AWO fordert Einsatz gegen Armut in deutschen Kinderzimmern

1 06 2012

Berlin. „Es ist beschämend wie viele Kinder in Deutschland in Armut groß werden müssen“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzender Wolfgang Stadler die Ergebnisse der heute veröffentlichten UNICEF Studie  „Kinderarmut messen – Neue Ranglisten der Kinderarmut in den reichen Ländern der Welt“, nach der 1,2 Millionen deutsche Kinder von Armut betroffen sind. „Durch die strikte Sparpolitik der Bundesregierung wird sich die Zahl der armen Kinder in Zukunft wahrscheinlich noch erhöhen“, fürchtet Stadler.

Mehr noch als die rein monetäre Ungleichheit, die sich in den jüngsten Zahlen von UNICEF widerspiegelt, erschreckt das Abschneiden Deutschlands beim sogenannten Deprivationsindex, der Mangelsituationen misst. Von 29 europäischen Staaten belegt Deutschland nur Platz 14. „Das Abschneiden Deutschlands ist skandalös. Die Regierung muss dringend handeln“, fordert Stadler. Die AWO fordere schon lange für alle Kinder eine gut ausgebaute und qualitativ hochwertige Kinderganztagsbetreuung sowohl im Kinderarten als auch in der Schule. „Eine Ganztagsbetreuung gewährleistet jedem Kind zumindest eine warme Mahlzeit, Platz für Hausaufgaben und Sportaktivitäten“, betont Stadler. UNICEF bemängelt, dass es Kindern hierzulande häufig an regelmäßigen Mahlzeiten fehlt, ihnen kein Raum für Hausaufgaben bleibt oder auch der für den schulischen Bildungserfolg dringend notwendige Internetanschluss bei von Armut betroffenen Familien häufig nicht vorhanden ist.

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