Kinderbetreuung: Mangel liegt bei unter Dreijährigen

13 09 2012

Berlin, 12. September 2012. „Diese Zahl ist absolut erfreulich, doch am riesigen Mangel an Betreuungsplätzen für die unter Dreijährigen ändert das nichts“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute vom Statistischen Bundesamt bekanntgegebene Zahl, wonach 89 Prozent aller Dreijährigen in Deutschland eine Kita besuchen. Trotz der derzeit noch mindestens 235.000 fehlenden Plätze für die unter Dreijährigen, dürfe die Qualität nicht aufgeweicht werden. „Die Qualität der Betreuung legt den Grundstein für die Bildungslaufbahn eines Kindes“, betont Stadler und ergänzt: „Die Bundesregierung muss ihre Bildungsinvestitionen in Kinder und Jugendliche erhöhen.“

Zudem zeigten die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Betreuungsquote zwischen den einzelnen Bundesländern große Unterschiede. Für den AWO Bundesvorsitzenden: „Ein Ergebnis der fehlenden einheitlichen Bildungsplanung.“ Zudem könne man nicht erkennen, ob die Zahlen den tatsächlichen Bedarf oder aber nur das Angebot an Betreuungsplätzen abbilden. „Ziel muss es sein, dass alle Eltern, die es wünschen, einen hochwertigen Betreuungsplatz für ihr Kind finden“, fordert Stadler und warnt zugleich: „Konsequenz der jahrelangen Untätigkeit der Politik darf es nicht sein, Plätze auf Kosten der Qualität zu schaffen.“

Die AWO engagiert sich mit ihrer Kampagne: „jetzt schlägt´s 13“ für mehr Betreuungsplätze bei hoher Betreuungsqualität.

Mehr Infos unter: www.kita-kampagne.awo.org

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Integration macht nur geringe Fortschritte

13 01 2012

 

Berlin, 12. Januar 2012. „Die Fortschritte sind zu gering. Menschen ausländischer Herkunft haben auf dem deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt noch viel zu häufig das Nachsehen“, kommentiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Ergebnisse des 2. Integrationsberichtes, den die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer heute vorstellte. „Für eine erfolgreiche Integrationspolitik benötigen wir Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt sind. Die Bundesregierung kann nicht kritisieren, dass zu wenige Eltern mit Migrationshintergrund ihre Kinder in einer Krippe betreuen lassen und gleichzeitig ein Betreuungsgeld einführen, was genau das Gegenteil bewirken soll“, kritisiert Döcker.

 

Besonderen Handlungsbedarf weist der Bericht im Bildungsbereich nach. Auch wenn die Schulabbrecher-Quote der Jugendlichen mit Migrationshintergrund leicht gesunken sei, blieben noch zu viele junge Menschen ohne Schulabschluss. „Nach wie vor gelingt es dem Bildungssystem nicht, die Fähigkeiten der Einwandererkinder zu stärken. Ein Bildungsabschluss ist aber von immenser Bedeutung, da er erwiesenermaßen das Armutsrisiko um ein Vielfaches reduziert“, betont Döcker. Das Ziel der Bundesländer, die Zahl der Schulabbrecher bis 2012 zu halbieren, wurde damit deutlich verfehlt. „Einfach vor den Zahlen zu kapitulieren, ist keine Lösung. Hier muss dringend gegengesteuert werden“, betont Döcker und fügt abschließend hinzu: „Eine erfolgreiche Integrationspolitik ist eine Schlüsselaufgabe für den Staat und für die gesamte Gesellschaft.“





Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation ungenügend

4 11 2011

Berlin, 04. November 2011. „Das Gesetz bringt keine wirklichen Fortschritte, nach wie vor werden die Potentiale vieler Menschen ungenutzt bleiben“, kritisiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Verabschiedung des Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen durch den Bundesrat. „Damit wird eine wichtige Möglichkeit zur Anerkennung und somit zur Gewinnung von Fachkräften vertan“, erklärt Döcker.

Dafür hätten beispielsweise bundesweit zentrale Beratungsstellen für die Betroffenen eingerichtet werden müssen, die diese durch das bürokratische Dickicht führen könnten. Darüber hinaus fehle eine Regelung zur Finanzierung von notwendigen Anpassungsqualifikationen, die sich viele Betroffene selbst nicht leisten könnten. Da das System der deutschen Berufsausbildung in vielen Ländern unbekannt sei, hätte man zudem Regelungen finden müssen, um nichtformale bzw. nicht zertifizierbare Qualifikationen anerkennen  zu können. „In seiner jetzigen Form wird das Gesetz seine erwünschte Wirkung nicht entfalten können“, erklärt Döcker.








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