Bildungssystem auf den Prüfstand stellen

15 01 2015

AWO zum fünften nationalen Bildungsbericht
Berlin, 15. Januar 2015. Angesichts der morgigen Bundestagsdebatte zu den Empfehlungen des fünften nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2014“ fordert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) grundlegende Verbesserungen in der Bildung und Förderung von Kindern und jungen Menschen. „Unser Bildungssystem gehört auf den Prüfstand. Das bisherige Bildungssystem macht Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien zu Verlierern. Zu viele von ihnen bleiben ohne Schulabschluss, hängen im Übergangssystem fest oder brechen zu schnell ihre Ausbildung ab“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende und fordert: „Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Deshalb benötigen wir eine Lockerung des Kooperationsverbotes und qualitativ gute Frühförderung.“
Die soziale Ungleichheit bei der Bildungsbeteiligung bleibt weiterhin ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Integration. Gelingende Inklusion ist lange noch nicht Realität. „Wir brauchen die gelebte Verantwortung aller Beteiligten und die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln, um Bildungsgerechtigkeit und Inklusion zu förden”, so Stadler. Notwendige Maßnahmen seien zum Beispiel die Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Bildung, die auskömmliche Finanzierung einer qualitativ guten und chancengerechten (Ganztags-) Schule sowie eine verlässliche und individuell ausgerichtete Förderung im Übergang Schule Beruf, die möglichst rasche flächendeckende Einführung der Jugendberufsagenturen oder den Ausbau der assistierten Ausbildung.
Diese Verbesserungen könnten etwa durch die Lockerung des Kooperationsverbots des Bundes mit den Ländern im Bildungsbereich und durch eine bessere Finanzausstattung der Kommunen erreicht werden. “Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf inklusive Bildung oder einer Ausbildungsgarantie wären ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Politik, allen Kindern und Jugendlichen eine chancengerechte Bildung zu ermöglichen und aus drohenden Verlierern Gewinner des Bildungssystems zu machen. Gemeinsames Ziel muss es sein, allen Kindern und Jugendlichen einen erfolgreichen Bildungsweg und Berufsabschluss zu ermöglichen. Dies wäre eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Inklusion in unserer Gesellschaft”, gibt Wolfgang Stadler weiter zu bedenken.
Der alle zwei Jahre erstellte Bildungsbericht wird von einer unabhängigen wissenschaftlichen Autorengruppe erstellt und gibt einen umfassenden Einblick über das gesamte Bildungswesen in Deutschland.





AWO Westerwald bietet Zivilcouragetraining für Multiplikatoren in der Jugendarbeit an

18 08 2014

Help! Gemeinsam stark
help! gemeinsam stark

Am 19.09.2014 startet die AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH in Höhr-Grenzhausen mit dem kostenlosen Zivilcouragetraining „Help! Gemeinsam stark“ für interessierte Erwachsene in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Teilnehmer sollten bereit sein, ihr erworbenes Wissen und Können bei ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiterzugeben, um so für ein positives, couragiertes Miteinander zu sorgen.
Im Rahmen der drei zweitägigen Blockveranstaltungen beleuchten zertifizierte Trainer den hohen Stellenwert von Softskills als Basis für soziales und verantwortungsvolles Verhalten. Weiterhin lernen die Teilnehmer, die Persönlichkeitsentwicklung der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen aktiv zu unterstützen, Vorurteilen entgegenzuwirken und Beweggründe (unterschwelligen) Fehlverhaltens zu analysieren. Sie werden sensibilisiert, frühzeitig Diskriminierung, Ausgrenzung oder Mobbing wahrzunehmen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Zudem stehen Übungen zum Erweitern von Handlungsstrategien zur Gewaltvermeidung und -minderung auf dem Programm. Thorsten Siefert, Geschäftsführer der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH: „Ziel des Projektes ist es, insgesamt für mehr Zivilcourage unter unseren Kindern und Jugendlichen zu sorgen und ihnen Impulse für ein gutes Leben zu geben.“ „Aber das kann nur gelingen, wenn all jene, die Kinder und Jugendliche leiten und begleiten, lehren und erziehen, trainieren oder aus- und weiterbilden gemeinsam an dem berühmten ‚Strang‘ ziehen. Unsere Kinder sind unsere Zukunft, wir müssen sie stärken und ermutigen, anderen zu helfen, sich für andere einzusetzen“, so Siefert weiter.
Die Multiplikatorenschulung „Help! Gemeinsam stark“ findet am 19./20.09., 10./11.10. und 14./15.11.2014 im AWO-Pavillon, Parkstraße 8 in Höhr-Grenzhausen statt. Sie wird im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ in Kooperation mit dem AWO Ortsverein Höhr-Grenzhausen und der Verbandsgemeinde Höhr- Grenzhausen gefördert.

