Engagement schätzen und schützen

5 12 2013

Berlin, 04. Dezember 2013. „Bürgerschaftliches Engagement heißt für uns, dass Menschen freiwillig und selbstbestimmt Verantwortung für andere und für das Gemeinwesen übernehmen. Ohne Engagement gibt es keine funktionierende Demokratie und keine lebendige Zivilgesellschaft“, erklärt der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Anlass die Bedeutung des Engagements zu betonen, ist der morgige „Internationale Tag des Ehrenamts“.

Mehr als 70.000 Menschen engagieren sich regelmäßig in den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt. Hinzu kommen circa 5.000 Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst ableisten. Zudem stärken 371.000 Mitglieder die AWO, von denen viele ein Ehrenamt in den Vereinsstrukturen des Verbandes übernehmen. „Sie alle sind eine wichtige Säule der AWO“, betont Stadler. Die Motive für ein Engagement sind vielfältig: Tatkräftig anderen zu helfen oder der Entschluss, die Gesellschaft mitzugestalten, gehören ebenso dazu wie der Wunsch nach Gemeinschaft und neuen Lebens- und Lernerfahrungen. Klar ist: „Für unseren Verband ist jeder Einzelne unverzichtbar. Sie sind eben nicht verpflichtbare Bürgerinnen und Bürger, die unentgeltlich dem Sozialstaat dienen, sondern geschätzte kritische Geister. Durch ihr Tun zeigen sie die höchst problematischen Lücken durch den Sozialstaatsabbau auf und fordern mehr soziale Gerechtigkeit“, unterstreicht Stadler.

Die neue Bundesregierung muss bessere Rahmenbedingungen für das selbstbestimmte Bürgerschaftliche Engagement ermöglichen, statt es staatlich zu steuern. Dazu gehört eine nachhaltig finanzierte Infrastruktur zur Gewinnung, Begleitung und Qualifizierung von Engagierten. „Die Basis guten Engagements ist eine verantwortungsvolle und gerecht finanzierte Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik. Nur so werden Engagierte nicht zu Lückenbüßern gekürzter Leistungen. Das zu sichern, ist unsere Pflicht“, betont Stadler.





Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst: etabliert aber noch ausbaufähig

28 06 2012

Berlin. „Der Bundesfreiwilligendienst ist noch ausbaufähig, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts des Jahrestages seiner Einführung. Bei den meisten  Einsatzstellen hätte sich der Wechsel vom Zivildienst zum Freiwilligendienst positiv ausgewirkt. „Freiwillige sind hoch motiviert und engagiert“, zeigt sich Stadler zufrieden. Besonders in der direkten Arbeit mit Menschen wirke sich das sehr positiv aus, da so intensive zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut werden könnten.

Doch die AWO sieht durchaus Nachbesserungsbedarf beim Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Die Qualität der Bildung ist für Freiwilligendienste, die bei der AWO als Bildungs- und Orientierungszeit betrachtet werden, von immenser Bedeutung. Doch nach wie vor hat der Bund im BFD keine Qualitätskriterien für die pädagogische Betreuung vorgelegt“, bemängelt Stadler. Zudem müsse die wichtige Rolle der Träger in diesem Bereich endlich auch gesetzlich verankert werden. Wie im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) leisten die regionalen AWO-Träger die zentrale Begleitungs- und Bildungsarbeit und müssten direkt in die offiziellen Abläufe eingebunden werden, um unnötige bürokratische Hürden abzubauen. „Die Verwaltungsabläufe müssten insgesamt vereinfacht werden“, fordert Stadler. Um den BFD noch attraktiver zu gestalten, wären zudem bundeseinheitliche Regelungen etwa zur Anerkennung für Ausbildungs- oder Studiengänge wünschenswert.

Aktuell engagieren sich bei der AWO rund 1.650 Bundesfreiwillige. Dazu kommen die zahlreichen Neuverträge der Schulabgänger, die ab Herbst ihren BFD beginnen. Damit hat sich die Zahl der Menschen, die einen Freiwilligendienst bei der AWO leisten, seit letztem Jahr auf insgesamt ca. 4.700 fast verdoppelt. „Vor dem Hintergrund der starken Nachfrage benötigen wir mehr Mittel und zwar für den Bundesfreiwilligendienst und das FSJ“, betont Stadler.

Über zwei Drittel der Bundesfreiwilligen bei der AWO engagieren sich ein Jahr oder länger. Abgesehen von leichten regionalen Unterschieden, gibt es in etwa genauso viele männliche wie weibliche Freiwillige. Der überwiegende Teil der Bundesfreiwilligen bei der AWO ist unter 27 Jahre (79 Prozent). Besonders viele ältere Freiwillige gibt es in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 60 Prozent der Freiwilligen leistet einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst, knapp zehn Prozent sind bis zu 18 Monate im Einsatz. Die übrigen 30 Prozent der Freiwilligen engagieren sich zwischen sechs und elf Monaten. Kitas, Jugendzentren, offene Ganztagsschulen und Seniorenzentren sind sowohl im Bundesfreiwilligendienst, als auch im FSJ die beliebtesten Einsatzbereiche.





