Erster Mai der Sozialen Arbeit

30 04 2014

Berlin, 30. April 2014. „Die Arbeit von Beschäftigten in den sozialen Berufen entlastet heutzutage nahezu alle im Alltag. Das fängt bei der Kinderbetreuung an und hört bei Pflege von Angehörigen auf. Und dennoch wird der Wert der Sozialen Arbeit zu selten hervorgehoben“, erklärt der AWO Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler. Der morgige 1. Mai bietet einen guten Anlass, um das gemeinsame Bewusstsein für die Bedeutung der Sozialen Arbeit zu betonen. Klar ist: Ohne die Leistung der Beschäftigten in den sozialen Berufen ist keine fortschrittliche, vorwärtsgewandte Gesellschaft zu machen.

„Aufgrund verschlechterter Rahmenbedingung wird die Soziale Arbeit zunehmend unattraktiv. Der Staat darf sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen“, unterstreicht der Vorstandsvorsitzende. Zugleich erfordern insbesondere der demografische Wandel und veränderte Familienstrukturen einen enormen Ausbau des sozialen Bereichs. Die Politik muss sich dieser Verantwortung stellen. Allerdings bedient sie sich seit Beginn der neunziger Jahre verstärkt wettbewerbsfördernder Steuerungsinstrumente.

„Vielfach gestalten die Kommunen und die Arbeitsagenturen die soziale Daseinsfürsorge immer kostengünstiger und nutzen den Wettbewerb aus. Hier verkommt das Prinzip der Subsidiarität zur Kostensenkung“, ergänzt Stadler. Infolge der hohen Personalkosten in der Sozialen Arbeit findet der Wettbewerb häufig zulasten guter Löhne statt. Die Arbeiterwohlfahrt spricht sich entschieden gegen einen Wettbewerb aus, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird.

Der kritische Zustand in dem sich die Soziale Arbeit befindet, ist nur mithilfe einheitlicher Regelungen zu lösen. Der Wettbewerb ist dringend durch einen bundesweiten, allgemein verbindlichen Branchentarifvertrag Soziales auszuhebeln“, betont Stadler. Für die Arbeiterwohlfahrt sind kleinteilige Verbesserungen nicht zielführend. Damit es zu einem einheitlichen Branchentarifvertrag kommt, braucht es enorme Kraftanstrengung aller Anbieter und der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Denn höhere Löhne in der Sozialen Arbeit müssen durch die Finanzierung der öffentlichen Haushalte und durch die Pflegekassen ermöglicht werden. Für die AWO gilt: „Wer Soziale Arbeit leistet, muss ein auskömmliches, gutes Einkommen erzielen. Das muss am Tag der Arbeit betont werden“, schließt der Vorstandsvorsitzende ab.

 

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