Förderer Toleranz fördern

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Studie und AWO einig: Qualität in Kitas sichern

25 07 2014

Berlin, 25. Juli 2014: „Der heute veröffentlichte ‚Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme‘ unterstreicht erneut die zentrale Forderung der AWO nach bundesweiten Standards für Kitas. Die Zeit des Zögern und Zaudern muss endlich ein Ende haben“, erklärt AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler. Hintergrund ist der neue Monitor der Bertelsmann Stiftung, dessen Zahlen die aufklaffenden Qualitätsunterschiede der Kitas offenbaren.

„Es ist weder gerecht noch verständlich, dass die Qualität in Kitas so offensichtlich vom Wohnort der Menschen abhängen. Wenn sich in Krippen eines Bundeslandes eine Erzieherin um durchschnittlich 6,3 Kinder und in anderen Ländern um 3,8 Kinder kümmern muss, dann schreien diese Zahlen nach einer bundeseinheitlichen Regelung“, hebt Stadler hervor. Für die Arbeiterwohlfahrt darf die Qualität dieser wichtigen Institution für junge Menschen nicht vom Ort der Geburt abhängig sein. Denn nicht zuletzt wird hier ein wichtiger Teil der Entwicklung der Kinder beeinflusst.

„Wenn bei über Dreijährigen bisweilen 14,9 Kinder auf eine Betreuungsperson kommen, ist kaum noch eine qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung zu leisten“, so der Vorstandsvorsitzende. „Deshalb muss die Bundesregierung substanzielle Verbesserungen bei der Qualität von Kindertagesstätten in Gang setzen.“

Für die AWO endet gute Qualität jedoch nicht bei dem Fachkraft-Kind-Schlüssel, sondern er kann nur ein Faktor für eine gute Strukturqualität bei Kitas sein. Vielmehr sind Fragen der Freistellung von Leitungspersonal ebenso wie Fachberatungen, Fort- und Weiterbildung sowie Raumgrößen bundeseinheitlich zu regeln. „Die vom Bundesministerium angekündigte Offensive kann nur dann zum Erfolg werden, wenn sich Bund, Länder, Kommunen und Träger zusammen setzen und über konkrete Qualitätsverbesserungen reden. Das Wissen um die Erfordernisse ist da, jetzt müssen sie auch verwirklicht werden“, schließt Stadler ab.





AWO Einschätzung zum Koalitionsvertrag

29 11 2013

Wir brauchen ein soziales Deutschland!

Berlin, 28. November 2013. „Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD ist die Grundlage für unsere fachliche Einschätzung. Entscheidend ist, ob die sozialen Missstände in unserer Gesellschaft konsequent angegangen werden“, erklärt AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Klar ist: „Für eine sozial gerechte Gesellschaft brauchen wir dringend Investitionen ins Soziale“, ergänzt Stadler. Deshalb sind die anberaumten Ausgaben in Höhe von 40 Milliarden zu begrüßen, gleichwohl deren Finanzierung nachdenklich stimmt. Insbesondere die Kostendeckung von 23 Milliarden Euro aus den Sozialversicherungen ist bedenklich. „Wenn man nachhaltige Sozialpolitik machen und die dringend notwendigen Investitionen solide finanzieren will, wird man um Steuererhöhungen für die obersten Prozent der Gesellschaft nicht umhin kommen“, führt der Bundesvorsitzende aus. Vor allem fehlen konkrete Vorschläge wie die Arbeit in den Kommunen gestärkt wird. Die abschließende Bewertung des vorgelegten Koalitionsvertrages für die 18. Legislaturperiode erfolgt nach den fachlichen Positionen der Arbeiterwohlfahrt. Der angelegte Maßstab ist der AWO Forderungskatalog, der 20 zusammengefasste zentrale Forderungen umfasst. Zu einigen Bereichen sind bereits jetzt erste Tendenzen auszumachen.

