Ein Jahr Bildungs- und Teilhabepaket: Bürokratiemonster und heißer Ballon

27 03 2012

27. März 2012. „Es gibt leider keinen Grund für Glückwünsche“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des Jahrestages des Bildungs- und Teilhabepakets. „Viele sinnvolle Verbesserungsvorschläge werden nicht umgesetzt. So sind die bürokratischen Hürden zur Inanspruchnahme der meisten Leistungen weiterhin viel zu hoch“, kritisiert Stadler. Der Anspruch, jedem bedürftigen Kind die ihm zustehenden Leistungen zeitnah und umfassend zur Verfügung zu stellen, würde so verfehlt. „Das Bildung- und Teilhabepaket ist eine herbe Enttäuschung, die sich nicht schön reden lässt“, stellt der AWO Bundesvorsitzende fest.

Aber auch einige Bundesländer hätten sich unkooperativ verhalten. Sie verwarfen beispielsweise den Vorschlag des Runden Tisches, einen Globalantrag einzuführen.
Damit wären automatisch mit einer Beantragung von Hartz IV-Leistungen zugleich auch die Leistungen aus dem Bildungspaket beantragt gewesen. Nun aber bleibe es bei der aktuell für die meisten Betroffenen völlig unübersichtlichen Verfahrensweise. „Diese Intransparenz hält die Anspruchsberechtigten von ihrem Antrag ab, vergeudet Zeit und schafft Unmut bei den Betroffenen. Hier sind Bund und Länder in der Pflicht für Klarheit und kurze Wege zu sorgen. Ansonsten wird auch der zweite Geburtstag kein Grund für Freude werden“, betont der AWO Bundesvorsitzende.

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