Kassenüberschüsse nutzen, um Zuzahlungen abzubauen

17 09 2012

Berlin, 17. September 2012. „Es ist schade, dass die Überschüsse der Krankenkassen bei den Medizinern reflexartig zu Forderungen nach mehr Gehalt führen und die Krankenkassen sich darauf einlassen“, bemerkt  AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts des neuen verdreifachten Angebotes der Krankenkassen in Höhe von 900 Millionen Euro an die Ärzte. Das Geld solle stattdessen denjenigen zugute kommen, die es eingezahlt haben. „Zuzahlungen für Medikamente oder medizinische Leistungen gehören auf den Prüfstand, denn sie schließen viele ärmere Versicherte aus“, betont Döcker. Die Folge seien unnötig hohe Folgekosten und immer mehr gesundheitliche Ungleichheit in der Bevölkerung.

Darüber hinaus wäre der Ausbau von Prävention und Gesundheitsförderung eine sinnvolle Investition in Versorgungsstrukturen, die den Versicherten zugute kämen. Gegenwärtig würden nur 4,5 Prozent der Gesundheitsausgaben für Prävention ausgegeben, wobei eine Konzentration auf medizinische Prävention erfolgt. „Zu wenig und zu einseitig“, findet Döcker und fügt hinzu: „Prävention ist eine ausgesprochen sinnvolle Strategie, um mittel- und langfristig eine Überlastung des Gesundheitswesens zu vermeiden, besonders angesichts der Tatsache, dass es immer mehr ältere Menschen gibt.“

Völlig unverständlich bliebe zudem, warum die Krankenversicherung weiterhin durch die vergleichsweise arme Pflegeversicherung subventioniert wird, indem Leistungen der medizinischen Behandlungspflege in Pflegeheimen auf die Pflegekassen abgewälzt werden. „Es wird Zeit, diesen Fehler zu beheben und die Leistungen der medizinische Behandlungspflege auch in Heimen durch die Krankenkassen finanzieren zu lassen“, erklärt Döcker abschließend.

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