Pflegereform muss Menschen mit Demenz besser stellen

20 09 2011

Berlin, 20. September 2011. „2,34 Millionen Pflegebedürftige, deren Angehörige und Pflegende warten darauf, dass die Koalition endlich Handlungswillen zeigt“, kommentiert AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker das derzeitige öffentliche Brainstorming der Regierungsparteien. „Es nützt niemandem, dass der Öffentlichkeit täglich neue Ideen präsentiert werden, die nicht einmal innerhalb der Regierungskoalition eine Mehrheit finden“, erklärt Döcker. Besonders dringenden Handlungsbedarf sieht Döcker beim Pflegebedürftigkeitsbegriff: „Die derzeitige Regelung benachteiligt die 1,2 Millionen an Demenz erkrankten Menschen.“

Nach den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zur Lebenserwartung kann derzeit jeder zweite Mann in Deutschland wenigstens 80 Jahre alt werden und jede zweite Frau sogar ihren 85. Geburtstag erleben. Etwa ein Drittel der Menschen über 80 Jahre erkrankt heutzutage an Demenz. Demenzerkrankungen erfordern eine besonders intensive Betreuung. Unter der bisherigen Kategorisierung des Pflegebedürftigkeitsbegriffes und der Pflegebedürftigkeitsstufen waren sie aber benachteiligt. „Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff sollte sich am Grad der Selbständigkeit der Pflegebedürftigen orientieren“, fordert Döcker, dann würden: „Menschen mit Demenz finanziell besser gestellt werden.“ Die damit verbundenen finanziellen Mehrkosten sollten durch „moderate Beitragserhöhung im bestehenden Umlagesystem von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam geschultert werden“, erklärt Döcker.

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