AWO fordert Rücknahme der Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug

27 04 2012

Berlin, 26. April 2012. „Die AWO fordert die Bundesregierung dringend auf, endlich die europarechtswidrigen und diskriminierenden Sprachanforderungen beim Ehegattennachzug aus der Türkei zurücknehmen“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der Erklärung Österreichs, zukünftig auf diese Praxis verzichten zu wollen. Abgesehen von den nicht unerheblichen Kosten eines Sprachkurses, sei es beispielsweise in vielen Gegenden der Türkei kaum möglich, die deutsche Sprache bis zu dem geforderten Niveau zu lernen, weil keine Kursanbieter vorhanden seien.

„Das Erlernen einer Fremdsprache fällt in dem neuen Umfeld doch wesentlich leichter als im Herkunftsland, wo die gerade erlernten Fähigkeiten überhaupt nicht ausprobiert und geübt werden können. Daher scheint diese Voraussetzung nicht nur aus rechtlicher Sicht sondern auch aus pädagogischen Überlegungen mehr als fragwürdig“, betont Döcker.

Der grundgesetzliche Schutz der Familie und europarechtliche Bestimmungen verbieten die bisherige Praxis der deutschen Ausländerbehörden, die Einreise von dem Sprachstand abhängig zu machen. Nachziehende Eheleute beispielsweise aus der Türkei müssen bereits vor der Einreise Sprachkenntnisse der deutschen Sprache nachweisen. Ansonsten erhalten sie keine Visa zur Familienzusammenführung.  „Nachdem die Niederlande bereits im vergangenen Jahr und nun auch Österreich die familienfeindliche Regelung für aus der Türkei zuziehende Ehegatten zurückgenommen hat, muss auch Deutschland nun  endlich umgehend eine rechtmäßige Praxis einführen“, fordert AWO Vorstandsmitglied Döcker.

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