AWO Bundesverband setzt Zeichen für Gleichstellung – 60 Prozent der Führungspositionen in Frauenhand

11 03 2013

Berlin. „Der AWO Bundesverband lebt seine Forderungen nach Gleichstellung, unser Verband wird von Frauen dominiert“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler erfreut und ergänzt: „Auch wenn wir zu unserer Quote von 60 Prozent keine gesetzlichen Vorgaben benötigt haben, bleiben wir bei unserer Forderung zur Einführung einer Quote von mindestens 40 Prozent für Frauen in Führungspositionen.“ Zudem fordert Stadler die Bundesregierung anlässlich des heutigen Weltfrauentages auf, endlich eine echte  Gleichstellungspolitik umzusetzen und kritisiert, dass bis heute keinerlei Konsequenzen aus dem Gutachten des bereits im Jahr 2011 vorgelegten Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung gezogen worden.

Aus Sicht der AWO* müssen folgende Maßnahmen vorrangig umgesetzt werden: Rechtliche Vorgaben, die traditionelle Rollen fördern, sind abzubauen. Dies gilt insbesondere für alle Regelungen, die an die Ehe gebunden sind wie das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung bei der Krankenversicherung. Diese Regelungen begünstigen längere Erwerbsunterbrechungen und erschweren die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben. Zwar hat die Frauenerwerbstätigkeit zugenommen, doch ist dieser Anstieg überwiegend durch Teilzeit- und geringfügige Beschäftigungen bedingt. Geringfügige Arbeit und Minijobs sollten daher zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung abgebaut werden. Von prekären Arbeitsverhältnissen und niedrigen Löhnen sind Frauen in besonderem Maße betroffen. Der Abbau von Minijobs und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns hätten daher auch präventive Wirkungen zur Vermeidung von Frauen(alters)armut.

Gleichzeitig ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von rund 23 Prozent bei gleicher Qualifikation abzubauen. Die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf für Männer und Frauen muss auf unterschiedlichen Ebenen konsequent gefördert werden. Dazu gehören neben dem zügigen und bedarfsgerechten Ausbau von Kindertagesbetreuung und Ganztagsschulen insbesondere auch familienbewusste Konzepte in Unternehmen. Um die partnerschaftliche Verantwortung für die Erziehung der Kinder von Anfang an zu stärken, sollte das Elterngeld weiterentwickelt werden insbesondere bei der Möglichkeit, Elterngeld und Teilzeit zu kombinieren und beim Ausbau der Partnermonate.

Für den AWO Bundesverband sind die Themen Gleichstellung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf von höchster Bedeutung. Er hat das Zertifizierungsverfahren zum familienfreundlichen Unternehmen („audit berufundfamilie“) erfolgreich absolviert.  „Damit zeigen wir, dass wir Gleichstellung nicht nur fordern, sondern sie leben und durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen auch fördern“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende.

* Beschluss der AWO Bundeskonferenz von November 2012: „Frauen- und Gleichstellungspolitik“, alle Beschlüsse auf http://www.buko2012.awo.org

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