Conny Reuter, SOLIDAR Secretary General: Child Labour – Indignation is not enough

13 06 2014

The Football World Cup started yesterday in Brazil on the World Day against Child Labour. What a coincidence knowing that many of the official and non-official supporters’-, staff- and sports clothes have been produced by children under inhuman and indecent working conditions. When a factory in Bangladesh crashes burying thousands of children, men and women, indignation is high, but often ends when the consumer is confronted to a choice driven by a difference in price. The response should be increased awareness that every price also has a social price: with over 168 million children suffering from child labour worldwide and half of them in jobs that put their health and safety at risk, the ILO has rightly stressed the need to address the root that causes child labour and has called governments to step up their efforts to extend social protection in order to help keep children out of child labour: social protection enables access to education, health care and nutrition and plays a critical role in the fight against child labour.

The World Day against Child Labour follows a few days after the ILO released its World Social Protection Report 2014/15, which shows that many children do not receive the child and family benefits they need to realise their potential. Social underinvestment in children jeopardises their rights and their future, including their right to be protected from child labour.

In this sense the World Day 2014 calls for: 1) Action to introduce, improve and extend social protection, in line with the ILO Recommendation No. 202 on social protection floors. 2) National social security systems that are sensitive to children’s needs and help fight child labour. 3) Social protection that reaches out to especially vulnerable groups of children.

Social protection plays a significant role in ending child labour. Pensions, as well as unemployment, maternity, employment injury and disability benefits also help to prevent situations where children have to work to supplement inadequate or insecure family incomes or enter child labour due to death, injury, sickness or other sudden income shocks. Yet, worldwide, only 12 per cent of unemployed workers receive unemployment benefits; only 28 per cent of women in employment are protected through maternity benefits, and only 52 per cent of those over retirement age receive a pension.

We as SOLIDAR support the implementation of the ILO SPF Recommendation 202 and together with our members we will continue to campaign for Decent Work, for Global Social Protection and against child labour. Social Protection is essential to eradicate child labour! It is a step towards more Social Justice!

Join the Red Card to Child Labour campaign

 

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AWO Einschätzung zum Koalitionsvertrag

29 11 2013

Wir brauchen ein soziales Deutschland!

Berlin, 28. November 2013. „Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD ist die Grundlage für unsere fachliche Einschätzung. Entscheidend ist, ob die sozialen Missstände in unserer Gesellschaft konsequent angegangen werden“, erklärt AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Klar ist: „Für eine sozial gerechte Gesellschaft brauchen wir dringend Investitionen ins Soziale“, ergänzt Stadler. Deshalb sind die anberaumten Ausgaben in Höhe von 40 Milliarden zu begrüßen, gleichwohl deren Finanzierung nachdenklich stimmt. Insbesondere die Kostendeckung von 23 Milliarden Euro aus den Sozialversicherungen ist bedenklich. „Wenn man nachhaltige Sozialpolitik machen und die dringend notwendigen Investitionen solide finanzieren will, wird man um Steuererhöhungen für die obersten Prozent der Gesellschaft nicht umhin kommen“, führt der Bundesvorsitzende aus. Vor allem fehlen konkrete Vorschläge wie die Arbeit in den Kommunen gestärkt wird. Die abschließende Bewertung des vorgelegten Koalitionsvertrages für die 18. Legislaturperiode erfolgt nach den fachlichen Positionen der Arbeiterwohlfahrt. Der angelegte Maßstab ist der AWO Forderungskatalog, der 20 zusammengefasste zentrale Forderungen umfasst. Zu einigen Bereichen sind bereits jetzt erste Tendenzen auszumachen.

Bildung, Betreuung, Erziehung

Die zusätzlichen sechs Milliarden Euro für Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Hochschulen der Länder sind richtig. Von einer substanziellen Verbesserung im Bereich Kindertagesbetreuung findet sich im Koalitionsvertrag nichts. So fehlt das Vorhaben eines bundesweiten Qualitätsgesetzes. Es fehlt eine regelhafte finanzielle Beteiligung des Bundes an den Betriebskosten für Kitas.

