Neuregelung Minijobs: Regierung schickt Menschen in Altersarmut

28 09 2012

Berlin, 27. September 2012. „Dieses Gesetz schickt Millionen Menschen ganz bewusst in die Altersarmut“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler das heute im Bundestag beratende Änderungsgesetz im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. „Minijobs müssen eingedämmt, statt ausgebaut werden“, kritisiert Stadler vor allem die vorgesehene Erhöhung der Verdienstgrenze von 400 auf 450 Euro und ergänzt: „Mit der geplanten Möglichkeit sich von der Zahlung von Rentenbeiträgen befreien zu lassen, erweist der Gesetzgeber den Minijobbern einen Bärendienst.“

Während Unternehmen geschont würden, würden Minijobs die Arbeitnehmer und öffentliche Kassen stark belasten. „Viele Minijobber sind jetzt auf zusätzliche Hilfe des Jobcenters angewiesen und werden im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, kritisiert Stadler und fügt hinzu: „Wer in diesem Zusammenhang immer wieder für eine private Rentenvorsorge wirbt, macht sich über die Nöte der Menschen lustig. Wer 400 oder 450 Euro im Monat verdient, hat nichts übrig.“ Um Missbrauch einzudämmen fordert die AWO eine Begrenzung der Wochenarbeitszeit bei Minijobs auf zwölf Stunden. „Diese Beschäftigungsverhältnisse brauchen klare Kriterien, arbeitsrechtliche Vorschriften müssen eingehalten und Unternehmen, die sich daran nicht halten, müssen sanktioniert werden“, fordert der AWO Bundesvorsitzende abschließend.

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