Mittel sinken, Bedarf steigt: Migrationsberatung ist unentbehrlich

15 09 2014

Berlin, 15. September 2014. In deutschen „Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderinnen und Zuwanderer“ (MBE) ist die Zahl der Ratsuchenden seit 2011 um 57 Prozent gestiegen. Die Mittel für das bundesweite Beratungsprogramm sind jedoch gesunken. Am heutigen Aktionstag der MBE will die Arbeiterwohlfahrt auch auf diesen Widerspruch und die Leistung der Beratungsstellen aufmerksam machen.

„Steigende Einwanderungszahlen und die Aufnahme von Flüchtlingen verstärken auch zukünftig den Bedarf an einem guten Beratungsangebot. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten, dass jeder Neuzuwanderer die Gelegenheit zu einem Erstgespräch über Angebote zur Integration bekommen soll. Das ist eine richtige Entscheidung, sie muss aber auch mit entsprechenden Mitteln unterfüttert werden“, erklärt das AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker.

Das Beratungsprogramm „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderinnen und Zuwanderer“ (MBE) ist vor zehn Jahren als Nachfolgeprogramm aus den Bundesprogrammen „Soziale Beratung und Betreuung von Aussiedlern“ und „Ausländersozialberatung“ hervorgegangen. Die sozialpädagogische Beratung und Begleitung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte steht dabei im Zentrum. So wird auch gesellschaftliche Teilhabe möglich. „In den Beratungsstellen erhalten die Zuwanderer Zugänge zu wichtigen Informationen zum Beispiel über Sprachkurse, den Arbeitsmarkt und über Bildungs- und Qualifizierungsangebote“, hebt Döcker hervor.

In rund 570 Beratungsstellen in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege wurden 2013 rund 160 000 Personen beraten, während es 2011 noch 100 000 waren. Gleichzeitig hat sich der Bundeszuschuss für die MBE seit 2005 von 27 Millionen auf 26,2 Millionen Euro reduziert. Nur durch Eigenmittel können derzeit die Trägerverbände die professionelle Arbeit vor Ort sichern. Mit den kontinuierlich steigenden Lohn- und Lohnnebenkosten sowie steigenden Miet- und Energiekosten wachsen jedoch diese Beträge. „Es muss klar ausgesprochen werden, dass die wirtschaftliche Lage viele Beratungsstellen vor extreme Herausforderungen stellt und sogar ihre Existenz bedroht. Es wäre fatal das nahezu flächendeckende Angebot der Beratungsstellen nicht aufrecht zu erhalten. Das sollte die Politik erkennen und handeln“, unterstreicht das Vorstandsmitglied.

Damit die MBE weiterhin ihre Aufgaben erfüllen kann, braucht es eine verstärkte Bundesförderung. Sie muss sich – wie in den „Förderrichtlinien der MBE“ vorgesehen – an der neu angesetzten Personalkostenförderung des Bundes für das Jahr 2015 orientieren und sollte um mindestens sieben Millionen Euro erhöht werden.

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AWO schult Aktiv gegen den Fachkräftemangel

9 09 2013

Erste Qualifizierungsreihe in Berlin gestartet

Berlin, 09. September 2013. „Die Zufriedenheit des Personals, welches bei uns tätig ist,  ist zentral für uns als Arbeitgeber, um dem Fachkräftemangel in sozialen Berufen aktiv entgegen zu wirken“, so AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der heute in Berlin gestarteten Qualifizierungsreihe Aktiv gegen den Fachkräftemangel.

In fünf Modulen lernen Leitungskräfte in der AWO Bundesakademie Konzepte und Methoden der Personalbindung kennen und führen eigene Projekte zur Organisations- und Personalentwicklung in ihren Einrichtungen vor Ort durch.  Zentral sind dabei die Themen Führen und Leiten mit dem Blick auf die Vielfalt und die Gesundheit der Mitarbeitenden sowie die Life-Work-Balance.   

