Berufstätigkeit bei Frauen – Schlechtere Bedingungen im Westen

14 01 2015

Berlin, 14. Januar 2015. „Besonders in Westdeutschland fehlen Frauen häufig immer noch die notwendigen Rahmenbedingungen, um einer finanziell ausreichenden Berufstätigkeit nachgehen zu können“, ist der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler überzeugt. Er erklärt damit die Ergebnisse einer heute von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie, der zufolge westdeutsche Frauen einen viel geringeren Beschäftigungsgrad aufweisen, als Frauen in Ostdeutschland. „Ohne eine verlässlich gute Kinderbetreuung in Kita und Schule auch am Nachmittag wird sich an der geringen Berufstätigkeit nichts ändern. Auch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, tun den Frauen nicht den vermeintlichen Gefallen, den sie sich erhoffen“, ist Stadler überzeugt.
Zudem müsse bedacht werden, dass Frauen u.a. aus Gründen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mehrheitlich im Teilzeit- und Leiharbeitsbereich tätig sind. Zudem stieg die Zahl der so genannten solo-selbständig tätigen Frauen, die nachweislich kaum etwas für ihre Altersvorsorge übrig haben. Viele werden später von ihrer Rente nicht leben können. Frauen sind also insgesamt eher in schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverhältnissen tätig. Dies begründet sich zum einen in falschen steuerlichen Anreizen innerhalb der Ehe, zum anderen in der ihnen zugewiesenen Hauptverantwortung für Kinderbetreuung und Haushaltsorganisation. „Von einer Gleichberechtigung in der Arbeitswelt sind wir noch weit entfernt. Das Elterngeld ist ein wichtiger Schritt zur Einbeziehung der Väter in die Familienverantwortung. Die AWO fordert außerdem ein Entgeltgleichheitsgesetz als wichtiges Signal für Frauen, dass ihr Engagement und ihre Leistung am Arbeitsmarkt genauso viel wert sind, wie die der Männer“, betont der AWO Bundesvorsitzende abschließend.





Betreuungsgeld soll Kinder zweiter Klasse schaffen

25 04 2012

Berlin, 25. April 2012. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass Kinder aus Hartz-IV-Familien dieser Gesellschaft weniger Wert sind. Erst wird Hartz-IV-Empfängern das Elterngeld gestrichen und nun sollen sie auch vom Betreuungsgeld ausgeschlossen werden“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler den „Vorschlag des Tages“ zum Thema Betreuungsgeld. Mit ihrem Aktionismus und ihren täglich neuen Vorschlägen zum Betreuungsgeld zeige die Bundesregierung ihre ganze Hilflosigkeit. „Egal, was die Bundesregierung noch verspricht und vorschlägt, es macht das Betreuungsgeld weder richtiger noch sinnvoller“, betont Stadler. Klar werde nur, dass das Betreuungsgeld Folgekosten mit sich bringe, die die gesamte Gesellschaft tragen müsste. „Hier wird sich auf Kosten der Bürger der Koalitionsfrieden erkauft“, empört sich Stadler.

„Wir wissen ja seit langem, dass das Betreuungsgeld Fehlanreize schafft und dazu führt, dass gerade die Familien ihre Kinder aus der Kita nehmen bzw. sie gar nicht erst hinschicken, die von einem Kita-Platz besonders profitieren, aber das lässt sich aus Sicht der AWO nicht dadurch lösen, dass man das Betreuungsgeld nur noch Familien mit besserem Einkommen gewährt“, erklärt Stadler. Die Lösung sieht Stadler darin, das gesamte Vorhaben zu kippen. „Alle verfügbaren Mittel und Ressourcen sollten in den Ausbau der Kitas gesteckt werden. Dann kommt das Geld auch da an, wo es hingehört“, betont Stadler.








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