Bildung, Betreuung, Erziehung

Die zusätzlichen sechs Milliarden Euro für Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Hochschulen der Länder sind richtig. Von einer substanziellen Verbesserung im Bereich Kindertagesbetreuung findet sich im Koalitionsvertrag nichts. So fehlt das Vorhaben eines bundesweiten Qualitätsgesetzes. Es fehlt eine regelhafte finanzielle Beteiligung des Bundes an den Betriebskosten für Kitas.

Pflege

Die AWO begrüßt die Aussagen zu den kurzfristigen Leistungsverbesserungen (beispielsweise der Ausbau der Betreuungskräfte, Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds etc.). Positiv zu bewerten ist die Stärkung der ambulanten Pflege. Ein weiterer positiver Aspekt ist der Ausbau der zehntägigen Pflegezeit als Lohnersatzleistung analog zum Kinderkrankengeld mit Rechtsanspruch. Die klare Aussage zur Umsetzung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes wird begrüßt. Unklar bleiben aber der Zeitpunkt und die Finanzierung der Umsetzung. Im Vertrag steht nur, dass die Umsetzung in einem zweiten Schritt geschehen soll und „nur“ 0,2 Prozentpunkte kosten soll. Bisherige Berechnungen, die versprechen, dass niemand weniger bekommt, gehen aber von Kosten aus, die 0,4 – 0,5 Prozentpunkte bedeuten würden. Das Grundsatzproblem der Pflegeversicherung, ihre systembedingte Einnahmeschwäche, wird leider nicht gelöst. Die Finanzierungslücke wird regelmäßig wieder auf der Agenda stehen und es sind immer höhere Belastungen durch die Erwerbstätigen zu schultern, während andere Einnahmen verschont bleiben.

Kinder, Frauen, Familie

Die Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende ist zu begrüßen. Es ist genauso erfreulich, dass der Koalitionsvertrag mit dem Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen und Männern regelt. Der Koalitionsvertrag enthält leider keine Aussagen zu Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag, Ehegattensplitting oder Betreuungsgeld – hier sehen wir als AWO weiterhin dringenden Handlungsbedarf.

Beschäftigungspolitik

Die Stärkung der Branchenmindestlöhne über das Arbeitnehmerentsendegesetz ist zu begrüßen. Dasselbe gilt für den Beschluss, dass ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden soll. Hier fehlen jedoch weitere Informationen und konkrete Umsetzungsschritte. Dasselbe gilt für das geplante Rückkehrrecht aus Teilzeitarbeit in Vollzeitarbeit sowie für die Einschränkungen von Werkverträgen. Die AWO dringt auf eine schnelle Umsetzung und weitere Reformen wie etwa eine Eindämmung von Minijobs, die im Koalitionsvertrag noch fehlen.

Arbeitsmarktpolitik

Positiv zu bewerten ist, dass die Verhandlungspartner eine Erhöhung des Eingliederungstitels in Höhe von 1,4 Mrd. Euro vorsehen. Gleichwohl können damit die Kürzungen der vergangenen Jahre nicht kompensiert werden. Für die Gruppe der rund 400.000 Langzeitarbeitslosen, die absehbar keine Chance auf einen Job haben, fehlen geeignete Instrumente. Zielführend wären Investitionen in Fort-, Weiterbildung und sozialpädagogische Begleitung. Das geplante Programm des Europäischen Sozialfonds, mit dem Arbeitgeber durch Lohnkostenzuschüsse angeregt werden sollen Langzeitarbeitslose einzustellen, wird bereits getestet und läuft äußerst schleppend. Die AWO fordert seit langem einen sozialen Arbeitsmarkt mit sinnvoller Beschäftigung, langfristigen Perspektiven und einer professionellen Begleitung für die Betroffenen. Dies muss als Regelinstrument ausgestaltet sein und nicht als Zusatzleistung über den ESF.

