Pflegekosten durch allgemeingültigen Tarifvertrag regeln

28 01 2015

Berlin, 28. Januar 2015. „Wer möchte, dass Altenpflegerinnen und –pfleger in Zukunft besser bezahlt werden, muss klar sagen, dass Pflege dadurch teurer wird und sicherstellen, dass dies refinanziert wird“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker angesichts der gestern veröffentlichten Studie zu den Löhnen in der Pflege. Die grundsätzlichen Ergebnisse der Studie seien hinlänglich bekannt: Die Leistungen der ambulanten Pflege sind chronisch unterfinanziert und die Pflegeberufe werden schlechter bezahlt als vergleichbare Berufe. Dank der Studie gibt es nun aber belastbare Zahlen. „Es ist zu hoffen, dass dies der Diskussion um Pflegefinanzierung einen neuen Schub gibt“, erklärt Döcker.
Durch die von der Politik gewollte Privatisierung vor allem in der Altenpflege ging vielerorts die Tarifbindung verloren. Da der Anteil der Personalkosten in der Pflege bei 85 Prozent liegt, wird der Wettbewerb vor allem über die Lohnkosten geführt. Tarifgebundene Unternehmen geraten dadurch schnell unter Druck. Der Gesetzgeber hat mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I) darauf zwar reagiert und zum 1.1.2015 gesetzlich geregelt, dass Tariflöhne bei Preisverhandlungen zwischen Pflegeinrichtungen und Kassen sowie Sozialhilfeträgern nicht mehr als unwirtschaftlich abgelehnt werden dürfen. Allein, wenn frei-gemeinnützige, tarifgebundene Einrichtungen in einer Region in der Minderheit sind, nützt das wenig, wenn sie mit den Preisen dann nicht mehr konkurrenzfähig sind. Hier hilft nur ein flächendeckender, allgemeinverbindlicher Tarifvertrag, für den sich die AWO seit längerem stark macht. Nur so läuft der Wettbewerb in der Altenhilfe nicht mehr über den Preis und damit die Löhne, sondern über die Qualität der Pflege.
In Sachen Refinanzierung gibt es zwischen den Bundesländer nicht zu rechtfertigende Unterschiede: So gibt es für 15 Minuten Unterstützung beim Waschen und Anziehen plus zehn Minuten Anfahrtszeit und Leistungsdokumentation sieben Euro in Sachsen und 18 Euro in Hessen. Hier sieht Döcker Handlungsbedarf: „Pflege muss überall den gleichen Wert haben. Die Bezahlung der Pflegekräfte sollte über einen allgemein verbindlichen flächendeckenden Tarifvertrag Soziales geregelt werden.“





Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe sind notwendige Investition in die Zukunft

23 01 2015

Berlin, 23. Januar 2015. „Eine gute Kita kann Kindern das bieten, was sie zu Hause eventuell nicht bekommen können“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Diese stiegen 2013 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 35,5 Milliarden Euro, wobei der größte Teil auf die Kindertagesbetreuung entfiel. „Hier schlagen die Kosten für den quantitativen Betreuungsausbau zu Buche. Jetzt gilt es auch die Qualität der Angebote zu verbessern. Wie gut ein Kind betreut wird, darf aber nicht von der Finanzlage der Kommune abhängen. Deshalb fordern wir von der Bundesregierung die Einführung eines Gesetzes, dass eine hohe Betreuungsqualität sicherstellt“, erklärt Stadler. Eine weitere Kostensteigerung in diesem Bereich sei damit unvermeidlich, deshalb fordert Stadler, eine dauerhafte Beteiligung des Bundes an den Betriebskosten der Kindertagesstätten.
Verlässliche Aufwendungen für die Kinder- und Jugendarbeit seien insgesamt ein unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens. Ihre vielfältigen Angebote der außerschulischen Bildung und Förderung sind für junge Menschen wichtig. Gerade angesichts der Tatsache, dass in der Bundesrepublik Bildungserfolg sehr stark von der Herkunft abhängt, kann beispielsweise Jugendarbeit dazu beitragen, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. „Jugendarbeit ist eine wichtige Voraussetzung für Bildungserfolg besonders von benachteiligten Kindern.“
Die Statistik verdeutliche prägnant, dass die von der Gesellschaft erwünschte präventive Arbeit durch Angebote der Kinder- und Jugendarbeit großen Nachholbedarf hat. „Diesen Umstand scheinen viele Kommunen vergessen zu haben, ansonsten ließe sich die vielfach vorhandene Unterfinanzierung bzw. Schließung von Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit nicht erklären.“ Diese Entwicklung täuscht über die aufgewendeten 1,7 Milliarden Euro hinweg.
Die Steigerungsraten im Bereich der Hilfen zur Erziehung seien „vorrangig ein Spiegel steigender Armutsbelastungen von Familien, aber auch der erhöhten Aufmerksamkeit der Gesellschaft für das Wohlergehen von Kindern“, ist sich Stadler sicher und fordert: „Die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Schule und dem Gesundheitsbereich muss dringend verbessert werden.“ Das erzeuge zwar weitere Ausgaben, doch müsse sich die Gesellschaft die Zukunft unserer Kinder etwas kosten lassen.





