Kinder aus Suchtfamilien stärken

14 02 2014

Berlin, 14. Februar 2014. „Sucht in der Familie belastet oft besonders die Kinder. Um ihnen Schutz zu bieten, braucht es den politischen Willen, die Zusammenarbeit zwischen den Hilfesystemen zu erleichtern und pädagogische Fachkräfte zu einem achtsamen Umgang mit suchtbelasteten Familien zu befähigen“, erklärt AWO Vorstandmitglied Brigitte Döcker. Auf die Situation dieser Kinder hatte jetzt die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien aufmerksam gemacht. Ihr Ziel war es, die gesellschaftliche Tabuisierung von Alkohol-, Medikamenten-, Spielsucht und anderen Abhängigkeitserkrankungen zu durchbrechen. Auch in vielen Einrichtungen der AWO haben Aktionen wie Workshops für Fach- und Lehrkräfte, Online-Chats für Jugendliche, Kreativnachmittage für Kinder oder Angebote für betroffene Eltern stattgefunden.

„Zurzeit sind viele Angebote für die betroffenen Kinder auf Spenden angewiesen. Diese Einrichtungen müssen finanziell und personell besser ausgestattet werden. Dann können sie wirksame Hilfe und Beständigkeit bieten“, verdeutlicht Döcker. Deshalb darf nach dieser Aktionswoche das Thema Sucht in Familien nicht aus der Öffentlichkeit verschwinden. „Etwa jedes sechste Kind in Deutschland lebt mit mindestens einem suchtkranken Elternteil. Viele von ihnen sind gefährdet selbst psychisch krank oder süchtig zu werden. Sie zu schützen und aufzufangen ist eine gesellschaftliche Aufgabe.“

Die Erfahrungen der Suchthilfe und wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kinder, die Zuwendung und Sicherheit finden, den familiären Suchtkreislauf verlassen können. Dazu brauchen sie gut erreichbare, altersgemäße Hilfsangebote. „Besonders wichtig sind verlässliche Bezugspersonen in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Wenn sie gut zusammenarbeiten können wir zielgerichtet betroffene Kinder und ihre Eltern unterstützen“, schließt Döcker ab.

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