In der Qualifizierung steht die Praxis in den Einrichtungen im Mittelpunkt. Durch kollegiale Beratung und Expertenbegleitung werden Best Practice Beispiele genutzt, um gewonnenes Wissen in Weiterentwicklung  umzusetzen. „Personalbindung findet vor Ort statt“, unterstreicht Döcker. Die Qualifizierungsreihe wird daher auch nicht nur bundeszentral in Berlin angeboten, sondern ab Dezember 2013 auch an den Standorten Remagen-Rolandseck und Gültstein/Stuttgart.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dorina Kunzweiler-Holzer, dorina.kunzweiler-holzer@awo.org, 030-26309-174 und unter: http://www.awo-informationsservice.org/index.php?id=814&tx_ttnews%5Btt_news%5D=5547&cHash=2b972b9b5721af2d082bd6f8fa529d57

 





Bildungspaket durch Investitionen in Kinder- und Jugendhilfe ersetzen

29 04 2013

Berlin. „Das Bildungspaket kommt bei zu vielen armen Kindern nicht an“, stellt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Bundesministerin Ursula von der Leyen zur Mittelverwendung und Inanspruchnahme des Bildungs- und Teilhabepakets für 2012 fest. „Schuld daran ist der unverhältnismäßig hohe bürokratische Aufwand“, zeigt sich Stadler überzeugt und ergänzt: „Die AWO fordert, das Bildungspaket durch Investitionen in die Kinder- und Jugendhilfe zu ersetzen. Nur dann kommt die Unterstützung tatsächlich bei denen an, die sie am nötigsten brauchen.“ Als erste Sofortmaßnahme fordert Stadler, die 2012 nicht verwendeten Mittel in Schulsozialarbeiterstellen zu investieren. Die Finanzierung dieser erfolgreichen Maßnahme des Bildungspaketes würde sonst zum Jahresende auslaufen.

 

Insbesondere in Bundesländern mit vielen anspruchsberechtigen Kindern und Jugendlichen gelinge es nicht, die Leistungen an die Berechtigten zu bringen. „Leider sind häufig diejenigen, die unsere Unterstützung am nötigsten haben, am schwierigsten zu erreichen. Benachteiligte Kinder und Jugendliche erreicht man am besten in Beratungs- und Begegnungsstellen sowie in Kitas und Schulen. Hier muss das Geld investiert werden“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt. Ziel müsse ein qualitativ und quantitativ umfassendes Angebot an Bildung, Betreuung und Erziehung für alle Kinder und Jugendlichen sein. „Ein weiter so kann und darf es nicht geben. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist gescheitert“, betont Stadler abschließend.





Sozialer Arbeitsmarkt ermöglicht Arbeit statt Hartz IV

16 12 2012

Berlin, 14. Dezember 2012. „Wir wissen seit langem, dass viele Menschen, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, absehbar keinen Job bekommen werden und die so genannte Aktivierung deswegen einfach ins Leere läuft“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler und ergänzt: „Genau deshalb unterstützen wir den heute im Bundesrat zur Beratung stehenden Antrag der SPD-Länder  zum Sozialen Arbeitsmarkt.“ Dieser würde sich für die Belange langzeitarbeitsloser Menschen einsetzen.

„Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, in das Arbeitsleben integriert zu werden und das ermöglicht ein Sozialer Arbeitsmarkt.  Die AWO unterstützt das Modell des Passiv-Aktiv-Transfers, wonach Geldleistungen, die bisher für die Unterstützung von arbeitslosen Menschen verwendet werden, stattdessen für die Finanzierung von Arbeitsplätzen genutzt werden. „Wir hoffen sehr, dass sich das Parlament von diesem erfolgsversprechenden Modell überzeugen lässt“, erklärt Stadler. Ein sozialer Arbeitsmarkt mit Instrumenten, die den arbeitslosen Menschen nach ihren Neigungen und Bedürfnissen entgegenkommen, sei dringend notwendig. Wenn nötig, müsse zudem sozialpädagogische Begleitung und Qualifizierung der Betroffenen gewährleistet sein.

