen Kommission der AWO“, die die Veranstaltung unter das Motto stellte: „Aus der Geschichte lernen, um zukunftsfähig zu bleiben“.





Planlosigkeit beim Betreuungsgeld zeigt Sinnlosigkeit

21 11 2011

Berlin, 21. November 2011. „Die Planlosigkeit in Sachen Betreuungsgeld zeigt deutlich, das diese Leistung weder durchdacht noch sinnvoll ist“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler am Wochenende laut gewordene Forderungen des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofers. Demnach sollen zum Beispiel Bezieher von Hartz-IV kein Betreuungsgeld erhalten, was im direkten Widerspruch zu Forderungen vieler Parteikollegen Seehofers steht. Nach wie vor weiß also niemand, welche Voraussetzungen Eltern erfüllen müssten, um die neue Leistung zu bekommen. Einigkeit herrsche nur in einer Sache: Das Kind darf auf keinen Fall eine Kita besuchen. „Was hier zum Ausdruck kommt, ist eine politische Anti-Kita Kampagne, in der es schon lange nicht mehr um das Wohl der Kinder geht“, erklärt Stadler.

„Die CSU ignoriert, dass über den positiven Nutzen frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung mittlerweile Konsens herrscht“, kritisiert Stadler und ergänzt: „Jeder Euro, der hier verausgabt wird, fehlt in der Finanzierung des Betreuungsausbaus.“ Mit der im Vorfeld hoch gepriesenen Wahlfreiheit in Sachen Kinderbetreuung wird das Betreuungsgeld nicht viel zu tun haben. „Dafür wird es leider überhaupt nicht genug Kita-Plätze geben. Die scheint die CSU aber auch nicht zu wollen“, so Stadler abschließend.





Rassismus endlich entschieden bekämpfen

18 11 2011

„Die Hintergründe der abscheulichen und rassistisch motivierten Morde müssen rückhaltlos und umfassend aufgeklärt werden“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des heutigen Krisengipfels im Kanzleramt zum Rechtsterrorismus. „Dazu ist es auch notwendig, dass sich Teile aus Politik und Sicherheitsbehörden endlich eingestehen, die seit langem bekannte Gefahr von Rechts, verharmlost zu haben.“

AWO-Präsident Wilhelm Schmidt forderte am Rande einer AWO-Präsidiumssitzung eine gesamtgesellschaftliche Debatte um Vorurteile und rechte Einstellungsmuster in der Bevölkerung: „Wenn über Jahre hinweg Menschen mit türkischen Wurzeln brutal ermordet werden und anschließend in äußerst diffamierender Art und Weise von ‚Dönermorden‘ die Rede ist, sagt das leider eine ganze Menge über den inneren Zustand unserer Gesellschaft aus“, so der AWO-Präsident.

Schmidt verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, wonach rechtsextreme Einstellungsmuster nicht mehr nur an den Rändern der Gesellschaft aufzufinden, sondern bis weit in die Mitte vorgedrungen sind. So seien etwa rassistische Vorurteile gegenüber Migranten in weiten Teilen der Bevölkerung vorhanden. „Wenn wir nicht wollen, dass unsere demokratischen Grundlagen noch weiter erschüttert werden, müssen wir endlich die antirassistische Aufklärungs- und Bildungsarbeit mit entsprechenden Mitteln ausstatten. Es darf einfach nicht sein, dass die zivilgesellschaftliche Arbeit gegen Rechtsextremismus vor Ort immer wieder um finanzielle Unterstützung und Anerkennung kämpfen muss, um ihre sinnvolle Arbeit weiter zu leisten“, fordert Schmidt.





Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation ungenügend

4 11 2011

Berlin, 04. November 2011. „Das Gesetz bringt keine wirklichen Fortschritte, nach wie vor werden die Potentiale vieler Menschen ungenutzt bleiben“, kritisiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Verabschiedung des Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen durch den Bundesrat. „Damit wird eine wichtige Möglichkeit zur Anerkennung und somit zur Gewinnung von Fachkräften vertan“, erklärt Döcker.