Pflege

Die AWO begrüßt die Aussagen zu den kurzfristigen Leistungsverbesserungen (beispielsweise der Ausbau der Betreuungskräfte, Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds etc.). Positiv zu bewerten ist die Stärkung der ambulanten Pflege. Ein weiterer positiver Aspekt ist der Ausbau der zehntägigen Pflegezeit als Lohnersatzleistung analog zum Kinderkrankengeld mit Rechtsanspruch. Die klare Aussage zur Umsetzung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes wird begrüßt. Unklar bleiben aber der Zeitpunkt und die Finanzierung der Umsetzung. Im Vertrag steht nur, dass die Umsetzung in einem zweiten Schritt geschehen soll und „nur“ 0,2 Prozentpunkte kosten soll. Bisherige Berechnungen, die versprechen, dass niemand weniger bekommt, gehen aber von Kosten aus, die 0,4 – 0,5 Prozentpunkte bedeuten würden. Das Grundsatzproblem der Pflegeversicherung, ihre systembedingte Einnahmeschwäche, wird leider nicht gelöst. Die Finanzierungslücke wird regelmäßig wieder auf der Agenda stehen und es sind immer höhere Belastungen durch die Erwerbstätigen zu schultern, während andere Einnahmen verschont bleiben.

Kinder, Frauen, Familie

Die Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende ist zu begrüßen. Es ist genauso erfreulich, dass der Koalitionsvertrag mit dem Programm „Perspektive Wiedereinstieg“ den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen und Männern regelt. Der Koalitionsvertrag enthält leider keine Aussagen zu Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag, Ehegattensplitting oder Betreuungsgeld – hier sehen wir als AWO weiterhin dringenden Handlungsbedarf.

Beschäftigungspolitik

Die Stärkung der Branchenmindestlöhne über das Arbeitnehmerentsendegesetz ist zu begrüßen. Dasselbe gilt für den Beschluss, dass ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden soll. Hier fehlen jedoch weitere Informationen und konkrete Umsetzungsschritte. Dasselbe gilt für das geplante Rückkehrrecht aus Teilzeitarbeit in Vollzeitarbeit sowie für die Einschränkungen von Werkverträgen. Die AWO dringt auf eine schnelle Umsetzung und weitere Reformen wie etwa eine Eindämmung von Minijobs, die im Koalitionsvertrag noch fehlen.

Arbeitsmarktpolitik

Positiv zu bewerten ist, dass die Verhandlungspartner eine Erhöhung des Eingliederungstitels in Höhe von 1,4 Mrd. Euro vorsehen. Gleichwohl können damit die Kürzungen der vergangenen Jahre nicht kompensiert werden. Für die Gruppe der rund 400.000 Langzeitarbeitslosen, die absehbar keine Chance auf einen Job haben, fehlen geeignete Instrumente. Zielführend wären Investitionen in Fort-, Weiterbildung und sozialpädagogische Begleitung. Das geplante Programm des Europäischen Sozialfonds, mit dem Arbeitgeber durch Lohnkostenzuschüsse angeregt werden sollen Langzeitarbeitslose einzustellen, wird bereits getestet und läuft äußerst schleppend. Die AWO fordert seit langem einen sozialen Arbeitsmarkt mit sinnvoller Beschäftigung, langfristigen Perspektiven und einer professionellen Begleitung für die Betroffenen. Dies muss als Regelinstrument ausgestaltet sein und nicht als Zusatzleistung über den ESF.