AWO begrüßt Steuerfreiheit für Bundesfreiwilligendienst

25 05 2012

Berlin. „Das ist das richtige Signal an die vielen Menschen, die sich in unserer Gesellschaft freiwillig engagieren“ begrüßt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die gestern vom Bundeskabinett beschlossene Steuerfreiheit für das Taschengeld der Bundesfreiwilligen. Das Ergebnis ist sicherlich auch ein Sieg der Verbände, denn im März wurden Pläne zur Besteuerung des Bundesfreiwilligendienstes bekannt, gegen die sich vor allem die AWO massiv gewehrt hat. „Auch wenn eine Besteuerung nur wenige Freiwillige treffen würde, geht es hier doch um das positive Image dieses so wichtigen Dienstes“, betont Stadler.

Für die Träger von Einrichtungen ist es zudem wichtig zu sehen, dass das Bundesfamilienministerium ein verlässlicher Partner ist. Es hatte zu Beginn der Einführung des Bundefreiwilligendienstes Freiwillige mit dem Versprechen einer steuerfreien Aufwandsentschädigung geworben. Allerdings bleiben zusätzliche Leistungen  für Unterkunft und Verpflegung weiterhin steuerpflichtig. „Freiwilliges Engagement bedeutet, sich für andere Menschen in unserer Gesellschaft einzusetzen, dieser soziale Dienst kann gar nicht hoch genug bewertet werden und darf somit kein Instrument für Steuereinnahmen sein“, betont der AWO Bundesvorsitzende. Bundesfreiwillige erhalten bis zu 330 Euro, wenn sie sich im zeitlichen Umfang einer Vollzeittätigkeit engagieren.





Steuerpläne für Bundesfreiwilligendienst sind skandalös

7 03 2012

Berlin, 07. März 2012. „Ein Stück aus dem Tollhaus“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute bekannt gewordenen Pläne des Bundesfinanzministers Schäuble, eine Steuerpflicht für Bundesfreiwillige einzuführen. „Die Bezüge derjenigen besteuern zu wollen, die sich für ein Taschengeld bis zu 40 Stunden die Woche freiwillig sozial engagieren, ist ein echtes Armutszeugnis“, kritisiert Stadler und fügt hinzu: „Man muss doch von einer Bundesregierung erwarten, dass die rechte Hand weiß, was die linke tut“, kritisiert Stadler die mangelnde Abstimmung innerhalb der Koalition, denn das Bundesfamilienministerium wirbt um Freiwillige mit dem Versprechen einer steuerfreien Aufwandsentschädigung.

Die kurzfristige Einführung des Bundesfreiwilligendienstes im vergangenen Jahr war für die umsetzenden Verbände eine echte Herausforderung. „Wir haben hart daran gearbeitet, diesem Dienst ein positives Image zu geben. Mit einer Steuerpflicht würde vieles, was wir mühsam aufgebaut haben, wieder zerstört“, erklärt Stadler. „Freiwilliges Engagement bedeutet, sich für andere Menschen in unserer Gesellschaft einzusetzen, dieser soziale Dienst kann gar nicht hoch genug bewertet werden und darf kein Mittel zur Haushaltssanierung sein“, betont der AWO Bundesvorsitzende. Bundesfreiwillige erhalten bis zu 330 Euro, wenn sie sich im zeitlichen Umfang einer Vollzeittätigkeit engagieren.





100 Tage Bundesfreiwilligendienst – AWO zieht Bilanz

7 10 2011

Berlin, 07. Oktober 2011. „Nach einem etwas holprigen und schleppenden Start ist der Bundesfreiwilligendienst mittlerweile ein Erfolg“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die ersten 100 Tage des neuen Dienstes. Eine verbandsinterne Auswertung habe ergeben, dass dieser besonders gut bei der Gruppe der unter 27-jährigen und bei jungen Männern ankommt.  Dennoch gibt Stadler zu bedenken, dass die „von der Politik erzwungene schnelle Umstellung von einem Pflicht- zu einem Freiwilligendienst, den Verband unter großen Druck“ gesetzte habe.

Momentan erhält die AWO immer noch mehr Bewerbungen für das bereits bekannte und etablierte Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) als für den Bundesfreiwilligendienst (BFD), aber „der Bundesfreiwilligendienst wird sich als zusätzlicher Freiwilligendienst auch auf Dauer durchsetzen können“, betont Stadler. Für die weitere Entwicklung der Freiwilligendienste fordert Stadler vor allem verlässliche politische und rechtliche Rahmenbedingungen und auch gleiche Anerkennungskriterien wie im  FSJ. Hier ist auf jeden Fall noch Nachbesserung notwendig: „Wenn wir das freiwillige Engagement in Deutschland ernsthaft fördern wollen, dann brauchen wir für engagementbereite Menschen transparente und verständliche Rahmenbedingungen und für die durchführenden Organisationen möglichst einfache Verwaltungsabläufe“, erklärt Stadler.

Die AWO startete bereits im April die bundesweite Kampagne „freiwillich“ mit der sie junge Menschen über die Freiwilligendienste FSJ und BFD informieren und zur Teilnahme motivieren wollte. Unter www.awo.freiwillich.de steht Interessierten eine Onlinedatenbank zur Verfügung, die sowohl eine Übersicht über die freien Plätze, als auch Gelegenheit zur grundsätzlichen Information über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und zudem direkten Kontakt zum entsprechenden Ansprechpartner der Einsatzstelle oder des Trägers bietet.








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