AWO ruft zur Teilnahme an morgiger Mahnwache für Pariser Opfer in Berlin auf

12 01 2015

Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wilhelm Schmidt und der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler erklären:

„Wir rufen unsere Mitglieder, Beschäftigten und Anhängerinnen und Anhänger dazu auf, sich an der morgigen Mahnwache für die insgesamt 17 Opfer der terroristischen Überfälle vom vergangenen Mittwoch und Donnerstag in Paris, zu beteiligen. Die Mahnwache beginnt um 18 Uhr am Berliner Brandenburger Tor und wurde von der Türkischen Gemeinde Deutschlands und dem Zentralrat der Muslime initiiert und wird von inzwischen von vielen politischen Parteien und Organisationen unterstützt.

Im Namen der gesamten Arbeiterwohlfahrt, die für eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft steht, möchten wir gegenüber den Angehörigen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Ihnen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme. Diese terroristischen Akte von Einzeltätern dürfen aber nicht dazu führen, dass Ressentiments oder Angst gegen Menschen anderen Glaubens geschürt werden und somit unsere solidarische Gesellschaftsordnung gespalten wird.“

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AWO unterstützt Protestmarsch der Flüchtlinge

5 10 2012

Berlin, 05. Oktober 2012. „In Deutschland lebenden Flüchtlingen muss ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden“, fordert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts des Flüchtlings-Protestmarschs aus Würzburg, der heute nach 500 km Fußmarsch Berlin erreicht. „Flüchtlinge benötigen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt“, betont Döcker, nur so könne man ihnen ein Leben in Würde und Menschlichkeit in Deutschland ermöglichen.

Die Flüchtlinge wollen durch ihren Protestmarsch, der sie quer durch Deutschland führte, die Abschaffung diskriminierender Maßnahmen wie dem Sachleistungsprinzip und der Residenzpflicht erreichen. „Flüchtlinge müssen ein durch Ausbildung und Arbeit selbstbestimmtes Leben führen können, denn erst ihre Ausgrenzung aus der Gesellschaft führt zu Ängsten, Vorurteilen und Rassismus bei der Bevölkerung“, betont das AWO Vorstandsmitglied Döcker.





AWO verleiht Heinrich-Albertz-Friedenspreis an Jutta Limbach

10 11 2011


Berlin, 08. November 2011. Mit der heutigen Verleihung des Heinrich-Albertz-Friedenspreises würdigte die AWO in Anwesenheit zahlreicher namhafter Gäste aus Politik und Gesellschaft, das Wirken und Handeln von Prof. Dr. Jutta  Limbach. So empfand der AWO Präsident Wilhelm Schmidt „eine tiefe Ehre, dass wir Jutta Limbach als eine der großen Demokratinnen in diesem Lande ehren dürfen, die sich besonders durch ihre unermüdliche Bereitschaft, sich für das Gemeinwesen zu engagieren, auszeichnet“. Jutta Limbach setzt sich stets und besonders in ihren früheren Positionen als Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und als Präsidentin des Goethe-Instituts für das Recht, für die demokratischen Grundwerte und für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Dabei zeichnete sie sich immer durch ihre hohe Fachlichkeit, ihre innere Unabhängigkeit und den Mut zu unbequemen Wahrheiten aus.

Die Laudatio auf Prof. Dr. Jutta Limbach hielt der vorangegangene Preisträger Dr. Hans-Jochen-Vogel. Der ehemalige Bundesminister, Bundesvorsitzender der SPD und Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion ehrte Limbach indem er unter anderem betonte, dass sie „die mit ihren Positionen in der öffentliche Verantwortung verbundenen Machtbefugnisse nicht zur Stärkung des eigenen Egos, sondern für die Verbesserung der Lebensverhältnisse ihrer Mitmenschen nutzte.“

Die Preisträgerin fühlte sich sichtlich geehrt und erinnert daran, dass der Namensgeber des Preises Heinrich Albertz „unter Politik die Aufgabe verstand, die Mühsal der menschlichen Existenz zu erleichtern“. Deshalb könne die Arbeiterwohlfahrt zu Recht stolz sein, dass er von 1949 bis 1965 ihr Bundesvorsitzender war. Zudem betonte Limbach, dass die politischen Freiheits- und die sozialen Teilhaberechte einander wechselseitig bedingen und dass sie beide die Grundlage einer Demokratie wären. In diesem Zusammenhang kritisierte sie: „Die von Marie Juchacz ersehnte Chancengleichheit lässt nach wie vor zu wünschen übrig. Noch immer hängen die Bildungschancen der Kinder von den Berufen und von den Einkommen der Eltern ab. Wir sind nach wie vor gefordert, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die aus der familiären Herkunft der Eltern resultieren“, betonte Limbach abschließend.

Mit dem Heinrich-Albertz-Friedenspreis ehrt die AWO seit 1999 Persönlichkeiten, die Solidarität und soziale Verantwortung in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen und die sich um die Ausgestaltung der Grundwerte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit und um den inneren und äußeren Frieden in besonderer Weise verdient gemacht haben. Jutta Limbach ist bereits Preisträgerin der Marie-Juchacz-Plakette, der höchsten Auszeichnung der Arbeiterwohlfahrt.

Bisherige Preisträger:

1999: Johannes Rau

2001: Paul Spiegel

2005: Gerhard Schröder

2008: Jochen Vogel





Kinderschutzgesetz mit Mängeln

27 10 2011

Berlin, 27. Oktober 2011. „Flächendeckend Frühe Hilfen schon im Zeitraum der Schwangerschaft und in der ersten Lebensphase als Anspruch einzuführen, ist absolut richtig“, betont  der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der heutigen Bundestagsabstimmung über das Kinderschutzgesetz. Darüber hinaus begrüßt Stadler, dass der Bund die Länder zumindest in Bezug auf die Familienhebammen dauerhaft finanziell unterstützen möchte. Doch das Gesetz hat Schwachpunkte. So fehle der individuelle Rechtsanspruch auf Frühe Hilfen im Jugendhilfebereich. Und der Forderung des Bundesrates, Frühe Hilfen als „gemeinsame Aufgabe sowohl der Kinder- und Jugendhilfe, als auch des Gesundheitsbereichs“ im Gesetz zu verankern, wurde von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums mit Schweigen begegnet. „Das ist ein lähmender Strukturfehler, erklärt Stadler, denn „Kindeswohl und Kindesgesundheit gehören zusammen.“

Im Interesse der besonders belasteten Familien wäre es notwendig, dass Frauenkliniken, Geburtsstationen und Haus- und Kinderärzte so früh wie möglich genauso Hilfeleistungen erbringen müssen, wie es von den Jugendämtern verlangt wird. Doch durch seine Verweigerungshaltung trägt das Bundesgesundheitsministerium die Verantwortung für einen Strukturfehler, der  sich im Einzelfall lebensgefährdend auf die Gesundheit von betroffenen Kindern auswirken kann. „Hier muss dringend nachgebessert werden“, fordert Stadler. Zudem müssten Krankenkassen gesetzlich verpflichtet werden, regelmäßige Präventionsleistungen, wie zum Beispiel eine Verlängerung der Hebammenleistungen auf sechs Monate zu übernehmen. Im Interesse der Schwächsten und damit im Interesse für die Gesellschaft. Denn: „wer früh hilft, hilft besser – und viel billiger obendrein“, erklärt Stadler.








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