Alterssicherung

Der Koalitionsvertrag sieht bedauerlicherweise keine Änderungen der jetzigen Rentenanpassungsformel vor, die unweigerlich zu noch weiteren Absenkungen des Rentenniveaus führt. Die jetzt beschlossene Regelung eines abschlagsfreien Rentenbezugs mit 63 Jahren nach 45 Versicherungsjahren trägt nicht zur Verringerung der Altersarmut bei. Das Konzept der solidarischen Lebensleistungsrente ist zwar von der Zielrichtung richtig, bringt jedoch für die Menschen insgesamt zu wenig. Problematisch ist die Bedarfsprüfung, die eventuell sogar doppelt vollzogen wird. Etwa dann, wenn trotz allem noch Ansprüche auf Grundsicherung im Alter geltend gemacht werden. Zudem sind die Anspruchsvoraussetzungen sehr eng gefasst. Die AWO fordert ein einfaches Freibetragsmodell: In der Grundsicherung müssen Rentenfreibeträge eingeführt werden. Die Verbesserung bei der so genannten „Mütterrente“ ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Anhebung der Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder um einen Punkt ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die Mehrkosten von über sechs Milliarden Euro sind jedoch aus Steuermitteln zu finanzieren. An den Kosten für die Kindererziehung sind auch diejenigen zu beteiligen, die keine Beiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung leisten. Richtig ist die Verbesserung für die Bezieher von Erwerbsminderungsrenten. Sie sind in den letzten Jahren deutlich unter die Grenze der Grundsicherung im Alter gerutscht. Insofern ist die Änderung der Regelung bei den Zurechnungszeiten zu begrüßen. Insgesamt scheinen die Maßnahmen in Bezug auf die Alterssicherung ungeeignet, Altersarmut zu verhindern und Lebensstandards zu sichern.

Migration

Wir begrüßen die Abschaffung der Optionspflicht für die hier geborenen Kinder von Migranten. Bedauerlicherweise werden die nicht in Deutschland geborenen Kinder nicht berücksichtigt. Darüber hinaus erfreut die verabredete Bleiberechtsregelung als wichtige Verbesserung. Zu kritisieren ist die Beibehaltung des Asylbewerberleistungsgesetzes, die Unterbringung in Lagern, das Festhalten an der Residenzpflicht und das Sachleistungsprinzip. Im gesamten Koalitionsvertrag fehlen klare Aussagen zur Bekämpfung von Rassismus in Deutschland.





Jugendliche mit der Arbeiterwohlfahrt auf Toleranzkurs

14 11 2013
Zertifikatsübergabe

Zertifikatsübergabe: Höhr-Grenzhäuser Jugendliche setzten sich in den vergangenen Monaten aktiv mit Toleranz, Respekt und ihren eigenen Kompetenzen auseinander

Höhr-Grenzhausen. Das Projekt der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gemeinnützige GmbH „Meine starke Seite – Ermittlung, Förderung und Stärkung von interkulturellen und sozialen Kompetenzen“ fand mit der feierlichen Zertifikatsübergabe am 09.11.2013 in Höhr-Grenzhausen einen gelungenen Abschluss der Praxistage. „Den 09.11. haben wir bewusst ausgewählt, es gab an diesem Tag in Deutschland zwei markante geschichtliche Begebenheiten. Zum einen die Novemberprogrome 1938, als sich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung stillschweigend von den jüdischen Mitbürgern abgewandt und keine Zivilcourage gezeigt hat. Und zum anderen den Mauerfall 1989, den die ostdeutschen Bürger durch Zivilcourage und ihre friedliche Revolution erwirkten“, erklärt Thorsten Siefert, Geschäftsführer der AWO Bildung und Arbeit Westerwald gGmbH. Mit der Wahl des Termins für die Zertifikatsübergabe unterstreicht die Arbeiterwohlfahrt den Stellenwert des Projektes. Als Gäste begrüßte die Arbeiterwohlfahrt neben den jugendlichen Teilnehmern und ihren Familienangehörigen Thilo Becker als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen, Michael Thiesen als Bürgermeister der Stadt Höhr-Grenzhausen, Vertreter des Begleitausschusses „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ und der beteiligten Schulen. In den vergangenen Monaten begleitete die Arbeiterwohlfahrt 35 Schüler der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen auf ihrem Weg zu mehr Toleranz, Stärke und Selbstvertrauen. Im Rahmen des Projektes wurden gesellschaftliche Werte vermittelt und u. a. der respektvolle Umgang mit der Umwelt, Vertrauen und Selbstbewusstsein gefördert. Integrierte Elemente der Wald- und Erlebnispädagogik unterstützten die Kinder, sich mit ihren und den Grenzen anderer auseinanderzusetzen und diese zu akzeptieren. Die Arbeit in Teams und die Bewältigung verschiedener Parcours im Kletterwald erforderten Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft und den Mut, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen. Die Teilnehmer wurden sensibilisiert, frühzeitig Diskriminierung, Ausgrenzung oder Mobbing wahrzunehmen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Sie lernten, andere Kulturen zu respektieren, Vorurteile zu erkennen und diesen entgegenzuwirken. Darüber hinaus wurden die persönlichen Kompetenzen jedes Teilnehmers individuell beleuchtet und in einem ProfilPASS-Zertifikat zusammengefasst. Die Teilnehmer erhielten mit dieser strukturierten Dokumentation ihrer Stärken eine wertvolle Ergänzung für ihre Bewerbungsunterlagen. „Die Jugendlichen wurden motiviert, sich selbst zu schätzen und in ihrem Lebensumfeld für mehr Toleranz, kulturoffenes Denken und wertneutrales Handeln zu sorgen“, so Thorsten Siefert weiter.

Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ in Kooperation mit dem AWO Ortsverein Höhr-Grenzhausen und der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen angeboten. Es beteiligten sich daran 35 Kinder der Klassenstufen 7, 8 und 9 der Schiller-Schule und der Ernst-Barlach-Realschule plus in Höhr-Grenzhausen.





Qualität der Arbeit: Mütter im Nachteil

21 08 2012

Berlin, 21. August 2012. „In der Arbeitswelt sind Mütter klar im Nachteil“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende die neuesten Zahlen des Statischen Bundesamtes zur Qualität der Arbeit. Auch wenn knapp 90 Prozent aller Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind, wird klar, dass Frauen sich nach wie vor zwischen einem Kind oder einer erfolgreichen Berufstätigkeit entscheiden müssen. Frauen und vor allem Mütter arbeiten häufiger befristet und in Teilzeit. Dazu  verdienen sie meist deutlich weniger als Männer. „Gäbe es bessere Möglichkeiten der Kinderbetreuung, müssten Frauen nicht unter so schlechten Arbeitsbedingungen tätig sein“, ist Stadler überzeugt.

Auch wenn die Erwerbsbeteiligung von Müttern in den letzten Jahren stieg, sind nur 57 Prozent aller Mütter (91 Prozent der Väter) berufstätig. „Mütter sind nur schlecht in das Arbeitsleben integriert“, erklärt Stadler, denn viele würden  ungewollt in Minijobs oder im Niedriglohnbereich arbeiten. So bekamen 27 Prozent der Frauen Niedriglöhne (Männer 14 Prozent). „Der von der Bundesregierung geplante Ausbau der Minijobs wird dazu führen, dass noch mehr Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Altersarmut ist die derzeit noch völlig unterschätzte Folge der Minijobs“, warnt Stadler. Auch in Sachen Arbeitslosenversicherung sind Frauen, nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes, schlecht abgesichert (80 Prozent; Männer 92 Prozent).

Seit nunmehr zehn Jahren verdienen Frauen rund 23 Prozent weniger als Männer. Eine große Rolle spielen dabei die Lücken oder Brüche, die bei Frauen durch Kindererziehung oder andere familiäre Verpflichtungen entstehen. Auch hier sieht Stadler die Lösung in einer verlässlichen und qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung, damit Frauen nicht gezwungen würden, ihren Beruf ganz oder teilweise aufzugeben.

Frauen bekommen häufig nur befristete Verträge, was viele von einer (weiteren) Familiengründung absehen lässt. Der Anteil der Frauen ist sowohl bei den befristeten Verträgen an sich, als auch bei den unfreiwillig befristen Verträge höher. Frauen (48 Prozent) gaben etwas häufiger an unfreiwillig befristet beschäftigt zu sein als Männer (45 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen leider, dass eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf  aufgrund der unzureichenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung nach wie vor nicht gegeben ist“, kritisiert Stadler und ergänzt: „Frauen werden viel zu häufig zu Abstrichen gezwungen. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, wird die beruflichen Perspektiven für Frauen deutlich verbessern“, ist Stadler überzeugt.





