Krankenpflegeberuf: Bisherige Zugangsvoraussetzungen erhalten

4 10 2012

Berlin. „Die AWO plädiert angesichts des eklatanten Fachkräftemangels für das unbedingte Festhalten an der derzeit in Deutschland bestehenden Zugangsvoraussetzung von 10 Jahren zum Gesundheits- und Krankenpflegeberuf“, begrüßt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker den Antrag „Berufsqualifikation – Mobilität erleichtern, Qualität sichern“, der gestern in den Bundestag eingebracht wurde. Zudem warnt Döcker davor, dass eine Zusammenführung aller drei Pflegeberufe zu einem pflegerischen Ausbildungsberuf (Generalistik) zu einem erheblichen Verlust von fachlicher Expertise, vor allem im Bereich der Altenpflege führen könne. Werden die 12 Jahre als Zugangsvoraussetzung auch für die Altenpflege Pflicht, würde eine große Anzahl von Interessierten an der Altenpflege-Ausbildung ausgeschlossen.

Die EU-Kommission regelt mit der Berufsanerkennungsrichtlinie derzeit nur den Beruf der Krankenpflege, um hierdurch die Abschlüsse vergleichbarer zu machen und damit die Chancen für die Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb Europas zu verbessern. „Setzt sich die EU-Kommission mit der Anhebung der Zugangsvoraussetzungen zur Krankenpflegeausbildung durch, würde ein großer Teil der heutigen Bewerber für eine Ausbildung nicht mehr in Frage kommen“, warnt Döcker.

Würde Deutschland nun auch noch wie von der Koalition geplant, die Pflegeausbildung generalisieren, d.h. alle drei Pflegeberufe zu einer dreijährigen Basisqualifizierung zusammenlegen, würde die EU-Regelung automatisch auch für den Bereich der Altenpflege gelten. Schätzungen zu Folge wäre damit ein Verlust von ca. 85 Prozent der heutigen Bewerber in der Altenpflegeausbildung verbunden. „Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass weder Personalressourcen gefährdet werden noch die hohe fachliche Kompetenz der drei weit entwickelten Pflegeberufe in Deutschland durch eine generalistische Ausbildung verloren geht“, fordert Döcker. Aufgrund des demografischen und sozialen Wandels und der besonderen Lebenslagen alter Menschen könne auf diese Fachexpertise der Altenpflege nicht verzichtet werden.

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