Alterssicherung

Der Koalitionsvertrag sieht bedauerlicherweise keine Änderungen der jetzigen Rentenanpassungsformel vor, die unweigerlich zu noch weiteren Absenkungen des Rentenniveaus führt. Die jetzt beschlossene Regelung eines abschlagsfreien Rentenbezugs mit 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren trägt nicht zur Verringerung der Altersarmut bei. Das Konzept der solidarischen Lebensleistungsrente ist zwar von der Zielrichtung richtig, bringt jedoch für die Menschen insgesamt zu wenig. Problematisch ist die Bedarfsprüfung, die eventuell sogar doppelt vollzogen wird. Etwa dann, wenn trotz allem noch Ansprüche auf Grundsicherung im Alter geltend gemacht werden. Zudem sind die Anspruchsvoraussetzungen sehr eng gefasst. Die AWO fordert ein einfaches Freibetragsmodell: In der Grundsicherung müssen Rentenfreibeträge eingeführt werden. Die Verbesserung bei der so genannten „Mütterrente“ ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Anhebung der Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder um einen Punkt ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mehrkosten von über sechs Milliarden Euro sind jedoch aus Steuermitteln zu finanzieren. An den Kosten für die Kindererziehung sind auch diejenigen zu beteiligen, die keine Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung leisten. Richtig ist die Verbesserung für die Bezieher von Erwerbsminderungsrenten. Sie sind in den letzten Jahren deutlich unter die Grenze der Grundsicherung im Alter gerutscht. Insofern ist die Änderung der Regelung bei den Zurechnungszeiten zu begrüßen. Insgesamt scheinen die Maßnahmen in Bezug auf die Alterssicherung ungeeignet, Altersarmut zu verhindern und Lebensstandards zu sichern.

Migration

Wir begrüßen die Abschaffung der Optionspflicht für die hier geborenen Kinder von Migranten. Bedauerlicherweise werden die nicht in Deutschland geborenen Kinder nicht berücksichtigt. Darüber hinaus erfreut die verabredete Bleiberechtsregelung als wichtige Verbesserung. Zu kritisieren ist die Beibehaltung des Asylbewerberleistungsgesetzes, die Unterbringung in Lagern, das Festhalten an der Residenzpflicht und das Sachleistungsprinzip. Im gesamten Koalitionsvertrag fehlen klare Aussagen zur Bekämpfung von Rassismus in Deutschland.





Jugendliche mit der Arbeiterwohlfahrt auf Toleranzkurs

14 11 2013
Zertifikatsübergabe

Zertifikatsübergabe: Höhr-Grenzhäuser Jugendliche setzten sich in den vergangenen Monaten aktiv mit Toleranz, Respekt und ihren eigenen Kompetenzen auseinander

Höhr-Grenzhausen. Das Projekt der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH „Meine starke Seite – Ermittlung, Förderung und Stärkung von interkulturellen und sozialen Kompetenzen“ fand mit der feierlichen Zertifikatsübergabe am 09.11.2013 in Höhr-Grenzhausen einen gelungenen Abschluss der Praxistage. „Den 09.11. haben wir bewusst ausgewählt, es gab an diesem Tag in Deutschland zwei markante geschichtliche Begebenheiten. Zum einen die Novemberprogrome 1938, als sich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stillschweigend von den jüdischen Mitbürgern abgewandt und keine Zivilcourage gezeigt hat. Und zum anderen den Mauerfall 1989, den die ostdeutschen Bürger durch Zivilcourage und ihre friedliche Revolution erwirkten“, erklärt Thorsten Siefert, Geschäftsführer der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gGmbH. Mit der Wahl des Termins für die Zertifikatsübergabe unterstreicht die Arbeiterwohlfahrt den Stellenwert des Projektes. Als Gäste begrüßte die Arbeiterwohlfahrt neben den jugendlichen Teilnehmern und ihren Familienangehörigen Thilo Becker als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, Michael Thiesen als Bürgermeister der Stadt Höhr-Grenzhausen, Vertreter des Begleitausschusses „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und der beteiligten Schulen. In den vergangenen Monaten begleitete die Arbeiterwohlfahrt 35 Schüler der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen auf ihrem Weg zu mehr Toleranz, Stärke und Selbstvertrauen. Im Rahmen des Projektes wurden gesellschaftliche Werte vermittelt und u. a. der respektvolle Umgang mit der Umwelt, Vertrauen und Selbstbewusstsein gefördert. Integrierte Elemente der Wald- und Erlebnispädagogik unterstützten die Kinder, sich mit ihren und den Grenzen anderer auseinanderzusetzen und diese zu akzeptieren. Die Arbeit in Teams und die Bewältigung verschiedener Parcours im Kletterwald erforderten Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft und den Mut, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen. Die Teilnehmer wurden sensibilisiert, frühzeitig Diskriminierung, Ausgrenzung oder Mobbing wahrzunehmen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie lernten, andere Kulturen zu respektieren, Vorurteile zu erkennen und diesen entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurden die persönlichen Kompetenzen jedes Teilnehmers individuell beleuchtet und in einem ProfilPASS-Zertifikat zusammengefasst. Die Teilnehmer erhielten mit dieser strukturierten Dokumentation ihrer Stärken eine wertvolle Ergänzung für ihre Bewerbungsunterlagen. „Die Jugendlichen wurden motiviert, sich selbst zu schätzen und in ihrem Lebensumfeld für mehr Toleranz, kulturoffenes Denken und wertneutrales Handeln zu sorgen“, so Thorsten Siefert weiter.

Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in Kooperation mit dem AWO Ortsverein Höhr-Grenzhausen und der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen angeboten. Es beteiligten sich daran 35 Kinder der Klassenstufen 7, 8 und 9 der Schiller-Schule und der Ernst-Barlach-Realschule plus in Höhr-Grenzhausen.





Ungleiche Chancen in Deutschland

3 06 2013

Berlin, 03. Juni 2013. 53 Prozent der Befragten sind laut aktuellem AWO Sozialbarometer der Ansicht, dass Alter, Herkunft oder Behinderung Gründe für ungleiche Chancen auf eine gute Bildung sind. 72 Prozent der Bürger sehen darin so gar Gründe für Benachteiligung bei der Arbeitsplatzsuche. „Das sind leider sehr ernüchternde Ergebnisse“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Zugleich legen sie schonungslos offen, dass wir es in einem Land wie Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht schaffen, Chancengleichheit für alle herstellen zu können.“

Offenkundig könne es die Vielzahl von Integrationsmaßnahmen für Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderung in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht gewährleisten, den Menschen gleiche Chancen bei Bildung und auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. „Die politisch Verantwortlichen hangeln sich zwar von einem Gipfel zum anderen, aber zukunftsorientierte Diskussionen finden nicht statt. Der Status Quo wird zu oft verwaltet“, betont Stadler. Dabei sei es notwendiger denn je, eine Kultur in Deutschland dafür zu schaffen, in der das Andere anerkannt und eben nicht ausgegrenzt werde. „Was wir deshalb brauchen“, fordert der AWO Bundesvorsitzende, „ist eine fundierte und breite gesellschaftliche Debatte zum Thema Inklusion. Denn nur wenn wir es schaffen, uns systematisch mit der Idee einer inklusiven Gesellschaft zu befassen, können Ungleichheiten in der Gesellschaft behoben werden.“

Diese neuen Herausforderungen seien auch für die AWO Selbstverpflichtung. Der Verband ist aufgefordert, das Thema Inklusion in allen Arbeitsfeldern grundlegend zu diskutieren, um schrittweise einem inklusiven Ansatz gerecht zu werden.

Auftakt dazu ist die 4. Sozialkonferenz Ende Juni in Dortmund.

Weitere Informationen unter http://www.soko2013.awo.org





Lesung – Das Mirakelbuch – Historische Erzählungen aus dem Westerwald

29 10 2012

Begleitet von einer jungen Musikerin mit der Querflöte liest die Autorin Michaela Abresch aus dem „Mirakelbuch“

Ein Buch mit zwölf historischen Geschichten, eingebettet in die waldreichen Hügel des Westerwaldes – Erzählungen von Liebe und Verlust, Angst und Mut, Sehnsucht und Verzweiflung. Lassen Sie sich in die mittelalterlichen Städtchen des Westerwaldes entführen, begeben Sie sich gedanklich auf die Bergfriede einstiger Burgen, hinter die Pforten von Klöstern und Kapellen.

