Politik kann Altersarmut verhindern

7 09 2011

Berlin, 07. September 2011. „Altersarmut ist vor allem die Konsequenz der Niedriglohnpolitik, die die Bundesregierung seit Jahren unterstützt“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler anlässlich des heutigen Auftaktes des „Regierungsdialog Rente“. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, dürften im Alter nicht mit Hungerrenten abgespeist werden. „Der Staat muss aufhören, Armutslöhne zu subventionieren“, betont Stadler und fordert deshalb einen „gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro als absolute Lohnuntergrenze“. Vorhaben wie die Erhöhung der Zusatzverdienstmöglichkeiten hält Stadler dagegen für „nicht zielführend, da sie am grundsätzlichen Problem der zu geringen Renten nichts ändern“.

Zwei Faktoren führten besonders zu Altersarmut: ein zu geringes Einkommen und eine zu geringe Anzahl von Erwerbsjahren. Stadler sieht bei beiden Faktoren zwingenden politischen Handlungsbedarf: „Der Schlüssel für die Vermeidung von Altersarmut liegt in einem existenzsichernden Mindestlohn und in einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die besonders Frauen eine verlängerte Erwerbstätigkeit ermöglicht“, so Stadler. Denn gerade diese seien häufig aufgrund mehrjähriger Erziehungszeiten von Minirenten und damit Altersarmut betroffen.

Darüber hinaus fordert die AWO die Verbesserung weiterer Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel die Einführung eines flexiblen Renteneintrittalters für bestimmte Berufsgruppen, wie in der Pflege oder im Handwerk wo es auch mit allen Bemühungen seitens der Arbeitgeber nicht möglich sein wird bis 67 zu arbeiten. Zudem sollten Anreize geschaffen werden, damit sich Selbständige mit geringen Einkommen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern. Deutlich verbessert werden müsste nach Ansicht der AWO auch die Einbeziehung von Nichterwerbstätigkeit im Rahmen der Angehörigenpflege oder der eigenen Weiterbildung.

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