AWO schult Aktiv gegen den Fachkräftemangel

9 09 2013

Erste Qualifizierungsreihe in Berlin gestartet

Berlin, 09. September 2013. „Die Zufriedenheit des Personals, welches bei uns tätig ist,  ist zentral für uns als Arbeitgeber, um dem Fachkräftemangel in sozialen Berufen aktiv entgegen zu wirken“, so AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der heute in Berlin gestarteten Qualifizierungsreihe Aktiv gegen den Fachkräftemangel.

In fünf Modulen lernen Leitungskräfte in der AWO Bundesakademie Konzepte und Methoden der Personalbindung kennen und führen eigene Projekte zur Organisations- und Personalentwicklung in ihren Einrichtungen vor Ort durch.  Zentral sind dabei die Themen Führen und Leiten mit dem Blick auf die Vielfalt und die Gesundheit der Mitarbeitenden sowie die Life-Work-Balance.   

In der Qualifizierung steht die Praxis in den Einrichtungen im Mittelpunkt. Durch kollegiale Beratung und Expertenbegleitung werden Best Practice Beispiele genutzt, um gewonnenes Wissen in Weiterentwicklung  umzusetzen. „Personalbindung findet vor Ort statt“, unterstreicht Döcker. Die Qualifizierungsreihe wird daher auch nicht nur bundeszentral in Berlin angeboten, sondern ab Dezember 2013 auch an den Standorten Remagen-Rolandseck und Gültstein/Stuttgart.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dorina Kunzweiler-Holzer, dorina.kunzweiler-holzer@awo.org, 030-26309-174 und unter: http://www.awo-informationsservice.org/index.php?id=814&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5547&cHash=2b972b9b5721af2d082bd6f8fa529d57

 

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Anerkennungsgesetz zeigt kaum Wirkung

4 04 2013

 

 „Die Bilanz ist ernüchternd“, bewertet AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker das vor einem Jahr unter großem Wirbel an den Start gegangene Gesetz  zur verbesserten Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und widerspricht damit der heutigen Bilanz der Bundesbildungsministerin Wanka. „Leider bietet dieses Gesetz keinen wichtigen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels. Unzählige Potentiale liegen nach wie vor brach“, kritisiert Döcker.

In elf Bundesländern fehlen noch immer ergänzende gesetzliche Regelungen für Berufe, die in der Zuständigkeit der Länder liegen – dringend benötigte Lehrer und Erzieher haben so keine Chance am Arbeitsmarkt. Die Gründe liegen für Döcker auf der Hand: „Unklare Zuständigkeiten und erhebliche Kosten für die Durchführung eines Anerkennungsverfahrens sind kaum zu überwindende Barrieren.“ Dazu mangele es an weiterführenden Qualifizierungsangeboten für diejenigen, deren Abschlüsse nur zum Teil anerkannt werden konnten.

„Wenn es tatsächlich darum gehen soll, die verborgenen und verschütteten Fähigkeiten und Fertigkeiten von Migranten zu bergen und für die gemeinsame Zukunft zu nutzen, dann bedarf es hierfür aufeinander abgestimmter landes- und bundeseinheitlicher Standards“, betont Döcker. Ein erster Schritt wäre eine weitgehend kostenfreie und einladende Anerkennungspraxis.

 





BIBB-Analyse zum Fachkräftemangel im Pflegebereich: Pflegepersonal: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

12 12 2012

Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) geht davon aus, dass der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen nicht zu entschärfen sei. Es ist der Ansicht, dass nur eine Kombination von verschiedenen Ansätzen helfen kann:

– mehr Jugendliche für ein Ausbildung in der Pflege gewinnen

– ein geregeltes Anwerbungs- und Anerkennungsverfahren für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland durchführen und

–  die Hebung einer Qualifikationsreserve von rund 178 000 Personen, die  nicht am Erwerbsleben teilnehmen, aber eine mindestens einjährige Ausbildung in der Pflege absolviert haben.

Die ausführliche Presseinformation des BIBB: „Pflegepersonal: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ ist hierzu finden.

 

Quelle: AWO Bundesverband





Krankenpflegeberuf: Bisherige Zugangsvoraussetzungen erhalten

4 10 2012

Berlin. „Die AWO plädiert angesichts des eklatanten Fachkräftemangels für das unbedingte Festhalten an der derzeit in Deutschland bestehenden Zugangsvoraussetzung von 10 Jahren zum Gesundheits- und Krankenpflegeberuf“, begrüßt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker den Antrag „Berufsqualifikation – Mobilität erleichtern, Qualität sichern“, der gestern in den Bundestag eingebracht wurde. Zudem warnt Döcker davor, dass eine Zusammenführung aller drei Pflegeberufe zu einem pflegerischen Ausbildungsberuf (Generalistik) zu einem erheblichen Verlust von fachlicher Expertise, vor allem im Bereich der Altenpflege führen könne. Werden die 12 Jahre als Zugangsvoraussetzung auch für die Altenpflege Pflicht, würde eine große Anzahl von Interessierten an der Altenpflege-Ausbildung ausgeschlossen.

