Qualität der Arbeit: Mütter im Nachteil

21 08 2012

Berlin, 21. August 2012. „In der Arbeitswelt sind Mütter klar im Nachteil“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende die neuesten Zahlen des Statischen Bundesamtes zur Qualität der Arbeit. Auch wenn knapp 90 Prozent aller Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind, wird klar, dass Frauen sich nach wie vor zwischen einem Kind oder einer erfolgreichen Berufstätigkeit entscheiden müssen. Frauen und vor allem Mütter arbeiten häufiger befristet und in Teilzeit. Dazu  verdienen sie meist deutlich weniger als Männer. „Gäbe es bessere Möglichkeiten der Kinderbetreuung, müssten Frauen nicht unter so schlechten Arbeitsbedingungen tätig sein“, ist Stadler überzeugt.

Auch wenn die Erwerbsbeteiligung von Müttern in den letzten Jahren stieg, sind nur 57 Prozent aller Mütter (91 Prozent der Väter) berufstätig. „Mütter sind nur schlecht in das Arbeitsleben integriert“, erklärt Stadler, denn viele würden  ungewollt in Minijobs oder im Niedriglohnbereich arbeiten. So bekamen 27 Prozent der Frauen Niedriglöhne (Männer 14 Prozent). „Der von der Bundesregierung geplante Ausbau der Minijobs wird dazu führen, dass noch mehr Frauen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Altersarmut ist die derzeit noch völlig unterschätzte Folge der Minijobs“, warnt Stadler. Auch in Sachen Arbeitslosenversicherung sind Frauen, nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes, schlecht abgesichert (80 Prozent; Männer 92 Prozent).

Seit nunmehr zehn Jahren verdienen Frauen rund 23 Prozent weniger als Männer. Eine große Rolle spielen dabei die Lücken oder Brüche, die bei Frauen durch Kindererziehung oder andere familiäre Verpflichtungen entstehen. Auch hier sieht Stadler die Lösung in einer verlässlichen und qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung, damit Frauen nicht gezwungen würden, ihren Beruf ganz oder teilweise aufzugeben.

Frauen bekommen häufig nur befristete Verträge, was viele von einer (weiteren) Familiengründung absehen lässt. Der Anteil der Frauen ist sowohl bei den befristeten Verträgen an sich, als auch bei den unfreiwillig befristen Verträge höher. Frauen (48 Prozent) gaben etwas häufiger an unfreiwillig befristet beschäftigt zu sein als Männer (45 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen leider, dass eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf  aufgrund der unzureichenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung nach wie vor nicht gegeben ist“, kritisiert Stadler und ergänzt: „Frauen werden viel zu häufig zu Abstrichen gezwungen. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, wird die beruflichen Perspektiven für Frauen deutlich verbessern“, ist Stadler überzeugt.

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