AWO fordert: Arbeitslosigkeit in Europa endlich bekämpfen

1 05 2012

In einer aktuellen Studie weisen nun auch die Vereinten Nationen darauf hin, dass die radikalen Sparpakete im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in zahlreichen EU-Staaten bestehende Arbeitsplätze gefährden. „Die Bundesregierung und ihre europäischen Partner müssen deshalb endlich ihrer politischen Verantwortung gerecht werden und jenseits alles Spardirektiven arbeitsmarktpolitische Perspektiven aufzuzeigen“, so der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. „Wachsende Unzufriedenheit durch Arbeitslosigkeit wird mittelfristig die Gesellschaften weiter spalten“, betont Stadler. Armut und Perspektivlosigkeit seien die Folge. „Erwerbsarbeit ist bis heute für die Menschen ein hohes Gut und von enormer Bedeutung für das Selbstverständnis. Nicht minder bedeutsam ist eine menschenwürdig entlohnte Arbeit“, so AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler.
An beides müsse man politisch Verantwortliche immer wieder erinnern – nicht nur am 1. Mai, dem Tag der Arbeit.





Rentenreform muss nachgebessert werden

16 04 2012

Berlin, 16. April 2012. „Mit diesem Reformvorschlag kann die Ministerin nicht zufrieden sein“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler den Rentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales anlässlich seiner heutigen Anhörung. Die Rentenpläne würden zum Beispiel die Tatsache ignorieren, dass es immer mehr Geringverdiener gibt. Deren Einkommen seien aber so niedrig, dass sie automatisch von Altersarmut betroffen sein werden. Auch von dem Konzept der Zuschussrente würden nur Wenige profitieren. „Die Pläne gehen am Kern des Problems vorbei. Hier muss dringend nachgebessert werden“, beanstandet Stadler das Reformvorhaben.

Besonders enttäuschend findet der AWO Bundesvorsitzende das Konzept der Zuschussrente. Davon würden nur Menschen profitieren, die ohne Unterbrechung gearbeitet haben. In der Realität seien aber viele Menschen immer mal wieder von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch nichtpflichtversicherte Selbständige und viele Frauen würden die Hürden hinsichtlich Beitragszeiten und privater Zusatzvorsorge nicht erfüllen können, fürchtet Stadler und erklärt: „Die fallen alle durch das Raster.“

Auch von den Erleichterungen bei der Kombination von Rente und Teilzeitarbeit werden Menschen, die in Berufen mit hohen Belastungen, wie dem Pflegebereich arbeiten, nicht hinreichend profitieren können. Positiv an den Reformplänen sei aber, dass  Erziehungs- und Pflegezeiten in der Rentenversicherung aufgewertet werden sollen. Grundsätzlich aber findet der AWO Bundesvorsitzende, dass es „dringend notwendig ist, weitergehende Reformen für die besonders von Altersarmut bedrohten Gruppen der Geringverdiener, Langzeitarbeitslosen und Selbstständigen ohne ausreichende Altersversorgung zu entwickeln und umzusetzen.“





8,4 Millionen wünschen sich mehr Arbeit

11 11 2011

Berlin, 10. November 2011. „Wenn trotz Rekordzahlen auf dem Arbeitsmarkt 8,4 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren sich Arbeit oder mehr Arbeitsstunden wünschen, ist ein arbeitsmarktpolitischer Kurswechsel notwendig“, fordert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Zahlen. „Der Ausbau des Minijobbereichs war ein Fehler. Viele Menschen wünschen sich mehr Arbeit, damit sie davon leben können“, erklärt Stadler und fügt hinzu: „Die Politik muss die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen unterstützen und den Niedriglohnbereich stärker begrenzen.“

Obwohl die Zahl des so genannten ungenutzten Arbeitskräftepotenzials im Vergleich zum Vorjahr leicht sank (-3,7 Prozent), erhöhte sich die Zahl derjenigen, die gerne mehr Stunden arbeiten möchten, um 134 000 Personen. Insgesamt wollen 4,3 Millionen Berufstätige zusätzliche Arbeitsstunden leisten. „Gerade in Zeiten des immer stärker werdenden Fachkräftemangels stellt diese hohe Zahl eine absolute Verschwendung von Potential dar“, betont Stadler. Zudem kämen auf die vielen geringfügig beschäftigten Menschen auch in Zukunft große Probleme zu:  „Wer heute kein existenzsicherndes Einkommen hat, wird später auch keine Rente erhalten, die zum Leben reicht“, so Stadler.








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