Willkommen in RLP und Inklusion sind Themen des Podcasts „Dornberg Radio“ mit Sendung 4

18 01 2015

Heute hat der AWO Ortsverein Wirges den Vizepräsidenten des Leichtathletikverabands Rheinland e.V., Michael Schätzel, zu Gast. Dieser spricht über Inklusion im Sport und über ehrenamtliche Aktivitäten. Als zweiten Gast begrüßen wir Carmen Kircher-Lindner, AWO Bildung und Arbeit Westerwald gGmbH. Diese berichtet über das neue Projekt “Willkommen in RLP” in Wirges. Dabei handelt es sich um einen Sprach- und Orientierungskurs für Flüchtlinge.

Der Podcast kann hier gehört oder abgerufen werden: http://awo-wirges.de/?podcast=sendung-4-inklusion-im-leichtathletikverband-rheinland-awo-willkommen-in-rlp





Bildungssystem auf den Prüfstand stellen

15 01 2015

AWO zum fünften nationalen Bildungsbericht
Berlin, 15. Januar 2015. Angesichts der morgigen Bundestagsdebatte zu den Empfehlungen des fünften nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2014“ fordert die Arbeiterwohlfahrt (AWO) grundlegende Verbesserungen in der Bildung und Förderung von Kindern und jungen Menschen. „Unser Bildungssystem gehört auf den Prüfstand. Das bisherige Bildungssystem macht Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien zu Verlierern. Zu viele von ihnen bleiben ohne Schulabschluss, hängen im Übergangssystem fest oder brechen zu schnell ihre Ausbildung ab“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende und fordert: „Bildungserfolg darf nicht von der sozialen Herkunft abhängen. Deshalb benötigen wir eine Lockerung des Kooperationsverbotes und qualitativ gute Frühförderung.“
Die soziale Ungleichheit bei der Bildungsbeteiligung bleibt weiterhin ein großes Hindernis für eine erfolgreiche Integration. Gelingende Inklusion ist lange noch nicht Realität. „Wir brauchen die gelebte Verantwortung aller Beteiligten und die Bereitschaft zum gemeinsamen Handeln, um Bildungsgerechtigkeit und Inklusion zu förden”, so Stadler. Notwendige Maßnahmen seien zum Beispiel die Verbesserung der Qualität in der frühkindlichen Bildung, die auskömmliche Finanzierung einer qualitativ guten und chancengerechten (Ganztags-) Schule sowie eine verlässliche und individuell ausgerichtete Förderung im Übergang Schule Beruf, die möglichst rasche flächendeckende Einführung der Jugendberufsagenturen oder den Ausbau der assistierten Ausbildung.
Diese Verbesserungen könnten etwa durch die Lockerung des Kooperationsverbots des Bundes mit den Ländern im Bildungsbereich und durch eine bessere Finanzausstattung der Kommunen erreicht werden. “Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf inklusive Bildung oder einer Ausbildungsgarantie wären ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Politik, allen Kindern und Jugendlichen eine chancengerechte Bildung zu ermöglichen und aus drohenden Verlierern Gewinner des Bildungssystems zu machen. Gemeinsames Ziel muss es sein, allen Kindern und Jugendlichen einen erfolgreichen Bildungsweg und Berufsabschluss zu ermöglichen. Dies wäre eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Inklusion in unserer Gesellschaft”, gibt Wolfgang Stadler weiter zu bedenken.
Der alle zwei Jahre erstellte Bildungsbericht wird von einer unabhängigen wissenschaftlichen Autorengruppe erstellt und gibt einen umfassenden Einblick über das gesamte Bildungswesen in Deutschland.





