AWO fordert: Beschäftigte in Sozialberufen brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung und mehr Geld!

22 06 2012

Auf der in Weimar stattfindenden 3. Sozialkonferenz der Arbeiterwohlfahrt zur Zukunft der Sozialpolitik im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe beschlossen die 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einstimmig folgende Resolution:

 

AWO fordert:
Beschäftigte in Sozialberufen brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung und mehr Geld!

Weimar, 21. Juni 2012. Soziale Berufe sind mehr als nur ein Beruf. Wer täglich betreut, erzieht und pflegt muss sich dazu berufen fühlen, braucht ein großes Herz und eine gehörige Portion  Idealismus. Soziale Arbeit kann nicht Jede(r). Die meisten Beschäftigten im Sozialbereich leisten viel Arbeit, sie schultern eine große Verantwortung und sind tagtäglich sowohl psychisch als auch physisch starken Belastungen ausgesetzt. Dazu verfügen die dort Tätigen über qualifizierte Ausbildungen, die sie mit Fort- und Weiterbildungen auf dem aktuellen Stand halten.

Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Mitarbeitenden immer höher. Um sie erfüllen zu können, benötigt man gutbezahlte und hochmotivierte Fachkräfte. Davon gibt es jetzt schon zu wenige. Die Fachkräftelücke in den Sozialberufen kann aber nicht mit schnellen und billigen Notlösungen, sondern sie kann nur mit Fachkräften geschlossen werden!

Wir benötigen eine differenzierte und systematische Diskussion über die Ursachen des Fachkräftemangels. Nur daraus lassen sich  entsprechend abgestimmte Maßnahmen ableiten. Grundsätzlich aber gilt: Soziale Berufe müssen aufgewertet werden! Deshalb sind die politischen Voraussetzungen dafür zu schaffen werden, dass soziale Berufe insgesamt besser bezahlt werden können. Es müssen genügend Ausbildungsstätten geschaffen und finanziert werden. Darüber hinaus benötigen die Beschäftigten in sozialen Berufen sowohl bessere Arbeitsbedingungen und auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten. Junge Menschen sollen sich wieder aus Überzeugung für einen sozialen Beruf entscheiden können.

Die AWO begrüßt es grundsätzlich, wenn Frauen und Männer durch die Politik  verstärkt auf die sinnstiftenden, aber auch verantwortungs- und anspruchsvollen Berufsfelder im sozialen Bereich aufmerksam gemacht werden.

Vorschläge, wie offene Stellen im Pflege- oder Kita-Bereich mit Hartz-IV-Beziehern, Bundesfreiwilligen oder wie kürzlich vorgeschlagen mit Mitarbeiterinnen aus kriselnden Branchen zu besetzen, wirken aber verheerend. Soziale Berufe dürfen nicht den Ruf bekommen, ein „Auffangbecken“ zu werden.

Menschen, die in Sozialberufen arbeiten, erfüllen  gesellschaftlich wichtige und  anspruchsvolle Aufgaben. Die dafür notwendigen Kompetenzen sind nicht im Crash-Kurs zu erwerben und diese kann man nicht übernehmen, um eine Lücke im Lebenslauf zu schließen. Deshalb fordert die AWO eine nachhaltige Gesamtstrategie, um sozialen Berufen endlich die Wertschätzung zu geben, die sie verdienen und den Fachkräftemangel in Sozialberufen genauso ernst zu nehmen, wie in anderen Branchen.

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