Vertane Chance bei der Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts

10 11 2011

Berlin, 10. November 2011.
„Heute wurde die Chance auf eine Modernisierung des Staatsbürgerschaftsrechts vertan“, kritisiert AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, die Ablehnung einer Änderung des Staatsangehörigkeitsrechtes durch die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten. „Die Optionspflicht und damit der Zwang für in Deutschland geborene junge Menschen, sich spätestens mit Vollendung ihres 23. Lebensjahres für eine Staatsbürgerschaft entscheiden zu müssen, fördert weder Integration, noch besteht dafür eine Notwendigkeit“, erklärt Döcker und fügt hinzu: „Die Abschaffung der Optionspflicht wäre für die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft bedeutsamer als alle Integrationsgipfel gewesen.“
Die doppelte Staatsangehörigkeit ist in den meisten europäischen Staaten längst üblich und in einer globalisierten Welt alltägliche Praxis. „Die Bundesrepublik ist ein Einwanderungsland. Ein klares Bekenntnis für die doppelte Staatsbürgerschaft wäre ein eindeutiges Signal dafür gewesen, dass Integration auch tatsächlich politisch gewollt wird“, erklärt Döcker. Das Optionsmodell zwänge dagegen die Jugendlichen aus Einwandererfamilien, sich für eine Staatsbürgerschaft zu entscheiden. „Für die Jugendlichen bedeutet das ein unauflösbares Dilemma. Wofür auch immer sie sich entscheiden, das Resultat ist die Verleugnung eines Teils ihrer Persönlichkeit“, erklärt Döcker.

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