Dafür hätten beispielsweise bundesweit zentrale Beratungsstellen für die Betroffenen eingerichtet werden müssen, die diese durch das bürokratische Dickicht führen könnten. Darüber hinaus fehle eine Regelung zur Finanzierung von notwendigen Anpassungsqualifikationen, die sich viele Betroffene selbst nicht leisten könnten. Da das System der deutschen Berufsausbildung in vielen Ländern unbekannt sei, hätte man zudem Regelungen finden müssen, um nichtformale bzw. nicht zertifizierbare Qualifikationen anerkennen  zu können. „In seiner jetzigen Form wird das Gesetz seine erwünschte Wirkung nicht entfalten können“, erklärt Döcker.





Koalitionsgipfel muss Ergebnisse bringen

20 10 2011

Berlin, 20. Oktober 2011. „Vom morgigen Koalitionsgipfel erwarten die Bürger eine klare Handlungsstrategie für eine zukunftsgerichtete und verantwortungsvolle Politik“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des Treffens bei dem die wichtigsten Themen der zweiten Hälfte der Legislaturperiode besprochen werden sollen: „Die Reform der Pflegeversicherung ist bereits mehr als überfällig und die Mittel für das geplante Betreuungsgeld sollten besser in den Ausbau der Kinderbetreuung gesteckt werden“, fordert Stadler. Gleichzeitig lehnt er Steuerreduzierungen ab: „Anstatt die Handlungsfähigkeit des Staates durch Steuersenkungen weiter zu beschneiden, sollte die Regierung die Einnahmen durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes erhöhen.“

Auch wenn Bundesfamilienministerin Kristina Schröder das Betreuungsgeld nur noch ein Jahr zahlen möchte, würde es immer noch viel Geld verschlingen. „Die Koalition sollte das Vorhaben aufgeben und die dafür eingeplanten Mittel stattdessen in den Ausbau der Betreuungsangebote investieren“, fordert Stadler und erklärt weiter: „Über den Nutzen frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung herrscht mittlerweile Konsens, da wäre es doch aberwitzig Eltern Geld dafür zu geben, dass sie Betreuungsangebote nicht in Anspruch nehmen. Vielmehr muss es darum gehen, genügend Betreuungsplätze zu schaffen.“

In Punkto Pflegeversicherung plädiert Stadler für die Beibehaltung des bewährten Modells der solidarischen Finanzierung. „Die derzeitigen Ereignisse an den Finanzmärkten beweisen, dass ein privatwirtschaftlicher Kapitalstock keine sichere Anlage für das Geld der Versicherten ist“, betont Stadler. Dennoch dürfe es beim Thema Pflege nicht nur um finanzielle Fragen gehen. „Die Pflegebedürftigen benötigen dringend Leistungsverbesserungen, deshalb muss der Pflegebedürftigkeitsbegriff reformiert werden“, betont Stadler. Um eine Erhöhung der Beitragssätze werde man letztendlich nicht herumkommen, denn so Stadler: „Gute Pflege kostet Geld“.

Darüber hinaus lehnt die AWO unten den aktuellen politischen Umständen Steuersenkungen ab. „Grundsätzlich erwarten die Bürger aber mehr Steuergerechtigkeit“, betont Stadler. So sind laut dem AWO-Sozialbarometer* 77 Prozent von über 1.000 befragten Bürgern dafür, dass der Spitzensteuersatz für Besserverdienende erhöht wird, um die Handlungsfähigkeit des Staates zu verbessern. Die Menschen hätten ein gutes Gespür dafür, wenn es nicht gerecht zugehe. „Sie verstehen nicht, wenn Milliardensummen für Bankenrettungen aufgebracht, aber gleichzeitig Kürzungen im Sozialbereich vorgenommen werden, um diese Milliardensummen gegen zu finanzieren“, erklärt Stadler abschließend.

 

* Die Studie wurde im September 2011 von TNS-Infratest durchgeführt. Weitere Infos unter: www.awo-sozialbarometer.org








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