Sozialer Arbeitsmarkt: Arbeit statt Hartz IV

15 04 2013

Berlin, 15. April 2013. „Wir wissen seit langem, dass viele Menschen, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, absehbar keinen Job bekommen werden und die so genannte Aktivierung deswegen einfach ins Leere läuft“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadleranlässlich der heutigen Anhörung im Bundestag zum Thema: Sozialer Arbeitsmarkt und ergänzt: „Es liegt in der Verantwortung unserer Gesellschaft, die Würde der von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen zu bewahren und zu stärken.“ Deshalb unterstütze die AWO, wie die anderen in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) organisierten Verbände, die Forderungen nach einem Sozialen Arbeitsmarkt.

Ein Sozialer Arbeitsmarkt ermögliche es allen Menschen in das Arbeitsleben integriert zu werden. Die AWO unterstützt das Modell des Passiv-Aktiv-Transfers, wonach Geldleistungen, die bisher für die Unterstützung von arbeitslosen Menschen verwendet werden, stattdessen für die Finanzierung von Arbeitsplätzen genutzt werden. „Wir hoffen sehr, dass sich dieses erfolgsversprechende Modell durchsetzen wird“, erklärt Stadler. Ein Sozialer Arbeitsmarkt mit Instrumenten, die den arbeitslosen Menschen nach ihren Neigungen und Bedürfnissen entgegenkommen, sei dringend notwendig. Wenn nötig, müsse zudem sozialpädagogische Begleitung und Qualifizierung der Betroffenen gewährleistet sein.

Mehr als die Hälfte der Arbeitslosengeld-II-Bezieher ist durchgängig länger als zweieinhalb Jahre im Leistungsbezug. Rund 40 Prozent haben keinen Ausbildungsabschluss, ähnliches gilt für Menschen mit Behinderung oder schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen. Viele weisen gleichzeitig  mehrere Problemlagen auf, die eine Integration in Arbeit verhindern. „Für diese „schwervermittelbaren“ Menschen ist der Soziale Arbeitsmarkt die vielleicht letzte Chance, am Arbeitsleben teilzuhaben“, betont Stadler abschließend.

Die in der  Bundesarbeitsgemeinsaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbände, zu denen auch die AWO gehört, verfügen über langjährige Erfahrungen bei der Integration von arbeitslosen Menschen in die Gesellschaft. Nicht zuletzt deshalb wurde die BAGFW als Sachverständige zur heutigen Anhörung geladen.

Die AWO beschloss auf ihrer Bundeskonferenz folgendes Konzept zur  „Öffentlich geförderten Beschäftigung“. Gemeinsam mit den in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbänden sowie weitere Fachverbänden hat die AWO 2013 eine Broschüre zum sozialen Arbeitsmarkt veröffentlicht.

 

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