Nach Rüge des Bundesrechnungshofs: AWO fordert Systemwechsel

24 06 2013

Berlin, 24. Juni 2013. Die Kritik der Bundesrechnungsprüfer an der Bundesagentur für Arbeit in Bezug auf ihr mangelndes Engagement  für  Langzeitarbeitslose findet der AWO  Bundesvorsitzenden Wolfgang Stadler keineswegs überraschend: „Wir kritisieren seit langem, dass unter dem Deckmantel der Effizienz nur noch mit denen gearbeitet wird, von denen man sich eine schnellstmögliche Integration in den Arbeitsmarkt verspricht.“ Den Fachkräften in den Arbeitsagenturen könne man keinen Vorwurf machen. Sie würden schließlich auf die Anreize reagieren, die die Behördenspitze in Absprache mit dem Arbeitsministerium setzt. „Wenn die Mitarbeiter maßgeblich danach beurteilt werden, ob sie dem Amt Transferleistungen sparen, dann konzentrieren Sie sich verständlicherweise in erster Linie auf die aussichtsreichsten Fälle“, erläutert der AWO-Bundesvorsitzende. Auf der Strecke blieben die Menschen, die besonders benachteiligt und bereits länger ihren Platz in der Arbeitswelt suchen.

In diesem Zusammenhang kritisiert der AWO Bundesvorsitzende besonders die so genannte Instrumentenreform, die auf die aktuelle Bundesregierung zurückgeht. Diese hätte dafür gesorgt, dass niedrigschwellige Ansätze mit besonders benachteiligten Menschen kaum noch möglich seien. Sie habe die Schwellen für Zusatzjobs massiv erhöht und Kombination mit Coaching und sozialpädagogischer Begleitung erschwert. Insofern sei die Ausrichtung auf die Arbeitslosen, die man schnell vermitteln kann, durchaus auf Linie mit der Bundesregierung und erstrecke sich über die Arbeitsagenturen hinaus auch auf die Jobcenter. „Die Arbeit mit Menschen, die seit langem keinen Job und oft mehrfache Problemlagen haben, ist höchst anspruchsvoll und erfordert viel Know-how und Zeit. Ein neues Controllingsystem wie es die Bundesagentur nun angekündigt hat, wird die Probleme nicht beseitigen, “ macht Stadler deutlich. Die AWO fordert wie alle Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege eine Neuorientierung und einen Sozialen Arbeitsmarkt, der bei Bedarf sozialpädagogische Begleitung und Qualifizierung der Betroffenen sicherstellt. Für Stadler und die AWO wäre das eine Investition, die sich schnell auszahlt.

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