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosengeld-II-Bezieher ist durchgängig länger als zweieinhalb Jahre im Leistungsbezug. Rund 40 Prozent haben keinen Ausbildungsabschluss, ähnliches gilt für Menschen mit Behinderung oder schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen. Viele weisen gleichzeitig  mehrere Problemlagen auf, die eine Integration in Arbeit verhindern. „Für diese „schwervermittelbaren“ Menschen ist der Soziale Arbeitsmarkt die vielleicht letzte Chance, am Arbeitsleben teilzuhaben“, betont Stadler abschließend.

Die AWO beschloss auf ihrer Bundeskonferenz Ende November folgendes Konzept zur  „Öffentlich geförderten Beschäftigung“.





Online Pflege- und Seniorenberatung bei der AWO

21 06 2012

20. Juni 2012. „Die  Online-Beratung wird weiter wachsen“, erklärt AWO Vorstandmitglied Brigitte Döcker anlässlich der gestrigen Abschlusstagung des Projekts (Online-)Pflege- und Seniorenberatung. Im Rahmen des Projektes wurden insgesamt 350 Frauen und Männer für die (Online-)Pflege- und Seniorenberatung geschult. Das zentrale Ziel der Qualifizierungsmaßnahme war es, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, eine hochwertige, qualitätsgesicherte und klientenzentrierte Pflege- und Seniorenberatung durchführen zu können.

„Neben der Qualifizierung der Mitarbeitenden war das Ziel des Projekts mit dem Aufbau und Betrieb der AWO Online-Pflegeberatung, eine weitere wichtige Möglichkeit der Pflegeberatung zu schaffen, die klientenzentriert, kostenlos, anonym, orts- und zeitunabhängig alle Fragen rund um das Thema Pflege und Alter beantwortet“, erklärt Döcker. Seit nun mehr einem Jahr bekommen hier Betroffene, aber auch deren Angehörige Rat zu Themen, wie: „Wer hilft mir weiter, wenn mein Angehöriger pflegebedürftig wird oder wie bekomme ich eine Pflegestufe?“. Döcker erklärt: „Damit haben wir eine Versorgungslücke in der Pflegeberatung geschlossen“. Und der Erfolg gibt der AWO Recht: „Die Online-Beratung war so erfolgreich, dass die AWO sie dauerhaft weiterbetreiben wird“, verkündet Brigitte Döcker erfreut.

Unter dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – In der (Online-)Pflegeberatung gibt es immer etwas zu tun“, wurden am gestrigen Veranstaltungstag neben einem Rückblick zum Projekt vor allem aktuelle und zukünftige Entwicklungen der (Online) Pflegeberatung thematisiert. Natürlich wurde auch die im Projekt entstandene Online-Pflege-und Seniorenberatungsplattform (www.awo-pflegeberatung-online.de) vorgestellt. Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds – Förderrichtlinie Rückenwind.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Projekt finden Sie unter: www.awo-opus.de





Woche der Müttergesundheit: AWO startet Beratungsoffensive

2 10 2011

Berlin, 30. September 2011. „Mütter sollten an die eigene Gesundheit denken und zwar bevor all ihre Kraftreserven aufgebraucht sind“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker die Gründe für die Beteiligung vieler AWO Beratungsstellen und Kliniken an der bundesweiten „Woche der Müttergesundheit“, die vom 03. bis 09. Oktober stattfindet. Ziel der Aktionswoche ist es, auf die spezifischen Gesundheitsleistungen für Mütter und deren Kinder aufmerksam zu machen.