Freitag,23.11.12 ,19h im AWO Pavillon, Parkstraße 8, 56203 Höhr-Grenzhausen





AWO-Umfrage: Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern

2 07 2012

Aktuelle Umfrage des AWO Sozialbarometers

Berlin, 02. Juli 2012. „Bildung ist der Schlüssel, um Armut zu verhindern. Deshalb benötigen alle Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft – die gleichen Chancen auf Bildungserwerb“, fordert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Bei der Frage, ob Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die gleichen Chancen haben, wie Kinder mit deutschen Eltern, herrscht laut dem neuesten AWO-Sozialbarometer* in der Bevölkerung Uneinigkeit. Immerhin 43 Prozent glauben, dass Migrantenkinder weniger Bildungschancen haben.

„Je früher man die Kinder an Bildung heranführt, desto besser“, zeigt sich Stadler überzeugt. So werde viel zu häufig übersehen, dass Bildung schon im frühkindlichen Bereich eine wichtige Rolle spiele. Vor allem beginne hier der Spracherwerb. „Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung in der Kindertagespflege oder in einer Kindertagesstätte hat gerade deshalb für die Integration und für die spätere Fähigkeit der Bildungsaneignung für Kinder aus nicht deutschsprachigen Haushalten, einen  unschätzbarem Wert“, betont Stadler. Der ab August 2013 geltende Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz auch für Kinder mit Migrationshintergrund sei ein Meilenstein und müsse unbedingt eingehalten werden. Hier komme es vor allem auf die  Jugendämter vor Ort an, die bei Familien mit Migrationshintergrund für eine Kinderbetreuung massiv werben sollten. Denn klar sei auch, so der AWO Bundesvorsitzende: „Kinder aus fremdsprachigen Haushalten, die frühzeitig einen Kindergarten besucht haben, werden es in den nachfolgenden Bildungseinrichtungen sicher viel einfacher haben.“

Die AWO engagiert sich für den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz im Rahmen ihrer Kampagne: „jetzt schlägt´s 13“. Mehr Infos unter: www.kita-kampagne.awo.org.

Weitere Informationen zum Sozialbarometer unter www.awo-sozialbarometer.org

 

*Die AWO fragte 1.000 Menschen: Haben Ihrer Meinung nach Kinder von Zuwanderern in Deutschland, bessere, schlechtere oder dieselben Bildungschancen wie Kinder mit deutschen Eltern?  Die Studie wurde von TNS-Infratest durchgeführt. Weitere Informationen unter www.awo-sozialbarometer.org





Der erste Eindruck zählt – Business Knigge in sozialen Unternehmen

29 06 2012

Bewerbungsgespräche, neue Kunden, Geschäftspartner oder Kollegen – was zählt, ist der erste Eindruck, den Sie vermitteln: durch Verhalten, Aussehen, Haltung, Gestik

Doch wie gelingt es, vom ersten Moment an sympathisch zu wirken? Klare Regeln helfen, die entscheidenden Sekunden zu meistern. Von der korrekten Begrüßung über die richtige Kommunikation bis hin zum Small Talk und Dresscodes erfahren Sie in diesem Seminar Neues und festigen Bekanntes.

Seminarinhalte:

  • Eindrucksbildung (wie ein Eindruck entsteht, Möglichkeiten der Einflussnahme,psychologische Effekte)
  • Grundlagen der (Business) Etikette (korrekte Begrüßung, einander bekannt machen, Einsatz der Visitenkarte, korrektes Begleiten, Hierarchien, korrekte Anreden, Dress Codes)
  • Small Talk (sichere und unsichere Themen, Smalltalk beginnen und beenden, elegante Themenwechsel durchführen)
  • Dinner Coaching im Rahmen eines 3-Gang-Menüs (Bestecksprache, Eindeckung, Gast und Gastgeber)

Samstag, 11.8.2012, 10h, bis Sonntag, 12.8.2012, 15h

Referent: Dirk Gillmann

Nähere Informationen zu unseren Referenten finden Sie hier

Bei Rückfragen zum Seminarinhalt oder dem Seminarablauf stehen wir Ihnen gerne über das Kontaktformular oder unter der Rufnummer 02626/3645109 zur Verfügung.