Die EU-Kommission regelt mit der Berufsanerkennungsrichtlinie derzeit nur den Beruf der Krankenpflege, um hierdurch die Abschlüsse vergleichbarer zu machen und damit die Chancen für die Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb Europas zu verbessern. „Setzt sich die EU-Kommission mit der Anhebung der Zugangsvoraussetzungen zur Krankenpflegeausbildung durch, würde ein großer Teil der heutigen Bewerber für eine Ausbildung nicht mehr in Frage kommen“, warnt Döcker.

Würde Deutschland nun auch noch wie von der Koalition geplant, die Pflegeausbildung generalisieren, d.h. alle drei Pflegeberufe zu einer dreijährigen Basisqualifizierung zusammenlegen, würde die EU-Regelung automatisch auch für den Bereich der Altenpflege gelten. Schätzungen zu Folge wäre damit ein Verlust von ca. 85 Prozent der heutigen Bewerber in der Altenpflegeausbildung verbunden. „Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass weder Personalressourcen gefährdet werden noch die hohe fachliche Kompetenz der drei weit entwickelten Pflegeberufe in Deutschland durch eine generalistische Ausbildung verloren geht“, fordert Döcker. Aufgrund des demografischen und sozialen Wandels und der besonderen Lebenslagen alter Menschen könne auf diese Fachexpertise der Altenpflege nicht verzichtet werden.





AWO fordert: Beschäftigte in Sozialberufen brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung und mehr Geld!

22 06 2012

Auf der in Weimar stattfindenden 3. Sozialkonferenz der Arbeiterwohlfahrt zur Zukunft der Sozialpolitik im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe beschlossen die 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einstimmig folgende Resolution:

 

AWO fordert:
Beschäftigte in Sozialberufen brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung und mehr Geld!

Weimar, 21. Juni 2012. Soziale Berufe sind mehr als nur ein Beruf. Wer täglich betreut, erzieht und pflegt muss sich dazu berufen fühlen, braucht ein großes Herz und eine gehörige Portion  Idealismus. Soziale Arbeit kann nicht Jede(r). Die meisten Beschäftigten im Sozialbereich leisten viel Arbeit, sie schultern eine große Verantwortung und sind tagtäglich sowohl psychisch als auch physisch starken Belastungen ausgesetzt. Dazu verfügen die dort Tätigen über qualifizierte Ausbildungen, die sie mit Fort- und Weiterbildungen auf dem aktuellen Stand halten.

Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Mitarbeitenden immer höher. Um sie erfüllen zu können, benötigt man gutbezahlte und hochmotivierte Fachkräfte. Davon gibt es jetzt schon zu wenige. Die Fachkräftelücke in den Sozialberufen kann aber nicht mit schnellen und billigen Notlösungen, sondern sie kann nur mit Fachkräften geschlossen werden!

Wir benötigen eine differenzierte und systematische Diskussion über die Ursachen des Fachkräftemangels. Nur daraus lassen sich  entsprechend abgestimmte Maßnahmen ableiten. Grundsätzlich aber gilt: Soziale Berufe müssen aufgewertet werden! Deshalb sind die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen werden, dass soziale Berufe insgesamt besser bezahlt werden können. Es müssen genügend Ausbildungsstätten geschaffen und finanziert werden. Darüber hinaus benötigen die Beschäftigten in sozialen Berufen sowohl bessere Arbeitsbedingungen und auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Junge Menschen sollen sich wieder aus Überzeugung für einen sozialen Beruf entscheiden können.

Die AWO begrüßt es grundsätzlich, wenn Frauen und Männer durch die Politik  verstärkt auf die sinnstiftenden, aber auch verantwortungs- und anspruchsvollen Berufsfelder im sozialen Bereich aufmerksam gemacht werden.

Vorschläge, wie offene Stellen im Pflege- oder Kita-Bereich mit Hartz-IV-Beziehern, Bundesfreiwilligen oder wie kürzlich vorgeschlagen mit Mitarbeiterinnen aus kriselnden Branchen zu besetzen, wirken aber verheerend. Soziale Berufe dürfen nicht den Ruf bekommen, ein „Auffangbecken“ zu werden.

Menschen, die in Sozialberufen arbeiten, erfüllen  gesellschaftlich wichtige und  anspruchsvolle Aufgaben. Die dafür notwendigen Kompetenzen sind nicht im Crash-Kurs zu erwerben und diese kann man nicht übernehmen, um eine Lücke im Lebenslauf zu schließen. Deshalb fordert die AWO eine nachhaltige Gesamtstrategie, um sozialen Berufen endlich die Wertschätzung zu geben, die sie verdienen und den Fachkräftemangel in Sozialberufen genauso ernst zu nehmen, wie in anderen Branchen.





„BÜNDNIS FÜR GUTE PFLEGE“ kritisiert Gesetzentwurf

24 05 2012

Berlin. Eine bessere Unterstützung für pflegende Angehörige, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sowie die Einführung einer Bürgerversicherung zur solidarischen Finanzierung der Pflege – das gehört zu den zentralen Forderungen des „BÜNDNIS FÜR GUTE PFLEGE“. Sie wurden am Mittwoch in Berlin von den 14 im Bündnis vertretenen Sozial- und Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Berufsverbänden, Selbsthilfeorganisationen sowie Verbrauchervertretungen auf einer Podiumsdiskussion mit den pflegepolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen vorgestellt.