Viele Frauen kennen ihre Möglichkeiten und Rechte nicht. „Wir wollen sie darüber informieren und ihnen den besonderen Nutzen von Vorsorge und Rehamaßnahmen näher bringen“, erklärt Döcker. So zum Beispiel würden Mutter-Kind-Kurmaßnahmen, eine gesetzliche Pflichtleistung der Krankenversicherung, Frauen und ihren Kindern eine hervorragende Möglichkeit bieten, ihre Gesundheit zu stärken. „Wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen, sollten sich Mütter oder auch Väter nicht scheuen, einen Antrag zu stellen“, betont Brigitte Döcker. Dabei gilt es zu bedenken, dass das Antrags- und Genehmigungsverfahren einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. Deshalb sei jetzt der beste Zeitpunkt, um sich über Kurmöglichkeiten im Winter informieren und beraten zu lassen.

In der Aktionswoche organisieren viele Kliniken und Beratungsstellen einen Tag der offenen Tür, Feste, Fachveranstaltungen und Informationsabende. Welche Kliniken oder Beratungsstellen sich beteiligen, erfahren Sie unter www.muettergenesungswerk.de oder direkt bei den Einrichtungen vor Ort.

Informationen und praktische Unterstützung bei der Antragstellung für Kuren gibt es kostenlos bei den bundesweit über 220 Beratungsstellen der AWO, aber auch bei der Kurberatungs-Hotline der AWO – 01803 – 34 47 23 (9 Cent/min) –, sollte es vor Ort keine Beratungsstelle geben.

Die bundesweite Woche der Müttergesundheit wurde initiiert von der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung, Müttergenesungswerk.





AWO bietet kostenfreie Online-Pflegeberatung

15 09 2011

Die AWO bietet seit Mai im Bereich der Pflege und Senioren eine Onlineberatung an. Unter www.awo-pflegeberatung-online.de finden die mehr als zwei Millionen pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige sowie weitere Interessierte kostenfrei schnelle und anonyme Hilfe. Sie ist zudem jederzeit und an jedem Ort, an dem es eine Internetverbindung gibt, verfügbar“, erklärt Brigitte Döcker,Bundesvorstandsmitglied, den neuen AWO-Service. „Per E-Mail gestellte Fragen werden von unseren Pflegeexperten innerhalb von maximal 48 Stunden* beantwortet“, verspricht Döcker allen Ratsuchenden.

Wer Rat sucht, sieht sich in einer Notlage. In dieser Situation ist die AWO für Senioren oder deren Angehörige häufig erster Ansprechpartner für Fragen sowohl aus dem konkreten Pflegebereich als auch über die Pflege hinaus. Die Online-Pflegeberatung der AWO kann hier Angehörige entlasten und den Ratsuchenden Unterstützung geben. Das Team der AWO-Experten bietet Onlineberatung zu folgenden Themen: Leistungsansprüche, Dienstleistungsangebote, Aktive Lebensgestaltung sowie Demenz und Vorsorgemöglichkeiten. „Bei der Umsetzung der Onlineberatung war uns auch das Thema Datenschutz besonders wichtig, da Ratsuchende hier sehr private Daten übermitteln. Deshalb haben wir die strengsten Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre von Ratsuchenden ergriffen“, garantiert Brigitte Döcker die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz.

Die Zahl der über 50-jährigen Internetnutzer steigt seit einigen Jahren stark an. Im Internet nach Beratung zu suchen und E-Mails zu schreiben wird auch für diese Altersgruppen immer mehr zur Normalität. Besonders im Bereich der Altenhilfe spielen Beratungsangebote eine große Rolle, da hier dem großen Bedarf und den vielfältigen Bedürfnissen eine hohe Anzahl von Angeboten gegenübersteht. Darüber hinaus ist die Sozialgesetzgebung kompliziert, die Menschen kennen die Leistungen oft nicht, wissen nicht, wo sie Hilfe in einer Pflegesituation erhalten. Die Ratsuchenden können sich nun von dem neuen Service der AWO unterstützen lassen.

Mehr Informationen unter: www.awo-pflegeberatung-online.de/

*Gilt für Werktage








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