Berufstätigkeit bei Frauen – Schlechtere Bedingungen im Westen

14 01 2015

Berlin, 14. Januar 2015. „Besonders in Westdeutschland fehlen Frauen häufig immer noch die notwendigen Rahmenbedingungen, um einer finanziell ausreichenden Berufstätigkeit nachgehen zu können“, ist der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler überzeugt. Er erklärt damit die Ergebnisse einer heute von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Studie, der zufolge westdeutsche Frauen einen viel geringeren Beschäftigungsgrad aufweisen, als Frauen in Ostdeutschland. „Ohne eine verlässlich gute Kinderbetreuung in Kita und Schule auch am Nachmittag wird sich an der geringen Berufstätigkeit nichts ändern. Auch gesetzliche Regelungen, wie das Ehegattensplitting, tun den Frauen nicht den vermeintlichen Gefallen, den sie sich erhoffen“, ist Stadler überzeugt.
Zudem müsse bedacht werden, dass Frauen u.a. aus Gründen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mehrheitlich im Teilzeit- und Leiharbeitsbereich tätig sind. Zudem stieg die Zahl der so genannten solo-selbständig tätigen Frauen, die nachweislich kaum etwas für ihre Altersvorsorge übrig haben. Viele werden später von ihrer Rente nicht leben können. Frauen sind also insgesamt eher in schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverhältnissen tätig. Dies begründet sich zum einen in falschen steuerlichen Anreizen innerhalb der Ehe, zum anderen in der ihnen zugewiesenen Hauptverantwortung für Kinderbetreuung und Haushaltsorganisation. „Von einer Gleichberechtigung in der Arbeitswelt sind wir noch weit entfernt. Das Elterngeld ist ein wichtiger Schritt zur Einbeziehung der Väter in die Familienverantwortung. Die AWO fordert außerdem ein Entgeltgleichheitsgesetz als wichtiges Signal für Frauen, dass ihr Engagement und ihre Leistung am Arbeitsmarkt genauso viel wert sind, wie die der Männer“, betont der AWO Bundesvorsitzende abschließend.





AWO ruft zur Teilnahme an morgiger Mahnwache für Pariser Opfer in Berlin auf

12 01 2015

Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wilhelm Schmidt und der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler erklären:

„Wir rufen unsere Mitglieder, Beschäftigten und Anhängerinnen und Anhänger dazu auf, sich an der morgigen Mahnwache für die insgesamt 17 Opfer der terroristischen Überfälle vom vergangenen Mittwoch und Donnerstag in Paris, zu beteiligen. Die Mahnwache beginnt um 18 Uhr am Berliner Brandenburger Tor und wurde von der Türkischen Gemeinde Deutschlands und dem Zentralrat der Muslime initiiert und wird von inzwischen von vielen politischen Parteien und Organisationen unterstützt.

Im Namen der gesamten Arbeiterwohlfahrt, die für eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft steht, möchten wir gegenüber den Angehörigen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Ihnen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme. Diese terroristischen Akte von Einzeltätern dürfen aber nicht dazu führen, dass Ressentiments oder Angst gegen Menschen anderen Glaubens geschürt werden und somit unsere solidarische Gesellschaftsordnung gespalten wird.“





ACHTUNG: TERMINVERSCHIEBUNG: AWO ruft zur Teilnahme an Mahnwache für Pariser Opfer auf

10 01 2015

Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wilhelm Schmidt und der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler erklären:

„Wie alle freiheitlich denkenden Bürgerinnen und Bürger zeigt sich die Arbeiterwohlfahrt tief entsetzt über den terroristischen Überfall auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins Charlie Hebdo. Im Namen der gesamten Arbeiterwohlfahrt möchten wir gegenüber den Angehörigen der Opfer unser tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck bringen. Ihnen gelten unsere Gedanken und unsere Anteilnahme.

Die Arbeiterwohlfahrt steht für eine offene und tolerante Gesellschaft und verurteilt deshalb diesen barbarischen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit aufs Schärfste. Dieser terroristische Akt von Einzeltätern darf aber nicht dazu führen, dass Ressentiments oder Angst gegen Menschen anderen Glaubens geschürt werden und somit unsere solidarische Gesellschaftsordnung gespalten wird.
Wir möchten an all unsere Mitglieder, Anhängerinnen und Anhänger appellieren, dem Aufruf der Türkischen Gemeinde Deutschlands und dem Zentralrat der Muslime zu folgen, und sich an der Mahnwache für die Opfer des Pariser Attentates am Montag, den 12. Januar 2015 um 17 Uhr am Brandenburger Tor zu beteiligen

ACHTUNG: TERMINVERSCHIEBUNG
Auf den:
Dienstag 13.01.2015 um 18 Uhr
am Brandenburger Tor, Pariser Platz in Berlin








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