Ihre Investition:

Übernachtung , inkl. Vollverpflegung / Doppelzimmer    499,00 €

Übernachtung , inkl. Vollverpflegung/Einzelzimmer        524,00 €

Ohne Übernachtung , inkl. Vollverpflegung                     474,00 €

Noch sind einige Plätze frei. Buchen können Sie hier: http://www.awo-bildung-und-arbeit.de/unser-programm/arbeit-beruf/

AWO Bildung und Arbeit Westerwald

gemeinnützige GmbH

Ringstraße 9

56242 Quirnbach

Telefon: 02626 / 9239450

Telefax: 026 26 / 3643128

E-Mail thorsten.siefert@awo-bildung-und-arbeit.de
http://www.awo-bildung-westerwald.de

Handelsregister: Amtsgericht Montabaur – Nr. VR 22919

Bilder und Fotos wurden zu Verfügung gestellt von:

de.fotolia.com





Ein Jahr Bundesfreiwilligendienst: etabliert aber noch ausbaufähig

28 06 2012

Berlin. „Der Bundesfreiwilligendienst ist noch ausbaufähig, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts des Jahrestages seiner Einführung. Bei den meisten  Einsatzstellen hätte sich der Wechsel vom Zivildienst zum Freiwilligendienst positiv ausgewirkt. „Freiwillige sind hoch motiviert und engagiert“, zeigt sich Stadler zufrieden. Besonders in der direkten Arbeit mit Menschen wirke sich das sehr positiv aus, da so intensive zwischenmenschliche Beziehungen aufgebaut werden könnten.

Doch die AWO sieht durchaus Nachbesserungsbedarf beim Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Die Qualität der Bildung ist für Freiwilligendienste, die bei der AWO als Bildungs- und Orientierungszeit betrachtet werden, von immenser Bedeutung. Doch nach wie vor hat der Bund im BFD keine Qualitätskriterien für die pädagogische Betreuung vorgelegt“, bemängelt Stadler. Zudem müsse die wichtige Rolle der Träger in diesem Bereich endlich auch gesetzlich verankert werden. Wie im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) leisten die regionalen AWO-Träger die zentrale Begleitungs- und Bildungsarbeit und müssten direkt in die offiziellen Abläufe eingebunden werden, um unnötige bürokratische Hürden abzubauen. „Die Verwaltungsabläufe müssten insgesamt vereinfacht werden“, fordert Stadler. Um den BFD noch attraktiver zu gestalten, wären zudem bundeseinheitliche Regelungen etwa zur Anerkennung für Ausbildungs- oder Studiengänge wünschenswert.

Aktuell engagieren sich bei der AWO rund 1.650 Bundesfreiwillige. Dazu kommen die zahlreichen Neuverträge der Schulabgänger, die ab Herbst ihren BFD beginnen. Damit hat sich die Zahl der Menschen, die einen Freiwilligendienst bei der AWO leisten, seit letztem Jahr auf insgesamt ca. 4.700 fast verdoppelt. „Vor dem Hintergrund der starken Nachfrage benötigen wir mehr Mittel und zwar für den Bundesfreiwilligendienst und das FSJ“, betont Stadler.

Über zwei Drittel der Bundesfreiwilligen bei der AWO engagieren sich ein Jahr oder länger. Abgesehen von leichten regionalen Unterschieden, gibt es in etwa genauso viele männliche wie weibliche Freiwillige. Der überwiegende Teil der Bundesfreiwilligen bei der AWO ist unter 27 Jahre (79 Prozent). Besonders viele ältere Freiwillige gibt es in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Über 60 Prozent der Freiwilligen leistet einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst, knapp zehn Prozent sind bis zu 18 Monate im Einsatz. Die übrigen 30 Prozent der Freiwilligen engagieren sich zwischen sechs und elf Monaten. Kitas, Jugendzentren, offene Ganztagsschulen und Seniorenzentren sind sowohl im Bundesfreiwilligendienst, als auch im FSJ die beliebtesten Einsatzbereiche.








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