„Wir brauchen dringend bessere Rahmenbedingungen für eine selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege, damit die Pflegebedürftigkeit nicht länger ein Schreckensszenario ist“, forderte Sabine Jansen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Das geplante Pflegeneuausrichtungsgesetz sei nur unzureichend und gebe leider keine zufriedenstellende Antwort auf die Herausforderungen in der Pflege. Wichtig sei insbesondere die Entlastung pflegender Angehöriger. „Dazu benötigen wir den flächendeckenden Ausbau unabhängiger Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, bessere Präventionsangebote, mehr Leistungen für Demenzkranke, eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie die Stärkung der Selbsthilfe“, erklärt Jansen im Namen des Bündnisses. Von aktuell rund 2,4 Millionen Pflegebedürftigen werden laut Bündnis rund zwei Drittel zu Hause gepflegt.

Das „BÜNDNIS FÜR GUTE PFLEGE“ kritisiert, dass der aktuelle Gesetzentwurf das Thema Fachkräftemangel sowie die Frage der Pflegefinanzierung weitestgehend ausklammere. „Gute Pflege ohne gute Arbeit ist undenkbar“, betonte Ellen Paschke, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands. „Aufgabe der Politik ist es, den Rahmen zu schaffen, damit Pflegekräfte und Einrichtungen gute Leistungen erbringen können. Nötig sind keine weiteren Sonntagsreden, sondern handfeste Maßnahmen, um den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, Fachkräfte zu halten und ausreichend Nachwuchs zu gewinnen.“

Dies sei nicht zuletzt eine Frage familienfreundlicher Arbeitsbedingungen und einer besseren Bezahlung, stellte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, klar. Bessere Leistungen müssten auch mit besseren Löhnen einhergehen und die Refinanzierung sichergestellt sein. „Gute Pflege kostet Zeit und Zeit kostet Geld“, betonte Schneider. „Solange nicht auch die Pflegefinanzierung vom Kopf auf die Füße gestellt wird, werden alle Bestrebungen, eine würdige Pflege für alle auch in Zukunft sicherzustellen, ins Leere laufen.“ Zudem würden an Demenz erkrankte Menschen vom jetzigen System besonders benachteiligt. Deshalb fordert das „BÜNDNIS FÜR GUTE PFLEGE“, den Pflegebedürftigkeitsbegriff endlich zu erweitern und umzusetzen.

 

Die Bündnispartner:

  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V. (AWO)
  • Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA) e.V.
  • Der Paritätische Gesamtverband
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. (DAlzG)
  • Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e. V. (DBfK)
  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Katholische Arbeitnehmer-Bewegung  (KAB)
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
  • Sozialverband VdK Deutschland (VdK)
  • Sozialverband Deutschland e. V. (SoVD)
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv)
  • Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)
  • Volkssolidarität Bundesverband e. V.
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. (ZWST)

 

Weitere Informationen:
www.buendnis-fuer-gute-pflege.de





Schleppender Ausbau der Kinderbetreuung macht Müttern Berufstätigkeit unmöglich

9 11 2011

Berlin, 08. November 2011. „Der Ausbau geht viel zu langsam voran“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren. Das Ziel, ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr umzusetzen, wird kaum erreicht werden. „Vielen Frauen wird somit gar nichts anderes übrig bleiben, als das am Sonntag von der Koalition beschlossene Betreuungsgeld anzunehmen. Mit der versprochenen Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung hat das aber nichts zu tun. Frauen wird damit eine Berufstätigkeit unmöglich gemacht“, kritisiert Stadler.

„Berufstätige Eltern brauchen eine gut zu erreichende, qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Kinderbetreuung“, erklärt Stadler. Das sei eine Grundvoraussetzung für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wäre es politischer Irrsinn, Frauen durch fehlende Betreuungsangebote, die Möglichkeit zu verwehren, berufstätig zu sein. Laut  Angaben des Statistischen Bundesamtes fehlen noch mehr als 230.000 Plätze, wenn das 2007 auf dem Krippengipfel von Bund, Länder und Kommunen vereinbarte Ziel,  bis 2013 für 750.000 Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsangebot bereitzustellen, erreicht werden soll. Die Gründe für den viel zu langsamen Ausbau der Betreuungsplätze sind jedoch regional höchst unterschiedlich. „Wir brauchen regionale Situationsanalysen, die zeigen, wie der Ausbau an Betreuungsplätzen weiter vorangebracht werden kann. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter“ so Stadler.

Dabei sind die Gründe für den schleppenden Ausbau an Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen auf der einen und in Kindertagespflege auf der anderen Seite unterschiedlich. In Bezug auf die Kindertagespflege fordert Stadler: „Die Politik kann und muss die Attraktivität des Arbeitsfeldes vor allem durch bundesweit einheitliche und verbesserte Rahmenbedingungen steigern.“








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